14062 - Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 17. Juni 2013 eingegangenen Antworten der Bundesregierung

Deutscher Bundestag Drucksache 17. Wahlperiode 17/14062 21. 06. 2013 Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 17. Juni 2013 eingegangenen Antw...

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Deutscher Bundestag

Drucksache

17. Wahlperiode

17/14062 21. 06. 2013

Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 17. Juni 2013 eingegangenen Antworten der Bundesregierung

Verzeichnis der Fragenden Abgeordnete

Nummer der Frage

Abgeordnete

Nummer der Frage

Aken, Jan van (DIE LINKE.) . . . . . . . . . . . . . . . . 46

Hunko, Andrej (DIE LINKE.) . . . . . . . . . . . . . 3, 75

Bätzing-Lichtenthäler, Sabine (SPD) . . . . . . . . 31, 68

Jarzombek, Thomas (CDU/CSU) . . . . . . . . . . 22, 23

Behm, Cornelia (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) . . . . . . . 55, 81, 82

Juratovic, Josip (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58, 59

Bockhahn, Steffen (DIE LINKE.) 108, 109, 110, 111 Bollmann, Gerd (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32

Kindler, Sven-Christian (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) . . 98, 99, 100, 101

Bulmahn, Edelgard (SPD) . . . . . . . . . . 83, 84, 85, 86

Klingbeil, Lars (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25, 26

Dr. Bunge, Martina (DIE LINKE.) . . . . . . . . . . . 56

Koenigs, Tom (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) . . 4

Burkert, Martin (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 87, 88

Krischer, Oliver (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) 50

Cramon-Taubadel, Viola von (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) . . . . . . . 17, 47, 48

Kunert, Katrin (DIE LINKE.) . . . . . . . . . . . . . . . 76

Ernst, Klaus (DIE LINKE.) . . . . . . . . 33, 34, 35, 57

Kilic, Memet (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) . . 24

Kurth, Undine (Quedlinburg) (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . 70, 71

Gunkel, Wolfgang (SPD) . . . . . . . . . . . 18, 19, 20, 90

Lazar, Monika (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . 60, 61

Hacker, Hans-Joachim (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . 91

Lühmann, Kirsten (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27

Hagedorn, Bettina (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 92

Mast, Katja (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 102

Hartmann, Michael (Wackernheim) (SPD) . . . . . 21

Müntefering, Franz (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . 40, 41

Hellmich, Wolfgang (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74

Dr. Mützenich, Rolf (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5

Dr. Hendricks, Barbara (SPD) . . . . . . 36, 37, 38, 39

Dr. Murmann, Philipp (CDU/CSU) . . 112, 113, 114

Herzog, Gustav (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 93, 94

Nouripour, Omid (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) 6

Hiller-Ohm, Gabriele (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . 95

Ostendorff, Friedrich (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . 72, 73

Höhn, Bärbel (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . 49, 69

Ploetz, Yvonne (DIE LINKE.) . . . . . . . . 62, 63, 115

Gerster, Martin (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 89

Dr. Hofreiter, Anton (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . 96, 97

Rawert, Mechthild (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77

Hoppe, Thilo (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) . 117

Dr. Rossmann, Ernst Dieter (SPD) . . . . . . . . . . . 104

Rix, Sönke (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 103

Drucksache 17/14062 Abgeordnete

– II –

Nummer der Frage

Roth, Karin (Esslingen) (SPD) . . . . . . . . . . 7, 8, 105

Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode

Abgeordnete

Nummer der Frage

Roth, Michael (Heringen) (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . 9

Ströbele, Hans-Christian (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . 28

Sawade, Annette (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64, 65

Tempel, Frank (DIE LINKE.) . . . . . . . . . . . . . . . . 78

Schäffler, Frank (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42

Thönnes, Franz (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 106

Schulz, Swen (Spandau) (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . 43 Schwabe, Frank (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51, 116 Dr. Seifert, Ilja (DIE LINKE.) . . . . . . . . . . . . . . . 10 Singhammer, Johannes (CDU/CSU) . . . . . . . 44, 45

Dr. Volkmer, Marlies (SPD) . . . . . . . . . . . . . . 79, 80 Voß, Johanna (DIE LINKE.) . . . . . . . . . . . . . 52, 53 Wieland, Wolfgang (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . 15, 16

Dr. Sitte, Petra (DIE LINKE.) . . . . . . . . . . . . . . 1, 2 Steinbach, Erika (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . 11

Dr. Wilms, Valerie (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . 107

Strässer, Christoph (SPD) . . . . . . . . . . . . . 12, 13, 14 Dr. Strengmann-Kuhn, Wolfgang (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . 66, 67

Zimmermann, Sabine (DIE LINKE.) . . . . . . . . . . 54 Zypries, Brigitte (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29, 30

Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode

– III –

Drucksache 17/14062

Verzeichnis der Fragen nach Geschäftsbereichen der Bundesregierung Seite

Geschäftsbereich der Bundeskanzlerin und des Bundeskanzleramtes Dr. Sitte, Petra (DIE LINKE.) Definition und rechtliche Auswirkung des Begriffs „rechtefrei“ bei der Nutzung von Bildmaterial in Pool-Lösungen bei Staatsempfängen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1

Geschäftsbereich des Auswärtigen Amts Hunko, Andrej (DIE LINKE.) Nutzung von US-Infrastruktur in Deutschland für Kampfeinsätze von US-Drohnen ohne Wissen der Bundesregierung . . . . . . . . 1 Koenigs, Tom (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Absprachen mit der mexikanischen Regierung bezüglich des Beitrags zur Ausbildung einer „Gendarmería Nacional“ . . . . . . 2 Dr. Mützenich, Rolf (SPD) Listung der Hisbollah als Terrororganisation durch die EU . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 Nouripour, Omid (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Aktivitäten der Bundesregierung im Rahmen der verweigerten Visa-Vergabe an die Abgeordnete Claudia Roth (Augsburg) durch Saudi-Arabien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 Roth, Karin (Esslingen) (SPD) Ausbau des Goethe-Zentrums Windhoek in Namibia zu einem vollwertigen GoetheInstitut . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 Verwendung des Logos der BMW AG auf der Einladung zu einer Veranstaltung des Auswärtigen Amts zum Thema Gewalt gegen Frauen durch Staatsministerin Cornelia Pieper . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 Roth, Michael (Heringen) (SPD) Höhe der Rückflüsse nicht abgerufener Mittel aus den Fonds der Struktur- und Kohäsionspolitik der EU in den deutschen Haushalt und Verwendung für die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in Europa . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4

Seite

Dr. Seifert, Ilja (DIE LINKE.) Kürzung der Finanzmittel beim EU-Programm „Europa für Bürgerinnen und Bürger“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5 Steinbach, Erika (CDU/CSU) Vergleich fremdenfeindlicher und antisemitischer Übergriffe in Frankreich, Großbritannien und Deutschland in den letzten drei Jahren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 Strässer, Christoph (SPD) Deutscher Beitrag für humanitäre Hilfe im Syrien-Konflikt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 Verhinderung bewaffneter Aktivitäten von türkischem Boden aus im Rahmen des Syrien-Konflikts und des Militärnachschubs bewaffneter Gruppen in Nordsyrien über Wege der Hilfsorganisationen . . 10 Wieland, Wolfgang (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Praxis des „Organraubs“ in China, insbesondere bei politischen Gefangenen, und Vorgehen gegen diese Praxis . . . . . . . . . . . 10

Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern Cramon-Taubadel, Viola von (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Mehrsprachige Angebote der politischen Bildung für Menschen mit Migrationshintergrund . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11 Gunkel, Wolfgang (SPD) Verhandlungsstand des deutsch-polnischen Polizeikooperationsvertrags . . . . . . . 12 Personalplanungen für die Bundespolizei in Frankfurt (Oder) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12 Hartmann, Michael (Wackernheim) (SPD) Verfassungsrechtlicher Auskunftsanspruch der Presse gemäß Urteil des Bundesverwaltungsgerichts . . . . . . . . . . . . . . . . 13

Drucksache 17/14062

– IV –

Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode

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Jarzombek, Thomas (CDU/CSU) Kenntnisse über Prism und Zugang der US-Regierung auf personenbezogene Daten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14

Ernst, Klaus (DIE LINKE.) Geschäftsbeziehungen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben mit dem Unternehmen Deutsche Annington Immobilien SE zwischen November 2005 und September 2008 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

Kilic, Memet (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Einbürgerung und Staatsangehörigkeit von Tatverdächtigen des Sivas-Massakers . 15 Klingbeil, Lars (SPD) Ausmaß der Telekommunikations- und Internetüberwachung in den USA; Schutz des deutschen Fernmelde- und Kommunikationsgeheimnisses . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15 Lühmann, Kirsten (SPD) Hervorhebung des Rufnamens auf dem neuen Personalausweis . . . . . . . . . . . . . . . . 16 Ströbele, Hans-Christian (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Beteiligung von Bundespolizisten an vermeintlichen Übergriffen auf BlockupyDemonstranten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17 Zypries, Brigitte (SPD) Ausschluss der Überwachung des Internetverkehrs in Deutschland durch Überwachungsprogramme wie „Prism“; Anwendung vergleichbarer Abhörmaßnahmen durch deutsche Geheimdienste . . . . . . 19

Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Finanzen Bätzing-Lichtenthäler, Sabine (SPD) Verhandlungen im EU-Rat für Wirtschaft und Finanzen zum Reverse-Charge-Verfahren bei der Mehrwertsteuer . . . . . . . . . . 19 Bollmann, Gerd (SPD) Ermäßigter Mehrwertsteuersatz bei Dienstleistungen in den Bereichen der Straßenreinigung, Müllabfuhr und Abfallbehandlung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20 Ernst, Klaus (DIE LINKE.) Etwaige Zusammenarbeit von Bundeseinrichtungen mit der Bank „Gruppo Banca Leonardo S.p.A.“ und der „Investmentbank Drueker & Co. GmbH & Co. KG“ von 1998 bis 2012 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20

Mögliche Steuerumgehung des KarstadtEigentümers Nicolas Berggruen . . . . . . . . . 22 Dr. Hendricks, Barbara (SPD) Haltung der Bundesregierung auf dem Weltwirtschaftsgipfel zu einem Register zur Erfassung wirtschaftlich Berechtigter von Unternehmen und Ausgestaltung dieses Registers . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23 Geplante Schritte zur Bekämpfung von Scheinfirmen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24 Müntefering, Franz (SPD) Katalogisierung einer Berufsbezeichnung im Bereich der Sterbe-/Trauerbegleitung und Anwendung des Steuerrechts . . . . . . . 24 Schäffler, Frank (FDP) Steuerliche Behandlung von Bitcoins . . . . . 25 Schulz, Swen (Spandau) (SPD) Verbindliche Neuberechnung des Finanzausgleichs wegen der neuen Zensusergebnisse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25 Singhammer, Johannes (CDU/CSU) Ankäufe italienischer Staatsanleihen und etwaige Verluste der EZB . . . . . . . . . . . . . . 26

Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie Aken, Jan van (DIE LINKE.) Erteilte Reexportgenehmigungen für Kriegswaffen und sonstige Rüstungsgüter an Frankreich und Großbritannien seit Anfang 2013 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27 Cramon-Taubadel, Viola von (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Vorlegalisierungsgebühr bei Exporten deutscher Unternehmen in arabische Länder durch Ghorfa; Gespräche mit dem Vorsitzenden Dr. Thomas Bach . . . . . . . . . 28

Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode

–V–

Drucksache 17/14062

Seite

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Höhn, Bärbel (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Befreiung von Stromnetzentgelten seit 2013 und Prognosen für den Nachholeffekt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30

Juratovic, Josip (SPD) Zulassung kroatischer Staatsbürger zum Sonderprogramm „Förderung der beruflichen Mobilität von ausbildungsinteressierten Jugendlichen und arbeitslosen jungen Fachkräften aus Europa“ (MobiPro-EU) vor dem Hintergrund des EU-Beitritts Kroatiens am 1. Juli 2013 . . . . . . . . . . . . . . 37

Krischer, Oliver (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Etwaiger Anstieg der neuen Messeinrichtungen gemäß § 21c Absatz 5 des Energiewirtschaftsgesetzes im Rahmen der geplanten Änderung der Stromnetzentgeltverordnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30 Schwabe, Frank (SPD) Gesetzliche Regelungen für Tiefbohrungen unter Einsatz der Fracking-Technologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31

Lazar, Monika (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Etwaige Gleichsetzung des Tatbestands „Stalking“ im Sinne des § 238 des Strafgesetzbuchs mit § 1 des Opferentschädigungsgesetzes; Berücksichtigung des Berichts des Europarates bezüglich physischer und psychischer Gewalt . . . . . . . . . . . 38

Voß, Johanna (DIE LINKE.) Umfang der vertraglichen Atomstromimporte für 2011 und 2012 . . . . . . . . . . . . . . . 32

Ploetz, Yvonne (DIE LINKE.) Einstufung von Arbeitssuchenden in drei Kategorien und passende Tätigkeitsangebote in den ersten zwei Monaten . . . . . . . . 40

Zimmermann, Sabine (DIE LINKE.) Genaue Unternehmensangaben zu den meistgeförderten Einzelhandelsunternehmen und Bindungsfristen der Förderungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33

Fachassistenten zur Unterstützung der Fallmanager in den Agenturen für Arbeit und deren Einkommensunterschiede . . . . . 40

Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales Behm, Cornelia (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Gesetzliche Neuregelung der rückwirkenden Befreiung von der Alterssicherung der Landwirte vor der Bundestagswahl . . . . . . 35 Dr. Bunge, Martina (DIE LINKE.) Anerkennung der Altersversorgung der technischen Intelligenz für Ingenieure mit Beschäftigung in einem Rationalisierungsbetrieb der DDR zum 30. Juni 1990 . . . . . 35 Ernst, Klaus (DIE LINKE.) Mitwirkung des Berggruen Institut on Governance an der Vorlage „Europa für die Jugend“ und Beteiligung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales am Ausstieg von Karstadt aus der Tarifbindung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36

Sawade, Annette (SPD) Reisekosten-Budget für Experten des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel als Beauftragter für die Deutsch-Griechische Versammlung und Vergabedetails; deutschlandweite Mittelverteilung und Anlass der Griechenlandreise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42 Dr. Strengmann-Kuhn, Wolfgang (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Verbesserung der Erziehungsrenten und Rentenfinanzierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43

Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Bätzing-Lichtenthäler, Sabine (SPD) Mitglieder der Kommission zur Überarbeitung des Säugetiergutachtens . . . . . . . . . 43 Höhn, Bärbel (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Verunglückte Nutztiere aufgrund des Hochwasserereignisses . . . . . . . . . . . . . . . . 44

Drucksache 17/14062

– VI –

Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode

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Kurth, Undine (Quedlinburg) (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Erwähnte Produkte bzw. Substanzen im Sechsten EU-Bericht zu Tierversuchen; möglicher Verzicht auf Tierversuche . . . . . 44

Messung und Bewertung von Empathie und Begeisterungsfähigkeit als Zulassungskriterien zum Medizinstudium . . . . . 52

Ostendorff, Friedrich (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Ablehnung des EU-Vorschlags für eine freiwillige befristete Reduzierung der Milchproduktion; Strukturwandel in der Milcherzeugung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46

Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung Hellmich, Wolfgang (SPD) Nachhaltige Störungen des Funkverkehrs der Bundeswehr durch Störaussendungen von Powerline-Communication-Geräten seit Juni 2007 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48 Hunko, Andrej (DIE LINKE.) Steuerung von Euro-Hawk- und amerikanischen Aufklärungsdrohnen durch USEinrichtungen in Deutschland . . . . . . . . . . 49 Kunert, Katrin (DIE LINKE.) Anträge auf Kriegsdienstverweigerung von freiwilligen Wehrdienst-Leistenden seit Juli 2011 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50

Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit Rawert, Mechthild (SPD) Meldemöglichkeiten von (Neben-)Wirkungen bei Arzneirisiken und Einführung des neuen Logos für Risikomedikamente in der EU . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50 Tempel, Frank (DIE LINKE.) Formular zur Mitnahme von Betäubungsmitteln bei Auslandsreisen . . . . . . . . . . . . . 51 Dr. Volkmer, Marlies (SPD) Ablehnung der geplanten Rückzahlungsverpflichtung von Unternehmen für erfolgreich erprobte Untersuchungs- und Behandlungsmethoden . . . . . . . . . . . . . . . . 52

Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Behm, Cornelia (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Bestandsschutz der Brücke der B 158 bei Bad Freienwalde und geschätzte Kosten für einen ebenerdigen Knotenpunkt; etwaige Verpflichtung zum Rückbau . . . . . . 53 Bulmahn, Edelgard (SPD) Testmessungen verschiedener Bremssysteme zur Lärmminderung des Schienengüterverkehrs; Zulassung und Umrüstungskosten der LL-Bremssohle . . . . . . . . . . . . . 54 Burkert, Martin (SPD) Aktueller Sachstand bei der geplanten Lärmschutzwand in Altdorf an der A 3 und alternative Lärmschutzvorrichtungen . 56 Gerster, Martin (SPD) Soforthilfe für geschädigte Vereine des aktuellen Hochwasserereignisses . . . . . . . . . . 57 Gunkel, Wolfgang (SPD) Bauvorhaben Ortsumgehung Hohndorf . . . 57 Hacker, Hans-Joachim (SPD) Stand der Planfeststellung zur Dammsanierung einzelner Abschnitte der MüritzElde-Wasserstraße und der Stör-Wasserstraße und Erhalt von 270 Bäumen . . . . . . 58 Hagedorn, Bettina (SPD) Haushaltsmittelplanung für die Ausschreibung der Elbquerung im Zuge der A 20 . . . 58 Herzog, Gustav (SPD) Zuständige Wasser- und Schifffahrtsdirektionen zur Führung einer Ordnungswidrigkeitendatei im Planungsvereinfachungsgesetz sowie verantwortliche Behörde nach der Auflösung der Wasser- und Schifffahrtsdirektionen; Behebung der unklaren Zuständigkeiten durch untergesetzlich erfolgte Umstrukturierungen . . . . . . . . . . . . . 59

Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode

– VII –

Drucksache 17/14062

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Hiller-Ohm, Gabriele (SPD) Finanzieller Gesamtrahmen des Glückstadt-Tunnels im Zuge der A-20-Elbquerung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60

Dr. Wilms, Valerie (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Nachweis des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung zum konkreten Bedarf und zur Wirtschaftlichkeit der Anschaffung von Schiffen durch die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66

Dr. Hofreiter, Anton (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Netzergänzende Maßnahmen für den Leipziger City-Tunnel . . . . . . . . . . . . . . . . . 60 Maßnahmen zur Verbesserung der ökologischen Durchgängigkeit und Renaturierung der Gersprenz im Mündungsbereich in die Bundeswasserstraße Main (Markt Stockstadt) und Finanzierung . . . . . . . . . . . 61 Kindler, Sven-Christian (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Anteil des Bundes und Bayerns an der Finanzierung der zweiten S-Bahn-Stammstrecke München und der Bahnstrecke München–Memmingen–Lindau und Rechtsgrundlage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62 Berücksichtigung der Umsetzung von Straßenbauprojekten im ÖPP-Verfahren in der mittelfristigen Finanzplanung des Bundes beim Titel 823 12 Kapitel 12 09 . . . 62 Mast, Katja (SPD) Reaktivierung der Bahnverbindung Calw– Renningen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63 Rix, Sönke (SPD) Finanzierung der Elbquerung im Zuge der A 20 durch ein ÖPP-Modell . . . . . . . . . . . . 64 Dr. Rossmann, Ernst Dieter (SPD) Ausschreibung des Glückstadt-Tunnels 2014 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64 Roth, Karin (Esslingen) (SPD) Geschäftspraktiken der Deutschen Bahn Finance B. V. in den Niederlanden bei Zinsanleihen; Beendigung einer etwaigen Steuerumgehung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65 Thönnes, Franz (SPD) Bezug der Ausschreibung des GlückstadtTunnels zu den anschließenden Bauabschnitten in Niedersachsen und SchleswigHolstein im Zuge der A 20 . . . . . . . . . . . . . 65

Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit Bockhahn, Steffen (DIE LINKE.) Regelung der weiteren Einlagerung hochradioaktiver Stoffe im Zwischenlager Lubmin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67 Dr. Murmann, Philipp (CDU/CSU) Entwicklung von Feinstaub seit 1990; Messstationen mit hohem Anteil an Feinstaub und Regionen mit hohem Anteil an Erkrankungen durch Feinstäube . . . . . . . . 68 Ploetz, Yvonne (DIE LINKE.) Festlegung von Naturschutzgebieten und Auswirkungen auf ortsansässige landwirtschaftliche Betriebe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74 Schwabe, Frank (SPD) Etwaiger einschränkender Einfluss des Gesetzentwurfs zur Neuregelung der Gasförderung aus tiefen Gesteinsschichten auf die Fracking-Technologie . . . . . . . . . . . . . . 74

Geschäftsbereich des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Hoppe, Thilo (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Geplante Maßnahmen und Zusammensetzung der bereitgestellten 132 Mio. Euro für humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit in Syrien . . . . . . . . . . . . . . 75

Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode

–1–

Drucksache 17/14062

Geschäftsbereich der Bundeskanzlerin und des Bundeskanzleramtes

1. Abgeordnete Dr. Petra Sitte (DIE LINKE.)

Wie ist die Formulierung „rechtefrei“ bei der Nutzung von Bildmaterial in Pool-Lösungen bei Staatsempfängen genau zu verstehen (Berliner Modell des Weltbildes „Host-TV“)?

2. Abgeordnete Dr. Petra Sitte (DIE LINKE.)

Kann diese Formulierung mit der Anwendung etwa einer Rechtsverzichtserklärung nach CreativeCommons-Lizenz Zero (CC0) analog gesetzt werden?

Antwort des Chefs des Presse- und Informationsamtes und Sprechers der Bundesregierung Staatssekretär Steffen Seibert vom 20. Juni 2013 Die Bundesregierung ist für die Auslegung von Vereinbarungen, die an Pool-Lösungen beteiligte Medien untereinander treffen, nicht zuständig.

Geschäftsbereich des Auswärtigen Amts

3. Abgeordneter Andrej Hunko (DIE LINKE.)

Inwiefern haben sich mittlerweile Hinweise im Rahmen des „kontinuierlichen und vertrauensvollen Dialog[s]“ mit den USA, einem Gespräch des Bundesministers des Auswärtigen, Dr. Guido Westerwelle, mit Außenminister John Kerry in den USA, durch deutsche Verbindungsbeamte bei US-Militärs von AFRICOM oder andere diplomatische Initiativen ergeben, dass US-Einrichtungen in Deutschland tatsächlich für die Steuerung der Flüge von US-Drohnen über afrikanischen und asiatischen Ländern bzw. Kampfhandlungen genutzt werden, und auf welche deutschen „Rechtsnormen“ (Antwort auf meine Schriftliche Frage 75 auf Bundestagsdrucksache 17/14062) bzw. strengen „Regeln des Rechts“ (Mündliche Frage 44 des Abgeordneten Hans-Christian Ströbele, Plenarprotokoll 17/245) wird sich konkret bezogen, wenn davon gesprochen wird, die Bundesregierung nehme die USA „beim Wort“, dass diese stets eingehalten würden, sofern US-Infrastruktur in Deutschland auch ohne Wissen der Bundesregierung für Einsätze von

Drucksache 17/14062

–2–

Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode

US-Drohnen genutzt wird (bitte insbesondere hinsichtlich so genannter „gezielter Tötungen“ angeben, da sich die genannten Fragen genau darauf bezogen)? Antwort der Staatssekretärin Dr. Emily Haber vom 20. Juni 2013 Der Bundesregierung liegen weiterhin keine gesicherten Erkenntnisse zu von US-amerikanischen Streitkräften in der Bundesrepublik Deutschland angeblich geplanten oder geführten Einsätzen vor. Gemäß Artikel II des NATO-Truppenstatuts haben Streitkräfte aus NATO-Saaten „das Recht des Aufnahmestaats“ zu beachten und sich jeder mit dem Geiste des NATO-Truppenstatuts nicht zu vereinbarenden Tätigkeit zu enthalten. Der Bundesregierung liegen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass sich die Vereinigten Staaten von Amerika auf deutschem Staatsgebiet völkerrechtswidrig verhalten hätten.

4. Abgeordneter Tom Koenigs (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

Inwieweit gibt es bereits Absprachen zwischen der deutschen Botschaft bzw. der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und der mexikanischen Regierung bezüglich eines deutschen Beitrages zur Ausbildung der neu zu schaffenden „Gendarmería Nacional“?

Antwort des Staatsministers Michael Link vom 13. Juni 2013 Der Bundesregierung sind keine Absprachen mit mexikanischen Regierungsstellen bezüglich eines deutschen Beitrages zur Ausbildung der neu zu schaffenden „Gendarmería Nacional“ bekannt.

5. Abgeordneter Dr. Rolf Mützenich (SPD)

Ist die Bundesregierung vor dem Hintergrund der jüngsten Stellungnahme der bulgarischen Regierung (Morgenlage/Medienbild: Nah- und Mittelost & Maghreb, 7. Juni 2013), der zufolge keine Beweise für die Rolle der Hisbollah beim Anschlag in Burgas vorliegen, bereit, ihre öffentlich erhobene Forderung nach einer Listung dieser Organisation als Terrorgruppe durch die EU fallen zu lassen, oder über welche eigenen Erkenntnisse verfügt die Bundesregierung (Morgenlage/Medienbild: Nah- und Mittelost & Maghreb, 6. Juni 2013), die sie dazu veranlassen, an der Forderung festzuhalten?

Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode

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Drucksache 17/14062

Antwort der Staatssekretärin Dr. Emily Haber vom 17. Juni 2013 Die Bundesregierung unterstützt weiterhin den Vorschlag, den militärischen Arm der Hisbollah zu listen, und ist darüber in vertraulichen Verhandlungen mit ihren EU-Partnern.

6. Abgeordneter Omid Nouripour (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

Welche Aktivitäten und Maßnahmen hat die Bundesregierung im Zuge der verweigerten Visa-Vergabe der Abgeordneten Claudia Roth (Augsburg) durch das Königreich Saudi-Arabien (vgl. u. a. SPIEGEL ONLINE vom 8. Juni 2013) anlässlich eines gemeinsamen Besuchs mit Barbara Lochbihler, Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses im Europaparlament, unternommen, und welche Schlussfolgerungen zieht die Bundesregierung aus der verweigerten Visa-Vergabe?

Antwort des Staatsministers Michael Link vom 17. Juni 2013 Das Auswärtige Amt und die Deutsche Botschaft in Riad wurden am 8. Mai 2013 über die für Mitte Juni 2013 geplante Reise der Abgeordneten Claudia Roth (Augsburg) und des Mitglieds des Europäischen Parlaments, Barbara Lochbihler, informiert und standen von diesem Zeitpunkt an in engem Kontakt mit den Büros der beiden Abgeordneten. Die Bundesregierung hat die Regierung des Königreichs Saudi-Arabien per Verbalnote offiziell über die geplante Reise unterrichtet und die erbetenen Termine angefragt. Außerdem hat der Beauftragte für Nah- und Mittelost und Mahgreb im Auswärtigen Amt, Botschafter Boris Ruge, mit dem Botschafter des Königreichs Saudi-Arabien, Prof. Dr. Ossama bin Abdul Majed Shobokshi, am 23. und 30. Mai 2013 persönlich gesprochen und um Unterstützung der Reisepläne gebeten. Die saudi-arabische Seite hat auf die Schwierigkeiten verwiesen, ein Programm mit hochrangigen Gesprächspartnern so kurzfristig zu arrangieren. Botschafter Prof. Dr. Ossama bin Abdul Majed Shobokshi erklärte dem Auswärtigen Amt am 10. Juni 2013, dass die Reise zum angefragten Zeitpunkt aus Termingründen nicht zu realisieren sei, seine Regierung einen Besuch zu einem späteren Zeitpunkt mit angemessener Vorlaufzeit aber gern unterstützen werde.

7. Abgeordnete Karin Roth (Esslingen) (SPD)

Wird die Bundesregierung zur Verwirklichung der Zusagen des bilateralen Kulturabkommens mit Namibia aus dem Jahr 1991 (Ratifizierung 1994) im Haushalt 2014 den Ausbau des Goethe-Zentrums Windhoek in Namibia zu einem vollwertigen Goethe-Institut vorsehen (bitte Höhe der Mittel benennen), und wenn nein, aus welchen Gründen ist ein solcher Ausbau nicht möglich?

Drucksache 17/14062

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Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode

Antwort der Staatssekretärin Dr. Emily Haber vom 17. Juni 2013 Die Eröffnung einer Zweigstelle des Goethe-Instituts in Windhuk 2014 ist nicht vorgesehen. Angesichts steigender Kosten und enger Haushalte ist der Spielraum für neue Strukturen des Goethe-Instituts sehr gering. Die Republik Namibia ist im Rahmen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik im südlichen Afrika ein besonders wichtiges Partnerland. Der Bundesregierung ist daher sehr daran gelegen, in Namibia ein breites und hochwertiges Angebot im Sprach-, Informations- und Programmbereich sicherzustellen. Die Verbalnote vom 5. Juni 1991 zum Kulturabkommen mit Namibia sieht vor, dass bis zur angestrebten Eröffnung einer Zweigstelle des Goethe-Instituts die NamibischDeutsche Stiftung für kulturelle Zusammenarbeit (NaDS) in Windhuk deren Aufgaben übernimmt. Das von der Stiftung getragene Goethe-Zentrum Windhuk erfüllt diese Aufgaben in allen Bereichen beispielhaft gut und genießt entsprechend hohes Ansehen. Es wird vom Goethe-Institut Regionalinstitut Johannesburg betreut und aus Mitteln des Auswärtigen Amts gefördert.

8. Abgeordnete Karin Roth (Esslingen) (SPD)

Warum wird in der Einladung der Staatsministerin des Auswärtigen Amts, Cornelia Pieper, (persönlich von ihr unterschrieben) zu einer Veranstaltung zum Thema Gewalt gegen Frauen am 28. Juni 2013 um 10 Uhr im Auswärtigen Amt das Logo der BMW AG verwendet, obwohl es weder im Text noch in der Sache einen ersichtlichen Grund für die Aufnahme des Logos in die Einladung gibt (keine Präsentation von BMW)?

Antwort des Staatssekretärs Dr. Harald Braun vom 20. Juni 2013 Die BMW AG ist als Sponsor für die genannte Veranstaltung vorgesehen.

9. Abgeordneter Michael Roth (Heringen) (SPD)

Wie hoch wird der Rückfluss der bis spätestens 2015 nicht abgerufenen Mittel aus den Fonds der Struktur- und Kohäsionspolitik der EU (Kohäsionsfonds, Europäischer Sozialfonds, Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) voraussichtlich für den deutschen Haushalt sein, und ist die Bundesregierung bereit, ihrerseits auf diesen Rückfluss zu verzichten und diesen als zusätzliche Mittel für die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in Europa bereitzustellen sowie bei den weiteren Nettozahlerstaaten im Rahmen einer europäischen Solidaritätsinitiative darauf hinzuwirken, ebenso zu verfahren?

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Drucksache 17/14062

Antwort des Staatsministers Michael Link vom 19. Juni 2013 Der Mehrjährige Finanzrahmen (MFR) für die Jahre 2007 bis 2013 legt Obergrenzen für so genannte Verpflichtungsermächtigungen fest, aus denen auch die Struktur- und Kohäsionsfonds finanziert werden können. Mitgliedstaaten können diese Mittel auch noch zwei bis drei Jahre nach Ende der Laufzeit des Finanzrahmens abrufen. Anderenfalls kann es zu einer automatischen Aufhebung von Verpflichtungsermächtigungen kommen. Verlässliche Prognosen über den möglichen Umfang solcher Aufhebungen sind aus Sicht der Bundesregierung zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich, da sie vom weiteren Verlauf der Umsetzung der Förderprogramme durch die Mitgliedstaaten bis Ende 2016 abhängen. Zudem können entsprechende Mittel auch nicht anderweitig verplant werden, solange sie den Mitgliedstaaten noch in vollem Umfang zur Finanzierung ihrer Strukturförderprogramme zur Verfügung stehen, aus denen im Übrigen bereits heute auch Maßnahmen zur Förderung der Jugendbeschäftigung finanziert werden können. Eine Aufhebung von Verpflichtungsermächtigungen würde zudem nicht zu Einnahmen für die nationalen Haushalte der Mitgliedstaaten führen, sondern kann lediglich die Höhe der Abführungen beeinflussen, die jeweils im jährlichen EU-Haushaltsverfahren auf Grundlage des voraussichtlichen Finanzierungsbedarfs festgelegt werden. Ab 2014 werden sich die Zahlungen aus dem jährlichen EU-Haushalt sowohl aus noch ausstehenden Verpflichtungen des Finanzrahmens 2007 bis 2013 als auch aus neuen Verpflichtungen aus dem Finanzrahmen 2014 bis 2020 ergeben. Hierfür haben die Staats- und Regierungschefs im Februar 2013 6 Mrd. Euro (in Preisen des Jahres 2011) für die gezielte Förderung von Jugendbeschäftigung vereinbart. Hinzu kommen weitere, teilweise noch wesentlich umfangreichere Fördermöglichkeiten etwa aus dem Europäischen Sozialfonds. Dem neuen Finanzrahmen muss das Europäische Parlament noch zustimmen.

10. Abgeordneter Dr. Ilja Seifert (DIE LINKE.)

Wie beurteilt die Bundesregierung die Vorschläge der Europäischen Kommission im Rahmenhaushalt 2014 bis 2020, die Finanzmittel im EU-Programm „Europa für Bürgerinnen und Bürger“ um mehr als 23 Prozent zu kürzen, und welche Vorschläge unterbreitete die Bundesregierung während des Treffens der Staats- und Regierungschefs im März 2013, um diese Entscheidung zu verhindern?

Antwort des Staatsministers Michael Link vom 17. Juni 2013 Auf dem Europäischen Rat vom 7./8. Februar 2013 haben die Staatsund Regierungschefs eine Einigung über den MFR ab 2014 erzielt, welche den Haushalt der EU künftig stärker auf die Bereiche Wachstum und Beschäftigung ausrichten soll. Allerdings wurde für die Ru-

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brik 3 (u. a. Programm „Europa für Bürgerinnen und Bürger“) neben einer Obergrenze keine weitere Festlegung bezüglich der Mittel für die einzelnen dort enthaltenen Programme getroffen. Die Europäische Kommission hat im so genannten Breakdown vom 27. März 2013 eine Aufteilung der Mittel auf die einzelnen Programme innerhalb der Rubriken vorgeschlagen. Der Vorschlag der Kommission wird Gegenstand des üblichen Haushaltsverfahrens sein. Zudem steht auch die Zustimmung des Europäischen Parlaments zum MFR noch aus. Die Bundesregierung würde es begrüßen, wenn das Programm „Europa für Bürgerinnen und Bürger“ unter Berücksichtigung der geschilderten Rahmenbedingungen so ausgestattet würde, dass es weiterhin einen wichtigen Beitrag zur Förderung europabezogenen Bürgerengagements leisten kann. Der MFR war nicht Gegenstand des Treffens der Staats- und Regierungschefs beim Europäischen Rat im März 2013.

11. Abgeordnete Erika Steinbach (CDU/CSU)

Über welche Kenntnisse verfügt die Bundesregierung bezüglich Intensität und Häufigkeit fremdenfeindlicher und antisemitischer Übergriffe in Großbritannien, Frankreich und Deutschland im Vergleich der jeweils letzten drei Jahre?

Antwort der Staatssekretärin Dr. Emily Haber vom 20. Juni 2013 Die Erkenntnisse der Bundesregierung bezüglich Intensität und Häufigkeit fremdenfeindlicher und antisemitischer Übergriffe stützen sich für Deutschland auf die Daten des Kriminalpolizeilichen Meldedienstes – Politisch motivierte Kriminalität (PMK). Ein aussagefähiger Vergleich mit den Daten aus Großbritannien und Frankreich ist aufgrund unterschiedlicher Erhebungs- und Erfassungsmethoden, wenn überhaupt, nur sehr eingeschränkt möglich. Zudem sind aktuell nicht für alle Jahrgänge Zahlenangaben öffentlich verfügbar. 1. Deutschland Es wurden in den Jahren 2010 bis 2012 die nachfolgend nach Phänomenbereich aufgeschlüsselten Fallzahlen motivierter Kriminalität mit antisemitischem bzw. fremdenfeindlichem Hintergrund registriert.

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Drucksache 17/14062

2. Großbritannien In England und Wales werden strafrechtlich relevante fremdenfeindliche und antisemitische Übergriffe unter dem Oberbegriff „hate crimes“ (sog. Hassstraftaten) erfasst. Nach Angaben des Innenministeriums in London – die nachfolgenden Daten wurden erstmalig erhoben – fielen im Beobachtungszeitraum 1. April 2011 bis 31. März 2012 auf die fünf als „hate crimes“ qualifizierten Kategorien von Übergriffen 35 816 (82 Prozent) wegen Rasse, 1 621 ( 4 Prozent) wegen Religion, 4 252 (10 Prozent) wegen sexueller Orientierung, 1 744 ( 4 Prozent) wegen Behinderung und 315 ( 1 Prozent) wegen Transsexualität („transgender“). Antisemitische Übergriffe sind nicht gesondert ausgewiesen. Für das Kalenderjahr 2010 verweist das britische Innenministerium auf die von der Vereinigung der Leitenden Polizeibediensteten („Association of Chief Police Officers“) erhobenen Daten in England, Wales und Nordirland. Dabei sind neben rassistischen auch antisemitische Übergriffe aufgeführt:

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Zahl der „Hate-crime“-Vorfälle insgesamt: Zahl der rassistisch motivierten Taten: Zahl der antisemitisch motivierten Taten:

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48 127, 39 311, 488.

Nichtamtliche Zahlenangaben veröffentlicht der „Community Security Trust“, eine zivilgesellschaftliche Organisation zum Schutz von Sicherheitsbelangen der jüdischen Bevölkerung: 2012: 640 antisemitische Vorfälle, 2011: 608 antisemitische Vorfälle, 2010: 639 antisemitische Vorfälle. 3. Frankreich In Frankreich legt der Bericht der „Commission nationale consultative des droits de l’homme“ (CNCDH) jährlich eine Statistik über Taten und Drohungen mit antisemitischem, antiislamischem und rassistisch-fremdenfeindlichem Charakter vor. Hier wird differenziert zwischen antisemitischen, antiislamischen und allgemein rassistischfremdenfeindlichen Vorfällen. Die Intensität wird durch die Aufteilung in „Taten“ („actes“) und „Drohungen“ („menaces“) erfasst. „Taten“ sind dabei gegen Personen gerichtete Handlungen von einer gewissen Schwere bzw. mit irreversiblen Tatfolgen. „Drohungen“ sind Aktionen von geringerer Schwere – vor allem Gesten, Beleidigungen, Graffiti, E-Mails oder Pamphlete –, wobei die Statistik die Verteilung an mehrere Empfänger nur als einen Fall wertet. Für 2011/2012 weist der Bericht folgende Zahlen für rassistische, antisemitische und antiislamische Taten und Drohungen auf: 2012: 1 539 Fälle, 2011: 1 254 Fälle. Diese Angaben verteilen sich wie folgt: Antisemitismus: Taten: 2012: 177 Fälle Drohungen: 2012: 437 Fälle

2011: 129 Fälle 2011: 260 Fälle

Antiislamismus: Taten: 2012: 53 Fälle Drohungen: 2012: 148 Fälle

2011: 38 Fälle 2011: 117 Fälle

Rassismus/Fremdenfeindlichkeit: Taten: 2012: 118 Fälle 2011: 132 Fälle Drohungen: 2012: 606 Fälle 2011: 578 Fälle. 4. Weitere Quellen Ergänzende Erkenntnisse über das Aufkommen von Hasskriminalität können den jährlich erscheinenden Berichten „Hate Crimes in the OSCE Region – Incidents and Responses“ (http://tandis. odihr.pl/hcr2010/, http://tandis.odihr.pl/hcr2011/) des OSZE-Büros für demokratische Institutionen und Menschenrechte (ODIHR) entnommen werden.

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12. Abgeordneter Christoph Strässer (SPD)

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Wie hoch ist der finanzielle Beitrag Deutschlands für humanitäre Hilfe in Syrien selbst, der an deutsche bzw. internationale Hilfsorganisationen geht, und wie hoch ist der deutsche Beitrag für die Flüchtlingshilfe, aufgeschlüsselt nach den Nachbarländern Türkei, Jordanien und Libanon?

Antwort der Staatssekretärin Dr. Emily Haber vom 21. Juni 2013 Aus Mitteln des Auswärtigen Amts (AA) wurden seit Beginn der Syrien-Krise humanitäre Projekte deutscher und internationaler Hilfsorganisationen in Höhe von 22 Mio. Euro in Syrien selbst finanziert. Ergänzt werden diese Projekte durch Maßnahmen im Rahmen der entwicklungsfördernden und strukturbildenden Übergangshilfe aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Höhe von 2 Mio. Euro. In der Türkei werden humanitäre Projekte in Höhe von 3,7 Mio. Euro aus AA-Mitteln gefördert. In Jordanien fördert das AA humanitäre Hilfsmaßnahmen in Höhe von 19,9 Mio. Euro, das BMZ fördert Projekte der Übergangshilfe bzw. der bilateralen Zusammenarbeit in Höhe von 40,8 Mio. Euro. Im Libanon werden humanitäre Projekte in Höhe von 13,9 Mio. Euro durch das AA gefördert, wohingegen das BMZ Mittel in Höhe von 17,2 Mio. Euro im Rahmen der Übergangshilfe bzw. der bilateralen Zusammenarbeit bereitstellt. Das BMZ hat zusätzlich Mittel in Höhe von 25 Mio. Euro für das Welternährungsprogramm, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) sowie bilateral für Jordanien in Aussicht gestellt. Der humanitäre Zugang als Voraussetzung zur Durchführung von Hilfsmaßnahmen ist in Syrien erschwert beziehungsweise mindestens zeitweise in Teilen des Landes überhaupt nicht mehr gegeben.

13. Abgeordneter Christoph Strässer (SPD)

In welcher Höhe und über welche Hilfsorganisationen und lokalen Strukturen leistet die Bundesregierung, vermittelt über das deutsche Verbindungsbüro in Gaziantep, in den kurdischen Regionen Syriens humanitäre Hilfe?

Antwort der Staatssekretärin Dr. Emily Haber vom 21. Juni 2013 Die Bundesregierung leistet über das Büro der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH in Gaziantep keine humanitäre Hilfe.

Drucksache 17/14062 14. Abgeordneter Christoph Strässer (SPD)

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Welche nationalen und internationalen Initiativen gibt es, um die von türkischem Territorium ausgehenden Aktivitäten bewaffneter Gruppen zu verhindern, und wie wird ausgeschlossen, dass im Norden Syriens bewaffnete Gruppen die Wege der Hilfsorganisationen nutzen, um Waffen und Kämpfer zu transportieren?

Antwort der Staatssekretärin Dr. Emily Haber vom 21. Juni 2013 Der Bundesregierung liegen keine unabhängigen und belastbaren Berichte über entsprechende Aktivitäten vor. Der Bundesregierung ist auch nicht bekannt, welche Wege innerhalb Syriens von bewaffneten Gruppen oder Hilfsorganisationen genutzt werden.

15. Abgeordneter Wolfgang Wieland (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung über die Praxis des „Organraubs“ in der Volksrepublik China, bei der (insbesondere politischen) Gefangenen gegen deren Willen Organe entnommen werden, um sie dann in- und ausländischen Patienten zu implantieren, und welche Maßnahmen ergreift die Bundesregierung, um die Inanspruchnahme solcher Transplantation durch Deutsche zu unterbinden?

Antwort des Staatsministers Michael Link vom 19. Juni 2013 In der Volksrepublik China stammen auch nach Angaben der dortigen Regierung viele der transplantierten Organe von Hingerichteten. Nach chinesischem Recht müssen zum Tode verurteilte Personen und ihre Angehörigen zustimmen, damit nach dem Tod der Verurteilten ihre Organe gespendet werden können. Es gibt nach Schätzungen der renommierten Nichtregierungsorganisation Duihua derzeit in China jährlich ca. 4 000 Hinrichtungen. Der Handel mit menschlichen Organen ist in China erst in den 90er-Jahren gesetzlich verboten worden, um Missbrauch zu verhindern. Es gibt jedoch Anzeichen dafür, dass es diesen in erheblichem Umfang gegeben hat und teilweise auch weiterhin gibt, auch mit dem Ausland. Die chinesische Regierung hat nach eigenen Angaben entsprechende Kontrollmaßnahmen 2005 und 2009 noch einmal deutlich verschärft, um vor allem den illegalen Organhandel mit ausländischen Kunden einzudämmen. Auf die Antwort zu Ihrer Frage 16 wird verwiesen.

16. Abgeordneter Wolfgang Wieland (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

In welcher Weise hat die Bundesregierung die Problematik des Organraubs gegenüber chinesischen Regierungsstellen thematisiert, und welche multilateralen Anstrengungen unternimmt sie, um diese Praxis einzudämmen?

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Drucksache 17/14062

Antwort des Staatsministers Michael Link vom 19. Juni 2013 Die Notwendigkeit, den internationalen Druck bei diesem hochsensiblen Thema aufrechtzuerhalten, ist allen Beteiligten bewusst. Die Bundesregierung hat die chinesische Regierung mehrfach auf das Erfordernis von mehr Transparenz hingewiesen und in diesem Zusammenhang permanenten Zugang für internationale Beobachter, zum Beispiel des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, zu Haftanstalten und Umerziehungslagern gefordert. Dies wird die Bundesregierung auch weiterhin mit Nachdruck tun.

Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern

17. Abgeordnete Viola von CramonTaubadel (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

Welche mehrsprachigen Angebote der politischen Bildung für in der Bundesrepublik Deutschland wohnende Menschen mit Migrationshintergrund macht oder unterstützt die Bundesregierung durch die Bundeszentrale für politische Bildung, oder gilt die Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs beim Bundesminister des Innern, Dr. Ole Schröder, bezüglich der Nichtfortführung von mehrsprachigen Wahlfibeln für die Bundestagswahl 2013 auf meine Schriftliche Frage 8 auf Bundestagsdrucksache 17/13629 auch für weitere Bereiche bzw. das komplette Angebot der Bundeszentrale für politische Bildung?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Ole Schröder vom 20. Juni 2013 Derzeit hat die Bundeszentrale für politische Bildung zwei zweisprachige (deutsch und englisch) Publikationen über die Berliner Mauer und den Holocaust im Angebot. In den beiden Publikationsreihen APuZ („Aus Politik und Zeitgeschichte“) und Schriftenreihe erscheinen gelegentlich Ausgaben mit deutschen und englischen Texten, gelegentlich auch Publikationen auf Englisch. Die täglich erscheinende Presseschau „eurotopics“ ist in den Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch erhältlich. Sie bezieht sich auf tagesaktuelle Publikationen aus 27 EU-Ländern sowie aus Kroatien, der Türkei und der Schweiz. Die Kinderseite www. Hanisauland.de wird in einer deutschen und einer englischen Version angeboten.

Drucksache 17/14062

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Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode

Speziell für Migranten hielt die Bundeszentrale für politische Bildung seit 2002 zweisprachige Fassungen des Grundgesetzes (deutsch und türkisch sowie deutsch und russisch) bereit, diese Ausgaben sind zur Zeit vergriffen, eine Neuauflage ist in Vorbereitung.

18. Abgeordneter Wolfgang Gunkel (SPD)

Wie ist der Verhandlungsstand beim deutschpolnischen Polizeikooperationsvertrag, und wann soll der Vertrag abgeschlossen werden?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Ole Schröder vom 10. Juni 2013 Die Verhandlungen zu einem neuen, fortentwickelten deutsch-polnischen Polizeikooperationsvertrag haben im Oktober 2011 begonnen. Das bestehende deutsch-polnische „Abkommen über die Zusammenarbeit der Polizeibehörden und der Grenzschutzbehörden in den Grenzgebieten“ vom 26. Juni 2003 stammt noch aus der Zeit vor der EU-Mitgliedschaft Polens und soll daher an die zwischenzeitlichen europäischen Entwicklungen angepasst werden. Aufgrund erheblicher Unterschiede zwischen Deutschland und Polen in rechtlicher, regelungstechnischer und aufbauorganisatorischer Hinsicht sind die Verhandlungen komplex und zeitaufwändig. Der Abschluss der Verhandlungen wird für Ende 2013 angestrebt.

19. Abgeordneter Wolfgang Gunkel (SPD)

Werden die Stellen der Bundespolizeilichen Unterstützungskräfte (BUK) in der Zentralen Bearbeitungsstelle für Fahrgelddelikte in Frankfurt (Oder), die mit kw-Vermerken wegfallen, nachbesetzt, und wenn ja, wie?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Ole Schröder vom 10. Juni 2013 Im Ergebnis einer Organisationsuntersuchung im Bereich Fahrgelddelikte wurde zur Entlastung der Ermittlungsdienste der Bundespolizeiinspektionen die Einrichtung Zentraler Bearbeitungsstellen Fahrgelddelikte vorgesehen. Hintergrund ist der erhebliche Anstieg an Strafanträgen seit der Einführung einer Elektronischen Antragsübermittlung seitens der Deutschen Bahn AG. In diesen Bearbeitungsstellen sollen Polizeivollzugsbeamte (PVB), Tarifbeschäftigte und BUK tätig werden. Die Aufgabenwahrnehmung erfolgt seit 2010 zunächst funktional. Zur Einrichtung der Dienstposten erfolgt derzeit eine Abstimmung zwischen dem Bundespolizeipräsidium und den jeweiligen Bundespolizeidirektionen. Seit 1993 werden BUK an den ehemaligen Außengrenzen zu Polen und der Tschechischen Republik zur Unterstützung der PVB bei der grenzpolizeilichen Aufgabenwahrnehmung eingesetzt. Dafür wurden

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Dienstposten und Haushaltsstellen mit kw-Vermerken eingerichtet bzw. im Haushaltsplan etatisiert. Gemäß § 47 der Bundeshaushaltsordnung erfolgt mit Freiwerden der Haushaltsstelle und damit auch des Dienstpostens deren ersatzlose Streichung. Eine erforderliche Nachbesetzung frei werdender Dienstposten aufgrund des Ausscheidens des bisherigen Stelleninhabers (BUK) kann somit nur mit anderen BUK erfolgen.

20. Abgeordneter Wolfgang Gunkel (SPD)

Wann ist mit einer Rückkehr der Bundespolizistinnen und Bundespolizisten aus den Fremdverwendungen in die Grenzinspektionen an der polnischen Grenze, speziell in die Außenstellen der Kriminalitätsbekämpfung, zu rechnen?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Ole Schröder vom 10. Juni 2013 Die Verwendung von PVB erfolgt grundsätzlich auf dem originären Dienstposten ihrer Stammdienststelle. Anlassbezogen, in der Regel einsatz- und lagebedingt, entscheiden die Bundespolizeidirektionen über temporäre Verwendungen von PVB innerhalb des Zuständigkeitsbereiches. Dies erfolgt in den in Rede stehenden Bundespolizeidirektionen Bad Bramstedt, Berlin und Pirma für die Bundespolizeiinspektionen an der polnischen Grenze im Rahmen einer einsatztaktischen Gesamtbetrachtung. Anderweitige Verwendungen innerhalb der Bundespolizei, Auslandsverwendungen sowie Verwendungen außerhalb des Geschäftsbereiches der Bundespolizei sind vielfältig. Sie reichen von temporären Unterstützungsmaßnahmen zur Erfüllung des eigenen gesetzlichen Aufgabenspektrums der Bundespolizei, z. B. in Schwerpunktbereichen, bis zur Unterstützung anderer Bedarfsträger. Über diese Unterstützungsmaßnahmen wird innerhalb der Bundespolizei grundsätzlich restriktiv entschieden. Mit Wegfall der dienstlichen Gründe für diese Verwendungen werden bestehende Abordnungen zügig beendet. Das Benennen einer Zeitschiene für die Beendigung dieser Verwendungen von PVB aus den Bundespolizeiinspektionen an der polnischen Grenze sowie der Kriminalitätsbekämpfung ist aufgrund der Aufgabenvielfalt sowie der unterschiedlichen zeitlichen Begrenzungen nicht sachgerecht darstellbar.

21. Abgeordneter Michael Hartmann (Wackernheim) (SPD)

Ist die Bundesregierung der Auffassung, dass das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 20. Februar 2013 (A 6 2.12) dazu zwingt, den verfassungsrechtlichen Auskunftsanspruch der Presse aus Artikel 5 Absatz 1 des Grundgesetzes auf das Niveau desjenigen „Minimalstandards“ zu begrenzen, den auch der Gesetzge-

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ber nicht unterschreiten dürfe, und vertritt die Bundesregierung die Auffassung, dass die in den Landespressegesetzen aufgeführten Versagungsgründe nur als beispielhaft und damit nicht als abschließend anzusehen sind? Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Ole Schröder vom 19. Juni 2013 Das Bundesverwaltungsgericht hat in seiner Entscheidung unter bestimmten Voraussetzungen einen verfassungsunmittelbaren Auskunftsanspruch aus Artikel 5 Absatz 1 Satz 2 des Grundgesetzes für Pressevertreter gegenüber Bundesbehörden anerkannt. Dieser Anspruch ist nach den Urteilsgründen begrenzt durch berechtigte schutzwürdige Interessen Privater oder öffentlicher Stellen an der Vertraulichkeit von Informationen, wie sie in den Landespressegesetzen beispielhaft aufgeführt sind. Nach Auffassung der Bundesregierung unterscheidet sich damit die Rechtslage nicht signifikant von der Rechtslage, die gälte, wenn die Landespressegesetze direkt anwendbar wären. An der bisher bestehenden pressefreundlichen Auskunftspraxis der Bundesbehörden wird sich auch nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts nichts ändern, da sich die Bundesbehörden schon bisher an den Pressegesetzen der Länder orientiert haben. Im Übrigen ist die Bundesregierung nicht zur Auslegung von Landesrecht berufen.

22. Abgeordneter Thomas Jarzombek (CDU/CSU)

Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung bezüglich des Überwachungsprogramms Prism der US-Regierung, welches sich offensichtlich explizit an Nicht-US-Bürger und Bürger ohne Wohnsitz in den USA richtet?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Ole Schröder vom 18. Juni 2013 Keine. Die Bundesregierung hat die US-Regierung sowie die betroffenen Internetdienstleister, soweit sie einen Geschäftssitz in Deutschland haben, um umfassende Aufklärung darüber gebeten, in welchem Umfang welche Daten von Telefon- und Internetnutzerinnen und -nutzern in Deutschland aufgrund welcher Rechtsgrundlagen durch US-Sicherheitsbehörden erhoben und genutzt worden sind. Sie wird sich dafür einsetzen, dass das Fernmelde- und Kommunikationsgeheimnis dieser Nutzer gewahrt wird. Antworten liegen der Bundesregierung noch nicht vor.

23. Abgeordneter Thomas Jarzombek (CDU/CSU)

Wie bewertet die Bundesregierung im Zusammenhang mit dem Überwachungsprogramm Prism die Befugnisse für US-Behörden u. a. nach dem Patriot Act, wenn diese einen Zugriff auf personenbezogene Daten auch ohne

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richterliche Genehmigung ermöglichen und diese Zugriffe nicht in Einzelfällen, sondern systematisch erfolgen? Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Ole Schröder vom 18. Juni 2013 Die Vereinigten Staaten von Amerika sind ein demokratisch legitimierter Staat, dessen Rechtssystem die Bundesregierung nicht bewertet.

24. Abgeordneter Memet Kilic (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

In welchem Bundesland wurde der Verurteilte/ Tatverdächtige des Sivas-Massakers eingebürgert (siehe Antwort auf meine Mündliche Frage 46, Plenarprotokoll 17/242, Anlage 34), und welche Staatsangehörigkeiten außer der deutschen besitzt diese Person noch?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Ole Schröder vom 17. Juni 2013 Im Hinblick auf Persönlichkeitsrechte der betreffenden Person muss sich die Antwort der Bundesregierung auf den Hinweis beschränken, dass sie nur die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt. Dies ist deshalb angezeigt, weil den Informationsansprüchen des Parlaments Grundrechte Dritter (nämlich Grundrechte auf Privatsphäre oder informationelle Selbstbestimmung) entgegenstehen, die bei einer Bekanntgabe durch die Bundesregierung verletzt würden (BVerfGE 124, 78 [125]). Auch durch alternative Informationsübermittlung, wie z. B. eine eingestufte Antwort, ist eine solche Grundrechtsverletzung nicht auszuschließen. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass allein die Übereinstimmung von Name, Vorname und Geburtsdatum der eingebürgerten Person mit einer Person, der nach Erkenntnissen der Behörden eine Beteiligung am Brandanschlag von Sivas vorgeworfen wird, nicht ausreicht, um hier mit hinreichender Sicherheit von einer Personenidentität ausgehen zu können.

25. Abgeordneter Lars Klingbeil (SPD)

Waren der Bundesregierung das Ausmaß der Kommunikationsüberwachung im Bereich der Telekommunikation und auf allen Plattformen wie Google oder Facebook in den Vereinigten Staaten und auch die Tatsache, dass die Sicherheitsbehörden einen direkten Zugriff auf die Server der Unternehmen haben, bekannt?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Ole Schröder vom 17. Juni 2013 Nein.

Drucksache 17/14062 26. Abgeordneter Lars Klingbeil (SPD)

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Was hat die Bundesregierung unternommen, bzw. was wird die Bundesregierung auf nationaler und auf internationaler Ebene (z. B. in Europa) unternehmen, um das Fernmeldeund Kommunikationsgeheimnis der deutschen Bürger und der Nutzerinnen und Nutzer dieser Plattformen zu wahren?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Ole Schröder vom 17. Juni 2013 Die Bundesregierung hat die US-Regierung um vollständige Aufklärung gebeten, in welchem Umfang welche Daten von Telefon- und Internetnutzerinnen und -nutzern in Deutschland aufgrund welcher Rechtsgrundlagen durch US-Sicherheitsbehörden erhoben und genutzt worden sind. Sie wird sich auf allen Ebenen dafür einsetzen, dass das Fernmelde- und Kommunikationsgeheimnis dieser Nutzer gewahrt wird.

27. Abgeordnete Kirsten Lühmann (SPD)

Warum ermöglicht die Bundesregierung nicht, dass auf dem neuen Personalausweis der Rufname kenntlich gemacht wird, so wie es beim alten Personalausweis möglich war, um dadurch zu verhindern, dass Bürger und Bürgerinnen, deren Rufname nicht ihr erster Vorname ist, z. T. erhebliche Komplikationen und Einschränkungen im alltäglichen Verwaltungsverkehr sowie bei hoheitlichen Identitätskontrollen hinnehmen müssen, obwohl es keine internationalen Rechtsverpflichtungen gibt, die dagegensprechen?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Ole Schröder vom 17. Juni 2013 Aus rechtlicher Sicht gibt es keinen sog. Rufnamen mehr, da es nach Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH-Beschluss vom 15. April 1959 – IV ZB 286/58) dem Namensträger freisteht, zwischen seinen standesamtlich eingetragenen Namen zu wählen. Er kann also jederzeit seinen gebräuchlichen Vornamen ändern. Demzufolge erfolgt bereits seit 1960 in den Geburtsurkunden keine Kennzeichnung mehr. Lediglich in der ehemaligen DDR wurden Rufnamen bis zur Wiedervereinigung in den Geburtsurkunden und Personalausweisen unterstrichen. Auch im Personalausweisrecht wurde schon vor Einführung des neuen Personalausweises zum 1. November 2010 auf eine Kennzeichnung des sog. Rufnamens im Datenfeld „Vornamen“ verzichtet. Bis zum 1. November 2010 war es jedoch üblich, dass im maschinenlesbaren Teil von Personalausweisen und Pässen lediglich ein Vorname eingetragen wurde. In der Regel wurde sodann – bei mehreren

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Vornamen – der erste Vorname oder aber auf Wunsch der antragstellenden Person ein von ihr bestimmter Vorname, also ggf. der gebräuchliche Vorname, eingetragen. Diese Praxis wurde aus mehreren Gründen aufgegeben: a) Die maschinenlesbare Zone ist nicht für den privaten Rechts- und Geschäftsverkehr und auch nicht für eine Identifizierung gegenüber Behörden im üblichen Verwaltungsverkehr vorgesehen. Vielmehr ist dieser Teil ausschließlich dem automatisierten Abruf der Pass- und Personalausweisdaten im Grenzverkehr vorbehalten. Daher soll dieser Dokumententeil soweit wie möglich die Eintragungen der Namensbestandteile der entsprechenden Datenfelder widerspiegeln, da hierdurch die zweifelsfreie Identifizierung erleichtert wird. b) Mit der veränderten Praxis wird eine Empfehlung der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO (einer Sonderorganisation der Vereinten Nationen) zur Ausstellung maschinenlesbarer Dokumente umgesetzt. c) Die Kennzeichnung eines sog. Rufnamens ist, wenn auch technisch möglich, nicht erforderlich. Aufgrund der vom BGH eingeräumten Freiheit zur Auswahl eines von mehreren Vornamen hat der Ausweisinhaber jederzeit die Möglichkeit, seinen Rufnamen zu ändern. Eine Markierung eines bestimmten Vornamens als sog. Rufnamen wäre mithin nur bedingt aussagekräftig bzw. würde ggf. die eindeutige Identifizierung einer Person zumindest erschweren, evtl. sogar verhindern. Zur Erleichterung behördlicher Kontrollen ist es daher erforderlich, dass sämtliche Namen ohne Kennzeichnung oder Änderung im Dokument eingetragen sind.

28. Abgeordneter Hans-Christian Ströbele (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

Inwieweit haben sich am 1. Juni 2013 in Frankfurt am Main an den Polizeiübergriffen gegen die Blockupy-Demonstration auch Bundespolizisten beteiligt, insbesondere an- und abreisende Demonstrantinnen und Demonstranten schon an Bahnhöfen der Deutschen Bahn AG – entgegen der Verfassungsvorgabe, BVerfGE 69, 315 Brokdorf – einschüchternd empfangen sowie mit einschließenden Ketten begleitet und sogleich an der Demonstrationsteilnahme – auf der vom Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel am 29. Mai 2013 explizit genehmigten Route entlang der Europäischen Zentralbank – gehindert, wie die Polizei laut Insidern zwecks Personalienvergleichen bereits zuvor geplant habe (BILD.de, 3. Juni 2013), indem sie unter Vorwänden über 900 Demonstrantinnen und Demonstranten bis zu zehn Stunden bzw. kurz vor Mitternacht ohne Wasser und Lebensmittel einkesselten,

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hernach deren Personalien kontrollierten, sie videografierten sowie ihnen City-Platzverbot erteilten, und wie wird die Bundesregierung dies sowie die mögliche Beteiligung von Bundespolizisten an den weiteren gewalttätigen Polizeiübergriffen auf Demonstrantinnen und Demonstranten sowie Passantinnen und Passanten aufklären, bei denen laut Sanitätsdienst über 300 Menschen vom Grundschul- bis ins hohe Rentenalter einschließlich Journalisten z. T. schwer verletzt wurden, Polizeiführer des höheren Dienstes Demonstranten vor Zeugen Erschießung androhten, Journalisten schikanös an der Arbeit hinderten, einen Sanitäterbehandlungsplatz vor dem Jüdischen Museum überfielen, mindestens drei Landtags- und Bundestagsabgeordnete abführten sowie letztere der Fälschung ihrer vorgezeigten Abgeordnetenausweise bezichtigten (vgl. FR-online sowie FAZ.NET je 1. und 3. Juni 2013; Tagespresse, 5. Juni 2013)? Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Ole Schröder vom 13. Juni 2013 Für die Bundesregierung ist das Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit nach Artikel 8 des Grundgesetzes (GG) ein wesentliches Fundament der freiheitlichen demokratischen Grundordnung. Unter Berücksichtigung dieses Grundrechtes schützt die Bundespolizei in ihrem Zuständigkeitsbereich anreisende Demonstrationsteilnehmer und Reisende sowie die Bahnanlagen. Die Bundespolizei setzte am 1. Juni 2013 im Rahmen der originären Aufgabenwahrnehmung Polizeivollzugsbeamte lageangepasst am Hauptbahnhof Frankfurt/Main ein. Einzelne oder in kleineren Gruppen anreisende Veranstaltungsteilnehmer wurden durch die Bundespolizei weder „einschüchternd empfangen“ noch „einschließend begleitet“. Nach Ankunft eines verspäteten Sonderzuges im Hauptbahnhof Frankfurt/Main hat die Bundespolizei, in Abstimmung mit einem verantwortlichen Veranstaltungsteilnehmer, die ankommenden Personen auf dem kürzesten Weg aus dem Hauptbahnhof begleitet, um diesen eine rechtzeitige Teilnahme am Aufzug zu ermöglichen. Eine weitere Begleitung durch die Bundespolizei fand nicht statt. Zu den polizeilichen Einsatzlagen im Zusammenhang mit Demonstrationen und Versammlungen im Zuständigkeitsbereich des Landes Hessen nimmt die Bundesregierung keine Stellung und bewertet diese auch nicht. Diesbezüglich wird auf die Zuständigkeit des Landes Hessen verwiesen. Die Zusammenarbeit zwischen der Bundespolizei und der Polizei des Landes Hessen erfolgte im Rahmen der jeweiligen gesetzlichen Zuständigkeiten.

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29. Abgeordnete Brigitte Zypries (SPD)

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Ist es denkbar, dass die Überwachung der Nutzer des Internets wie bei „Prism“ auch deutsche Staatsbürger betrifft, die nur innerhalb Deutschlands kommunizieren, und wenn nein, kann die Bundesregierung dies ausschließen?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Ole Schröder vom 17. Juni 2013 Bei der Nutzung der in den Medien im Zusammenhang mit „Prism“ genannten Dienste sendet der Nutzer seine Daten an die entsprechenden Dienste-Server, die in der Regel im Ausland installiert sind, überwiegend in den USA. Auf die dort gespeicherten Daten kann der Staat, in dem sich ein solcher Server befindet, nach seinem jeweiligen nationalen Recht zugreifen.

30. Abgeordnete Brigitte Zypries (SPD)

Gibt es bei den deutschen Geheimdiensten vergleichbare Abhörmaßnahmen des Internets innerhalb Deutschlands, und wenn ja, bei welchen Diensten?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Ole Schröder vom 17. Juni 2013 Der Bundesregierung liegen zu „Prism“ keine Erkenntnisse vor. Das Bundesamt für Verfassungsschutz, der Militärische Abschirmdienst und der Bundesnachrichtendienst können nach § 3 ff. des Gesetzes zur Beschränkung des Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnisses (Artikel 10-Gesetz – G10) in konkreten Einzelfällen Beschränkungsmaßnahmen durchführen. Darüber hinaus sind sie berechtigt, nach dem Bundesverfassungsschutzgesetz bzw. nach dem MAD-Gesetz und dem BND-Gesetz Auskunftsersuchen durchzuführen. Gemäß § 5 Artikel G10 hat der Bundesnachrichtendienst zudem die Befugnis zur sog. Strategischen Fernmeldeaufklärung.

Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Finanzen

31. Abgeordnete Sabine BätzingLichtenthäler (SPD)

Die Regierungen welcher Länder haben sich in der Vergangenheit in Verhandlungen im ECOFIN (ECOFIN = Rat für Wirtschaft und Finanzen) und überhaupt auf EU-Ebene gegen eine Systemumkehr bei der Mehrwertsteuer hin zu Reverse Charge eingesetzt?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Hartmut Koschyk vom 13. Juni 2013 Die Einführung eines generellen Reverse-Charge-Verfahrens setzt eine Änderung der Mehrwertsteuersystemrichtlinie voraus. Hierzu

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bedarf es eines Vorschlags der Europäischen Kommission und einer einstimmigen Entscheidung im Rat. Die Bundesregierung hatte sich insbesondere unter deutscher Ratspräsidentschaft 2007 für die Einführung eines generellen Reverse-Charge-Verfahrens eingesetzt. Aufgrund massiver politischer Vorbehalte einer Reihe von Mitgliedstaaten war dies nicht durchsetzbar. In den Diskussionen haben sich insbesondere die folgenden Mitgliedstaaten gegen die Einführung eines generellen Reverse-Charge-Verfahrens ausgesprochen: Belgien, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Malta, Portugal, Spanien, Tschechien und Ungarn.

32. Abgeordneter Gerd Bollmann (SPD)

Wie steht die Bundesregierung zu dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz für Dienstleistungen in den Bereichen Straßenreinigung, Müllabfuhr und Abfallbehandlung, und wird sie sich im Rahmen der öffentlichen Anhörung der Europäischen Kommission dazu äußern?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Hartmut Koschyk vom 13. Juni 2013 Nach derzeitiger Rechtslage unterliegen Leistungen in den genannten Bereichen nicht der Umsatzsteuer, sofern sie von der öffentlichen Hand gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern erbracht werden. Eine Umsatzbesteuerung würde eine Änderung der öffentlich-rechtlichen Abfallvorschriften voraussetzen. Die Bundesregierung plant derzeit keine derartigen Maßnahmen. Sollte die Europäische Kommission einen Richtlinienvorschlag zu den ermäßigten Mehrwertsteuersätzen vorlegen, wird sich die Bundesregierung hierzu im Rat äußern.

33. Abgeordneter Klaus Ernst (DIE LINKE.)

Gab es Beratungsaufträge oder eine Zusammenarbeit durch bzw. zwischen der Bundesregierung, nachgelagerten Behörden und Einrichtungen mit der Bank „Gruppo Banca Leonardo S.p.A.“ und der „Investmentbank Drueker & Co. GmbH & Co. KG“ im Zeitraum 1998 bis 2012 (bitte aufschlüsseln nach Zweck der Aufträge bzw. Zusammenarbeit sowie Auftragshöhe)?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Steffen Kampeter vom 17. Juni 2013 Die Investmentbank Drueker & Co. GmbH & Co. KG, Bockenheimer Landstraße 98–100, D-60323 Frankfurt a. M. wurde nach Durchführung eines EU-weiten Vergabeverfahrens im Jahr 2003 als Transaktionsberater für die Vorbereitung und Durchführung der Veräußerung des Bundesanteils an der Bundesanzeiger Verlag GmbH beauftragt.

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Die Auftragsvergabe wurde von Seiten des Bundesministeriums der Justiz als Beteiligungsführer durchgeführt und entspricht den vergaberechtlichen Anforderungen und den Wirtschaftlichkeitsgrundsätzen der Bundeshaushaltsordnung. Da die Erlöse aus dem Privatisierungsprojekt im Einzelplan 60 vereinnahmt wurden, hat das Bundesministerium der Finanzen mitgewirkt und die Kosten des Transaktionsberaters aus seinem Einzelplan 08 sowie aus dem Einzelplan 60 finanziert. Darüber hinaus erfolgten keine weiteren Aufträge oder Zusammenarbeiten. Diese Auskunft ist – mit einem vorsorglichen Vorbehalt wegen der Kürze der für die Antwort zur Verfügung stehenden Zeit und des Umfangs der zu beteiligenden Stellen – das Ergebnis einer Abfrage aller Bundesressorts einschließlich der jeweiligen Geschäftsbereiche. Der Gesetzgeber hat aber die unbefugte Offenlegung von Honoraren als Betriebs- oder Geschäftsgeheimnisse mit § 203 Absatz 2 Nummer 1 des Strafgesetzbuchs (StGB) für Amtsträger unter Strafe gestellt. Solche Betriebs- oder Geschäftsgeheimnisse sind auch grundrechtlich geschützt nach Artikel 12 Absatz 1 und Artikel 14 Absatz 1 GG. Eine mögliche Einwilligung des beauftragten Unternehmens zu einer offenen Bekanntgabe der Honorare konnte in der Kürze der Zeit nicht eingeholt werden. Vor diesem Hintergrund kann die Bundesregierung nach sorgfältiger Abwägung des Informationsinteresses der Abgeordneten einerseits und der angesprochenen Geheimschutzinteressen andererseits einzelne Honorare nur mit Einstufung als VS-Vertraulich mitteilen. Das Bundesministerium der Finanzen wird die Angaben zu den jeweiligen Honoraren mit gesondertem Schreiben der Geheimschutzstelle des Deutschen Bundestages übermitteln. Es besteht dann die Möglichkeit, die entsprechende Anlage dort einzusehen.

34. Abgeordneter Klaus Ernst (DIE LINKE.)

Hat die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) zwischen November 2005 und September 2008 Geschäftsbeziehungen zum Unternehmen Deutsche Annington Immobilien SE unterhalten (bitte nach Art der Geschäftsbeziehung, gegebenenfalls verkauften Wohneinheiten und der dafür erzielten Summe aufschlüsseln)?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Steffen Kampeter vom 19. Juni 2013 1. Im Bereich Vertragsmanagement der Kaufverträge Die Deutsche Annington Immobilien SE (bzw. die Deutschbau als deren Rechtsvorgängerin) hat in sieben Fällen so genannte Zweiterwerberkaufverträge mit Käufern der BImA abgeschlossen und da-

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bei die kaufvertraglichen Verpflichtungen des Ersterwerbers gegenüber der BImA übernommen (z. B. Nachzahlungsverpflichtungen bei Änderung des Planungsrechtes) bzw. ist – neben dem Ersterwerber – in diese Verpflichtungen als weiterer Schuldner eingetreten (Gesamtschuld). 2. Im Bereich Einräumung von Belegungsrechten (Wohnungsfürsorge des Bundes) Zur Unterbringung seiner Bediensteten beschafft der Bund insbesondere Belegungsrechte bei Mietwohnungen, um die Funktionsfähigkeit dienstlicher Einrichtungen sicherzustellen und Trennungsgeld einzusparen. Für die Einräumung von Belegungsrechten für den Bund wurden auch mit der Deutschen Annington Immobilien SE Vereinbarungen geschlossen, deren Laufzeiten in den betreffenden Zeitraum fallen. 3. Im Bereich Liegenschaftsservice für die ausländischen Streitkräfte Die BImA hat zudem zur Erfüllung ihrer Aufgaben im Liegenschaftsservice für die ausländischen Streitkräfte bei der Deutschen Annington Immobilien SE insgesamt 186 Wohnungen für Angehörige der ausländischen Streitkräfte angemietet.

35. Abgeordneter Klaus Ernst (DIE LINKE.)

Hält die Bundesregierung die Tatsachen, dass der Firmensitz der Karstadt Holding Ltd. in der Steueroase British Virgin Islands liegt sowie der Karstadt-Eigentümer, Nicolas Berggruen, Holding Gesellschaften in den Niederlanden unterhält, für ein Indiz, dass diese Firmenstrukturen zu gezielter Steuergestaltung betrieben werden, und welche Maßnahmen plant die Bundesregierung, um gegen diese Art der aggressiven Steuergestaltung vorzugehen (vgl. www.secinfo.com/d14DSa.p25j.htm)?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Hartmut Koschyk vom 20. Juni 2013 Nach dem Grundgesetz (Artikel 108 GG) sind die Landesfinanzbehörden für die Durchführung der Besteuerung und damit für die Beurteilung von Einzelfällen zuständig. Zu einzelnen Steuerfällen äußert sich die Bundesregierung nicht. Auf internationaler Ebene werden derzeit im Bereich des OECDProjekts über Gewinnkürzungen und Gewinnverlagerungen (Base Erosion and Profit Shifting, BEPS) einheitliche Maßnahmen zur Verhinderung aggressiver Steuerplanung erörtert. Es ist daher zu erwarten, dass es für solche Fälle in Zukunft international abgestimmte Standards geben wird.

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36. Abgeordnete Dr. Barbara Hendricks (SPD)

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Wird die Bundesregierung im Rahmen des G8-Gipfels das Bestreben Großbritanniens unterstützen, die wirtschaftlich Berechtigten von Unternehmen in einem Register zu erfassen?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Hartmut Koschyk vom 14. Juni 2013 Beim bevorstehenden G8-Gipfel im Juni 2013 wird sich die Bundesregierung dafür einsetzen, dass klare Signale für mehr Transparenz bei komplexen juristischen Strukturen gesetzt werden, um das Verschleiern von illegalem Vermögen effektiv zu bekämpfen. Dazu will die Bundesregierung den zeitnahen Zugriff auf Informationen zu den wirtschaftlich Berechtigten im praktischen Vollzug verbessern, d. h. denjenigen, die faktisch über das Vermögen verfügen können und hinter den zwischengeschalteten Strukturen mit Strohmanncharakter stehen. Dabei kommt es primär darauf an, dass ein funktionierender Mechanismus existiert, der das sofortige Abrufen dieser Information durch Aufsichts- und Ermittlungsbehörden ermöglicht. Eine verbesserte Abklärung des wirtschaftlich Berechtigten von Unternehmen ist notwendig, um sicherzustellen, dass die natürliche Person, die ein Unternehmen tatsächlich kontrolliert, wirksam für Aufsichts- und Ermittlungsbehörden vom Verpflichteten erfasst wird. Die Generierung und Bündelung von Informationen zum wirtschaftlich Berechtigten ist auf unterschiedlichste Art möglich. Auch die britische Präsidentschaft vertritt keine „One-size-fits-all“-Lösung.

37. Abgeordnete Dr. Barbara Hendricks (SPD)

Wenn ja, wie steht die Bundesregierung zu Forderungen, das Register um Stiftungen, Fonds und Trusts zu erweitern?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Hartmut Koschyk vom 14. Juni 2013 Ebenso wie bei Gesellschaften bedarf es bei Trusts, Stiftungen und vergleichbaren Rechtskonstrukten Maßnahmen, die gewährleisten, dass relevante Informationen etwa über die Identität von sog. Settlor, Trustee(s) und Beneficiaries sowie generell die wirtschaftlich Berechtigten verfügbar sind. Zur Ermittlung der natürlichen Personen, welche die tatsächliche Kontrolle ausüben, erscheint erfahrungsgemäß die Abklärung im Rahmen von Geschäftsbeziehungen und Transaktionen – gestützt auf angemessene Sorgfaltspflichten durch die verpflichteten Vertragspartner in Deutschland – als besonders geeignet.

38. Abgeordnete Dr. Barbara Hendricks (SPD)

Wenn ja, stimmt die Bundesregierung mit der britischen G8-Präsidentschaft überein, dass dieses Register öffentlich sein sollte?

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Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Hartmut Koschyk vom 14. Juni 2013 Die Bundesregierung teilt die Bedenken anderer G8-Staaten, welche im Hinblick auf datenschutzrechtliche Vorgaben und Grundsätze dagegen erhoben werden, Angaben zu den wirtschaftlich Berechtigten öffentlich zugänglich zu machen.

39. Abgeordnete Dr. Barbara Hendricks (SPD)

Wenn nein, welche Schritte wird die Bundesregierung konkret unternehmen, um Scheinfirmen zu bekämpfen und somit krimineller Geldwäsche, Korruption und Steuerhinterziehung entgegenzuwirken?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Hartmut Koschyk vom 14. Juni 2013 Auf die Antwort zu Frage 36 wird verwiesen.

40. Abgeordneter Franz Müntefering (SPD)

Gibt es nach Informationen der Bundesregierung im Bereich Sterbe-/Trauerbegleitung eine katalogisierte Berufsbezeichnung (z. B. „Sterbeamme“), die im Steuerrecht und im Dialog mit den Krankenkassen zu verwenden ist, und wenn nicht, gibt es von Seiten der Bundesregierung Überlegungen, ein solches Berufsbild zu katalogisieren?

41. Abgeordneter Franz Müntefering (SPD)

Ist im Hinblick auf eine selbständige Tätigkeit als Trauerbegleiter/-in aus Sicht der Bundesregierung eine Erfassung aus steuerlicher Sicht als Gewerbetreibende/-r oder Freiberufler/-in anzustreben?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Hartmut Koschyk vom 19. Juni 2013 Das Steuerrecht kennt im Bereich der Sterbe-/Trauerbegleitung bislang keine besonderen Berufsbezeichnungen. Ob ein Trauerbegleiter/eine Trauerbegleiterin die Voraussetzungen für die Annahme eines einem Katalogberuf i. S. v. § 18 Absatz 2 Nummer 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) ähnlichen Berufs erfüllt und damit Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit erzielt, ist anhand der Gesamtumstände des jeweiligen Einzelfalls zu prüfen. Ein Beruf ist einem der Katalogberufe ähnlich, wenn er in wesentlichen Punkten mit ihm verglichen werden kann. Dazu gehört die Vergleichbarkeit der Ausbildung und der beruflichen Tätigkeit. Trauerbegleiter/-innen können – abhängig von der Ausgestaltung des jeweiligen Einzelfalls – somit sowohl gewerbliche (§ 15 EStG) als auch freiberufliche (§ 18 Absatz 1 Nummer 1 EStG) Einkünfte erzielen. Soweit Angehörige

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eines Katalogberufs (z. B. Arzt, Heilpraktiker) oder eines einem Katalogberuf ähnlichen Berufs (z. B. Psychotherapeut) im Rahmen ihrer Berufsausübung auch eine Sterbe-/Trauerbegleitung anbieten, sind die Einnahmen hieraus bei den Einkünften aus freiberuflicher Tätigkeit zu erfassen. Es wird daher keine Notwendigkeit gesehen, die Katalogberufe des § 18 Absatz 1 Nummer 1 EStG um den Trauerbegleiter zu erweitern.

42. Abgeordneter Frank Schäffler (FDP)

Wie werden die Schöpfung von (das so genannte Schürfen) bzw. Transaktionen in so genannten Bitcoins (Überlassen von Bitcoins als Gegenleistung einerseits beim Erwerb von Gütern und andererseits auf Bitcoin-Tauschbörsen gegen Euro) steuerlich behandelt, und sieht sich die Bundesregierung in der Lage, die geschuldeten Steuerforderungen vor dem Hintergrund der Anonymität von Transaktionen mit bzw. der Schöpfung von Bitcoins faktisch durchzusetzen?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Hartmut Koschyk vom 20. Juni 2013 Die Nutzung von Bitcoins als Zahlungsmittel hat grundsätzlich keinen Einfluss auf die steuerliche Bewertung der damit vollzogenen Geschäfte oder Transaktionen. Das gilt für direkte und indirekte Steuern gleichermaßen. Wenn die Transaktionen erwerbswirtschaftlich erfolgen und einer der Einkunftsarten des Einkommensteuergesetzes zuzuordnen sind, führen sie zu einkommensteuerpflichtigen Einkünften. Das können Einkünfte aus Gewerbebetrieb (§ 15 EStG) oder Einkünfte aus sonstigen Leistungen (§ 22 Nummer 3 EStG) sein. Mit Bitcoins können aber auch private Veräußerungsgeschäfte nach § 23 Absatz 1 Nummer 2 EStG getätigt werden. In Bezug auf die Durchsetzung von Steueransprüchen aus der Verwendung von Bitcoins sind die Anonymität und Abwicklung der Transaktionen über das Internet kein neuartiges Problem. Der Austausch von Gütern oder Wertpapieren kann auch auf anderem Wege anonym vollzogen werden. Die zunehmende Abwicklung von Geschäften über das Internet hat die Finanzverwaltung im Übrigen frühzeitig erkannt. Das Bundeszentralamt für Steuern wurde deshalb vor geraumer Zeit beauftragt, die Landesfinanzbehörden bei der Umsatzbesteuerung des elektronischen Handels zu unterstützen, indem es das elektronische Dienstleistungsangebot beobachtet (§ 5 Absatz 1 Nummer 17 des Finanzverwaltungsgesetzes).

43. Abgeordneter Swen Schulz (Spandau) (SPD)

Inwieweit sind nach Vorlage der Ergebnisse des aktuellen Zensus zu den Bevölkerungszahlen Neuberechnungen des Finanzausgleichs für das Jahr 2013 und frühere Jahre verbindlich vorgesehen, und wie wirkt sich das auf die Einnahmen und Ausgaben des Bundes und die einzelnen Bundesländer aus?

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Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Hartmut Koschyk vom 12. Juni 2013 Für das Ausgleichsjahr 2013 werden der endgültigen Abrechnung des Finanzausgleichs die Einwohnerzahlen der Länder zugrunde gelegt, die das Statistische Bundesamt zum 30. Juni 2013 festgestellt hat. Bei diesen handelt es sich um Fortschreibungszahlen auf der Grundlage des Zensus 2011. Die noch ausstehenden Zwischenabrechnungen für das Ausgleichsjahr 2013 werden auf die neue Einwohnerbasis umgestellt. Für die Ausgleichsjahre 2011 und 2012 wurde der Finanzausgleich bisher vorläufig abgerechnet. Die Länder hatten sich im vergangenen Jahr darauf verständigt, für die Ausgleichsjahre 2011 und 2012 die neuen Einwohnerzahlen stufenweise in den Finanzausgleich einzubeziehen. Eine entsprechende Regelung war bereits bei der Volkszählung 1987 zum Tragen gekommen. Damit soll der Übergang auf die neuen Bevölkerungszahlen im Haushaltsvollzug der Länder erleichtert werden. Der Bund hatte diesem Vorschlag zugestimmt. Die hierfür erforderliche Änderung des Finanzausgleichsgesetzes befindet sich noch im Gesetzgebungsverfahren. Darüber hinaus sind weitere für die endgültigen Berechnungen der Jahre 2011 und 2012 erforderliche Daten noch nicht verfügbar. Deshalb können die Finanzausgleichswirkungen der neuen Bevölkerungszahlen derzeit lediglich über Modellrechnungen abgeschätzt werden. Für jedes Ausgleichsjahr erfolgt die endgültige Abrechnung des Finanzausgleichs jeweils über Rechtsverordnung des Bundesministeriums der Finanzen mit Zustimmung des Bundesrates. Unterschiedsbeträge zwischen den vorläufig gezahlten und den endgültig festgestellten Ausgleichszahlungen sind mit dem Inkrafttreten der jeweiligen Rechtsverordnung fällig.

44. Abgeordneter Johannes Singhammer (CDU/CSU)

Vor dem Hintergrund der aktuell in den Medien genannten Zahlen zum Securities Markets Programme (SMP) der Europäischen Zentralbank (EZB) frage ich die Bundesregierung, welche Hintergründe ihr bekannt sind, warum im Rahmen des SMP-Programms allein so viele italienische Staatsanleihen aufgekauft wurden wie in Summe zusammen spanische, griechische, portugiesische und irländische Staatsanleihen, insbesondere in welchem zeitlichen/ mengenmäßigen Verlauf diese italienischen Anleihen von der EZB gekauft wurden?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Steffen Kampeter vom 18. Juni 2013 Die Entscheidungen im Zusammenhang mit dem SMP der EZB liegen bzw. lagen in der alleinigen Verantwortung der entsprechenden Organe des Eurosystems, insbesondere des EZB-Rates und des EZBDirektoriums. Die Bundesregierung war nicht in die Entscheidungsfindung involviert. In Bezug auf Italien ist darauf hinzuweisen, dass das Gesamtvolumen aller ausstehenden italienischen Staatsanleihen

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erheblich größer ist als das entsprechende Volumen der spanischen, irischen, portugiesischen bzw. griechischen Staatstitel und die Anleihekäufe der EZB jeweils in Relation zur Größe des jeweiligen Gesamtmarktes gesehen werden sollten. Über den zeitlichen Verlauf der Anleihekäufe einzelner Staaten liegen keine näheren Informationen vor. Die EZB veröffentlicht auf ihrer Website regelmäßig (wöchentlich) das ausstehende Gesamtvolumen der SMP-Käufe, bereits fällig gewordene Anleihen sind hierin nicht enthalten. Das SMP wurde am 6. September 2012 eingestellt. Die SMP-Bestände des Eurosystems zum Jahresultimo 2012 inklusive einer Länderaufteilung wurden von der EZB im Februar dieses Jahres per Pressemitteilung veröffentlicht, die auf der Website der EZB abrufbar ist.

45. Abgeordneter Johannes Singhammer (CDU/CSU)

Nachdem in Medienberichten (z. B. DER SPIEGEL, Nr. 24/2013) der im Rahmen des SMP-Programms aufgekaufte Buchwert italienischer Staatsanleihen zum 31. Dezember 2012 rund 99 Mrd. Euro betragen haben soll, frage ich die Bundesregierung, ob ihr bekannt ist, zu welchem Marktkurs die italienischen Staatsanleihen seinerzeit gekauft wurden und in welcher Höhe aktuell eine Differenz zwischen Marktkurs und Buchwert mit evtl. finanziellen Verlusten für die EZB entstehen könnte?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Steffen Kampeter vom 18. Juni 2013 Über den Marktkurs, zu dem italienische Staatsanleihen vom Eurosystem im Rahmen des SMP angekauft wurden, liegen der Bundesregierung keine näheren Informationen vor. Dementsprechend können keine Aussagen zu einer möglichen Differenz zwischen Marktkurs und Buchwert bzw. zu sich hieraus ergebenden potenziellen Gewinnen oder Verlusten getroffen werden.

Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie

46. Abgeordneter Jan van Aken (DIE LINKE.)

Hat die Bundesregierung Reexportgenehmigungen für Kriegswaffen und sonstige Rüstungsgüter an Frankreich (F) und Großbritannien (GB) seit dem 1. Januar 2013 erteilt, und wenn ja, welche (bitte nach GB und F unter Angabe von Datum des Antrags/der Genehmigung, Rüstungsgut, Stückzahl, Empfängerland aufschlüsseln)?

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Antwort der Staatssekretärin Anne Ruth Herkes vom 18. Juni 2013 Die Bundesregierung hat in 2013 bisher keine Reexportgenehmigungen für Kriegswaffen an Frankreich oder Großbritannien erteilt. Für sonstige Rüstungsgüter erteilt die Bundesregierung seit dem 1. Januar 2013 bis 31. Mai 2013 insgesamt 8 Reexportgenehmigungen an Frankreich und Großbritannien. 4 Reexportgenehmigungen für Frankreich – 5 Stück Teile für Hubschraubertriebwerke nach Brasilien, Genehmigung vom 20. März 2013, – 10 Stück Schleifringübertrager nach Indien, Genehmigung vom 8. April 2013, – 4 Stück Schleifringübertrager nach Singapur, Genehmigung vom 29. April 2013, – 2 Stück Schleifringübertrager nach Chile, Genehmigung vom 27. Mai 2013; 4 Reexportgenehmigungen für Großbritannien – 2 Stück hydraulische Kolbenpumpen nach Oman, Genehmigung vom 9. Januar 2013, – 12 Stück hydraulische Kolbenpumpen nach Algerien, Genehmigung vom 25. April 2013, – 4 Stück faseroptische Schleifringe nach Israel, Genehmigung vom 16. Mai 2013, – 1 Stück faseroptischer Schleifring nach Israel, Genehmigung vom 16. Mai 2013.

47. Abgeordnete Viola von CramonTaubadel (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

Welche Informationen liegen der Bundesregierung über eine andauernde Erhebung einer Vorlegalisierungsgebühr der in Berlin ansässigen „Ghorfa – Arab-German Chamber of Commerce and Industry e. V.“ bei Exporten deutscher Unternehmen in Länder der Arabischen Liga vor (inklusive Höhe der Einnahmen und Zahlungen seitens deutscher Staatsunternehmen), und welche Schlussfolgerungen bzw. Konsequenzen zieht sie aus dieser Erhebungspraxis rechtlich und politisch insbesondere auch hinsichtlich des Zusammenhangs der Vorlegalisierungsgebühr mit dem Wirtschaftsboykott gegen Israel (vgl. www.ghorfa.de/ legalisierung.html und DER SPIEGEL, 1/1989, „Wie geschmiert“)?

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Antwort der Staatssekretärin Anne Ruth Herkes vom 20. Juni 2013 Der Bundesregierung ist bekannt, dass einige Mitgliedstaaten der Arabischen Liga die Handelsdokumente deutscher Exporteure zusätzlich zu den von den deutschen Industrie- und Handelskammern ausgestellten Ursprungszertifikaten einer eigenen Prüfung durch ihre Botschaften in Deutschland unterziehen (so genannte Legalisierung) und auf dieser Basis eine Importgenehmigung erteilen. Die Ghorfa nimmt im Auftrag einiger Botschaften eine Vorprüfung vor (sog. Vorlegalisierung) und verlangt dafür Gebühren. Die Höhe des Aufkommens aus diesen Gebühren kann in der Kürze der für Schriftliche Fragen zur Verfügung stehenden Zeit nicht zuverlässig ermittelt werden. Die zusätzliche kostenpflichtige Vorlegalisierung ist ein Handelshemmnis, das die für Handelsfragen innerhalb der Europäischen Union ausschließlich zuständige Europäische Kommission regelmäßig thematisiert, so zum Beispiel im Rahmen der handelspolitischen Überprüfung der Vereinigten Arabischen Emirate im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) am 27. und 29. März 2012. Die Europäische Kommission spricht in diesem Kontext auch für die EUMitgliedstaaten. Deutsche Handelsdokumente dürfen keine Boykotterklärungen in der Form negativer Ursprungserklärungen enthalten. Vertreter verschiedener Bundesministerien sprechen die mit der Vorlegalisierung verbundene Problematik regelmäßig gegenüber den Vertretern der Ghorfa an. Die Staatssekretärin des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie, Anne Ruth Herkes, tat dies zuletzt in einem Gespräch mit dem Präsidenten der Ghorfa, Dr. Thomas Bach, und dem Generalsekretär der Ghorfa, Abdulaziz Al-Mikhlafi, am 12. Juni 2012.

48. Abgeordnete Viola von CramonTaubadel (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

Haben die Bundeskanzlerin oder andere Vertreter der Bundesregierung mit dem GhorfaVorsitzenden Dr. Thomas Bach das Gespräch über die de facto dem wirtschaftlichen Boykott Israels dienende Vorlegalisierungsgebühr der Ghorfa gesucht, bevor die Bundeskanzlerin Anfang Mai 2013 die Kandidatur von Dr. Thomas Bach für den Vorsitz des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) öffentlich begrüßte (siehe „Merkel und Blatter loben Bach für seine Kandidatur“, Hamburger Abendblatt, 9. Mai 2013), oder hat die Bundesregierung vor, ein solches Gespräch in naher Zukunft zu führen?

Antwort der Staatssekretärin Anne Ruth Herkes vom 20. Juni 2013 Die Bewerbung um den Vorsitz des IOC steht aus Sicht der Bundesregierung mit der beschriebenen Praxis der Vorlegalisierung in kei-

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nem sachlichen Zusammenhang. Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 47 verwiesen.

49. Abgeordnete Bärbel Höhn (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

Wie viele Firmen haben ab dem Jahr 2013 eine Befreiung von den Netzentgelten nach § 19 Absatz 2 jeweils nach den Sätzen 1 und 2 der Stromnetzentgeltverordnung gestellt, und haben die Übertragungsnetzbetreiber schon Prognosen für den Nachholeffekt aus der 2012 zu gering berechneten Umlage an die Bundesnetzagentur gemeldet?

Antwort des Staatssekretärs Stefan Kapferer vom 14. Juni 2013 Für den Zeitraum ab 2013 liegen bei der Bundesnetzagentur bisher 41 Anträge nach § 19 Absatz 2 Satz 1 der Stromnetzentgeltverordnung und 14 Anträge nach § 19 Absatz 2 Satz 2 der Stromnetzentgeltverordnung vor. Die bei den Landesregulierungsbehörden vorliegenden Antragszahlen sind dort oder bei den Landesministerien zu erfragen. Anträge für den Zeitraum ab 2013 können noch bis zum 30. September dieses Jahres gestellt werden. Bei der Bundesnetzagentur liegen zum derzeitigen Zeitpunkt keine Erkenntnisse über den genauen Differenzbetrag in der Umlage aus dem Vergleich der Schätzung für 2012 mit den tatsächlich entgangenen Erlösen für das Kalenderjahr 2012 vor. Eine Erhebung der erforderlichen Daten erfolgt erst am 30. Juni dieses Jahres durch den Übertragungsnetzbetreiber.

50. Abgeordneter Oliver Krischer (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

Geht die Bundesregierung infolge der geplanten Änderung von § 12 der Stromnetzentgeltverordnung durch die „Verordnung zur Änderung von Verordnungen auf dem Gebiet des Energiewirtschaftsgesetzes“ von einem signifikanten Anstieg der eingebauten neuen Messeinrichtungen gemäß § 21c Absatz 5 des Energiewirtschaftsgesetzes aus, und falls nicht, welche weiteren Maßnahmen sind geplant (bitte mit Zeitplan und Aufwuchsplan der Bundesregierung nach Verbrauchergruppen aufschlüsseln)?

Antwort des Staatssekretärs Stefan Kapferer vom 13. Juni 2013 Die angestrebte Änderung in § 12 der Stromnetzentgeltverordnung erleichtert die Einführung variabler Tarife im Sinne von § 40 Absatz 5 Satz 1 und 2 des Energiewirtschaftsgesetzes, mit denen u. a. niedrige Strompreise aufgrund hoher Angebotsspitzen an Verbraucher und Verbraucherinnen weitergegeben werden können. In welchem Umfang solche Angebote entstehen werden und wie sie von den Kunden angenommen werden, ist derzeit nicht abzusehen.

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§ 21c Absatz 5 des Energiewirtschaftsgesetzes betrifft Messeinrichtungen, die den tatsächlichen Energieverbrauch und die tatsächliche Nutzungszeit widerspiegeln und sicher in ein Messsystem, das den Anforderungen der §§ 21d und 21e des Energiewirtschaftsgesetzes genügt, eingebunden werden können, selbst aber nicht „extern“ kommunizieren können. Solche „aufrüstbaren“ Messeinrichtungen können Verbrauchstransparenz herstellen und dazu beitragen, Systemkosten zu sparen, falls zu einem späteren Zeitpunkt eine Aufrüstung zum Messsystem vom Kunden gewünscht oder durch Verordnung angeordnet werden sollte. Für die so genannte Zählerstandsgangmessung nach § 12 der Stromnetzzugangsverordnung und die Umsetzung zeit- oder lastvariabler Tarife nach § 40 Absatz 5 Satz 1 und 2 des Energiewirtschaftsgesetzes reicht ein Zähler nach § 21c Absatz 5 des Energiewirtschaftsgesetzes nicht aus, sondern es bedarf der Aufrüstung zu einem Messsystem nach § 21d des Energiewirtschaftsgesetzes durch Einbau einer entsprechenden Kommunikationseinheit (sog. Smart Meter Gateway, welches zur Gewährleistung von Datenschutz und Datensicherheit den besonderen Anforderungen aus Schutzprofilen und Technischen Richtlinien genügt). Abgesehen von den Pflichteinbaufällen des § 21c Absatz 1 des Energiewirtschaftsgesetzes ist der Einbau von intelligenten Messsystemen freiwillig. Wie im EU-Recht (Drittes Binnenmarktpaket) und im Energiewirtschaftsgesetz vorgesehen, sind weitere Entscheidungen über den Pflichteinbau von Messeinrichtungen nach § 21c Absatz 5 des Energiewirtschaftsgesetzes und Messsystemen nach § 21d des Energiewirtschaftsgesetzes von einer KostenNutzen-Analyse, wie sie aktuell im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie durchgeführt wird, und von Verordnungen als umsetzende Rechtsakte abhängig.

51. Abgeordneter Frank Schwabe (SPD)

Welche gesetzlichen Regelungen gibt es für Tiefbohrungen unter Einsatz der FrackingTechnologie („hydraulic fracturing“), und hält die Bundesregierung diese gesetzlichen Regelungen für ausreichend?

Antwort des Staatssekretärs Stefan Kapferer vom 14. Juni 2013 Im Einzelnen gelten zurzeit folgende Regelungen: Nach dem Bundesberggesetz (BBergG) ist generell für die Aufsuchung und Gewinnung von Erdöl, Erdgas und Geothermie eine Erlaubnis bzw. eine Bewilligung notwendig (§§ 7, 8 BBergG; Versagungsgründe in § 11 BBergG). Dies ist unabhängig davon, mit welcher Technik die Aufsuchung und Gewinnung erfolgen sollen. Für jeden Aufsuchungs- und Gewinnungsbetrieb muss ein Betriebsplan erstellt und von der zuständigen Behörde zugelassen werden, soweit die Voraussetzungen des Bergrechts vorliegen und insbesondere keine überwiegenden öffentlichen Interessen entgegenstehen (§§ 48 ff. BBergG).

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Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode

Nach der Verordnung über die Umweltverträglichkeitsprüfung bergbaulicher Vorhaben (UVP-V Bergbau) ist zusätzlich eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen, wenn das Fördervolumen 500 Tonnen Erdöl täglich bzw. 500 000 Kubikmeter Erdgas täglich übersteigt (§ 1 Nummer 2 UVP-V Bergbau). Nach § 1 Nummer 8 UVP-V Bergbau ist für Geothermiebohrungen ab 1 000 Meter Teufe in Naturschutzgebieten und Fauna-Flora-Habitat- bzw. Vogelschutzgebieten ebenfalls eine UVP durchzuführen. Für die Durchführung dieser Verfahren ist nach der im Grundgesetz festgelegten Kompetenzverteilung zwischen Bund und Ländern das jeweilige Bundesland ausschließlich zuständig. Für Tiefbohrungen unter Einsatz der Fracking-Technologie ist darüber hinaus regelmäßig eine wasserrechtliche Erlaubnis (§ 8 Absatz 1 des Wasserhaushaltsgesetzes – WHG) erforderlich, die von der Bergbehörde nur im Einvernehmen mit der Wasserbehörde erteilt werden darf (§ 19 Absatz 3 WHG). In Wasserschutzgebieten und in Heilquellenschutzgebieten können darüber hinaus Tiefbohrungen unter Einsatz der Fracking-Technologie verboten werden, soweit der Schutzzweck dies erfordert (§ 52 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1, auch in Verbindung mit § 53 Absatz 5 WHG). Somit erfolgt bereits jetzt in den Fällen, in denen eine UVP erforderlich ist, eine umfassende Überprüfung aller Erdgas- und Erdölbohrungen unter Einsatz der Fracking-Technologie im Hinblick auf den Schutz von Leben, Gesundheit, Sachgütern und Umweltbelangen im Rahmen des bergrechtlichen Betriebsplanverfahrens. Im Rahmen der durchzuführenden wasserrechtlichen Erlaubnisverfahren sowie in den o. g. Schutzgebieten kann wasserwirtschaftlichen Belangen durch Einzelfallentscheidungen der zuständigen Landesbehörden Rechnung getragen werden. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und das Bundeswirtschaftsministerium haben Vorschläge für weitergehende bundesrechtliche Regelungen für Tiefbohrungen unter Einsatz der Fracking-Technologie vorgelegt (siehe dazu die Antwort zu Frage 116).

52. Abgeordnete Johanna Voß (DIE LINKE.)

Wie viel Atomstrom ist 2011 aufgrund vertraglich vereinbarter Lieferungen nach Deutschland importiert worden (bitte nach Benelux, Frankreich, Schweiz, Österreich, Tschechien und Polen und Quartalen aufschlüsseln)?

53. Abgeordnete Johanna Voß (DIE LINKE.)

Wie viel Atomstrom ist 2012 aufgrund vertraglich vereinbarter Lieferungen nach Deutschland importiert worden (bitte nach Benelux, Frankreich, Schweiz, Österreich, Tschechien und Polen und Quartalen aufschlüsseln)?

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Drucksache 17/14062

Antwort des Staatssekretärs Stefan Kapferer vom 18. Juni 2013 Der Bundesregierung liegen hierzu keine Erkenntnisse vor. Die Handelsverträge über grenzüberschreitende Stromlieferungen beziehen sich, ebenso wie der inländische Stromgroßhandel, ausschließlich auf das Produkt Strom, ohne dass eine Festlegung auf die verwandte Primärenergie erfolgt. Eine näherungsweise Saldierung der Anteile von Strom aus ausländischen Kernkraftwerken an den insgesamt nach Deutschland importierten Strommengen ist sehr aufwändig und würde Datenverarbeitungsstrukturen benötigen, die derzeit nicht verfügbar sind.

54. Abgeordnete Sabine Zimmermann (DIE LINKE.)

Was sind die genauen Standorte bzw. Unternehmensdaten der in der Antwort der Bundesregierung vom 10. Juni 2013 auf meine Schriftliche Frage 68 auf Bundestagsdrucksache 17/13991 meistgeförderten Unternehmen im Einzelhandel (bitte jeweils Ort und Name des Unternehmens angeben), und mit welchen Bindungsfristen sind die Fördermaßnahmen verbunden?

Antwort des Staatssekretärs Dr. Bernhard Heitzer vom 19. Juni 2013 Der Name und Investitionsort der Unternehmen aus dem Einzelhandel, die seit dem 1. Januar 2007 die meisten Mittel aus der Wirtschaftsförderung erhalten haben, sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt.

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Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode

Mit den Investitionsvorhaben müssen neue Dauerarbeitsplätze geschaffen oder vorhandene gesichert werden. Ausbildungsplätze können wie Dauerarbeitsplätze gefördert werden. Für eine Überwachungszeit von mindestens fünf Jahren nach Abschluss des Investitionsvorhabens müssen die Arbeitsplätze tatsächlich besetzt oder zumindest auf dem Arbeitsmarkt dauerhaft angeboten werden. In wenigen und gut begründeten Ausnahmefällen kann von dem fünfjährigen Überwachungszeitraum abgewichen werden.

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Drucksache 17/14062

Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales

55. Abgeordnete Cornelia Behm (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

Wird die Bundesregierung noch vor der Bundestagswahl den angekündigten Gesetzentwurf vorlegen, mit dem geregelt wird, dass die rückwirkende Befreiung von der Alterssicherung der Landwirte nicht mehr innerhalb einer Drei-Monats-Frist nach der Eheschließung erfolgen muss, sondern dass stattdessen wieder – wie vor der Änderung durch die schwarz-gelbe Bundesregierung – der Zeitpunkt der Bekanntgabe des Bescheids über die Feststellung der Versicherungspflicht entscheidend ist, vorlegen, so dass er noch vor der Bundestagswahl von Bundestag und Bundesrat beschlossen werden kann, und wenn nein, warum nicht?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel vom 19. Juni 2013 Im Rahmen der parlamentarischen Beratung des Gesetzes zur Neuorganisation der bundesunmittelbaren Unfallkassen, zur Änderung des Sozialgerichtsgesetzes und zur Änderung anderer Gesetze (BUK-NOG) hat der Ausschuss für Arbeit und Soziales in seiner Sitzung am 5. Juni 2013 einen Änderungsantrag der Koalitionsfraktionen der CDU/CSU und FDP beschlossen, der vorsieht, dass die Frist zur Befreiung von der Versicherungspflicht in der Alterssicherung der Landwirte von Ehegatten im Fall rückwirkender Feststellung der Versicherungspflicht nicht bereits mit der Heirat, sondern erst mit der Erteilung des Bescheides über das Bestehen der Versicherungspflicht beginnt. Die Bundesregierung geht davon aus, dass das Gesetzgebungsverfahren noch in dieser Legislaturperiode abgeschlossen wird.

56. Abgeordnete Dr. Martina Bunge (DIE LINKE.)

Was wird die Bundesregierung unternehmen, um den Beschluss des Deutschen Bundestages vom 28. Juni 2012 zur Petition 3-16-11-8228015889 umzusetzen, mit dem für diejenigen Ingenieure und Ingenieurinnen, die am 30. Juni 1990 in einem Rationalisierungsbetrieb der DDR beschäftigt waren, für eine Anerkennung der Zugehörigkeit zur Altersversorgung der technischen Intelligenz plädiert wurde (siehe Bundestagsdrucksache 17/10137 und Plenarprotokoll 17/187, S. 22358, B)?

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Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel vom 19. Juni 2013 Die in dem o. g. Beschluss ausgesprochene Empfehlung lautete, die Petition der Bundesregierung – dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales – als Material zu überweisen. Zugleich bat die Vorsitzende des Petitionsausschusses mit Schreiben vom 13. Juli 2012 die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Dr. Ursula von der Leyen, über die weitere Sachbehandlung innerhalb eines Jahres zu berichten. Dieser Bitte wird zu gegebener Zeit entsprochen.

57. Abgeordneter Klaus Ernst (DIE LINKE.)

Trifft es zu, dass relevante Vorlagen für das Papier „Europa für die Jugend“, vormals „Europa in Arbeit bringen“ bzw. „Non Paper for a Social Europe“ (vgl. Ausschussdrucksache 17(11)1172) durch das „Berggruen Institute on Governance“, welche am 29. Mai 2013 auf einer vom Berggruen Institute on Governance organisierten Konferenz in Paris, an der neben der Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Dr. Ursula von der Leyen, auch der Bundesminister der Finanzen, Dr. Wolfgang Schäuble, teilgenommen hatten, geschrieben wurden (bitte nach personeller Beteiligung von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des „Berggruen Institute on Governance“ an den jeweiligen Papieren, der Häufigkeit der Zusammenarbeit sowie Anzahl und Zeitpunkt der Treffen zwischen Bundesministerin Dr. Ursula von der Leyen und Nicolas Berggruen aufschlüsseln), und hat es ebenfalls ein Zusammenwirken von Bundesarbeitsministerin Dr. Ursula von der Leyen mit Nicolas Berggruen als Besitzer der Warenhauskette Karstadt (vgl. „Die Ministerin und der Milliardär“, DER SPIEGEL vom 27. Mai 2013) beim Ausstieg der Karstadt Warenhaus GmbH aus der Tarifbindung des Einzelhandels gegeben (bitte begründen)?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Ralf Brauksiepe vom 13. Juni 2013 Bei dem „Non paper on Social Europe“ handelt es sich um ein gemeinsames Papier des französischen Arbeitsministers Michel Sapin und der Bundesministerin Dr. Ursula von der Leyen, das allein von den jeweiligen Ministerien erarbeitet wurde. Das Non-Paper wurde dem für Beschäftigung, Soziales und Integration zuständigen EUKommissar László Andor sowie der irischen Ratspräsidentschaft als Beitrag zur informellen Diskussion über die soziale Dimension der Wirtschafts- und Währungsunion mit Ratspräsident Herman van Rompuy anlässlich des Rats der europäischen Fachminister für Beschäftigung, Sozialpolitik, Gesundheit und Verbraucherschutz (EPSCO) am 28. Februar 2013 zur Verfügung gestellt.

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Das Papier „Europa in Arbeit bringen“ wurde im Rahmen der Vorbereitung der Konferenz „Townhall Meeting“ am 28. Mai 2013 in Paris, die das Berggruen Institut veranstaltet hat, als non-gouvernementale Diskussionsgrundlage vom Berggruen Institut erarbeitet. Das Papier wurde mit den beteiligten Akteuren der Konferenz erörtert, auch mit dem Bundesminister der Finanzen und der Bundesministerin für Arbeit und Soziales, die im Vorfeld der Konferenz ihre Vorstellungen eingebracht haben. Dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales liegen keine Informationen vor, welche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts an der Erstellung des Papiers „Europa in Arbeit bringen“ beteiligt waren. In Bezug auf den Ausstieg der Karstadt Warenhauskette GmbH aus der Tarifbindung gab es kein Zusammenwirken der Bundesministerin für Arbeit und Soziales und Nicolas Berggruen. Die Bundesministerin für Arbeit und Soziales hat Nicolas Berggruen, nachdem sie aus den Medien von der Entscheidung des Ausstiegs aus der Tarifbindung erfahren hatte, mitgeteilt, dass aus ihrer Sicht der kluge deutsche Erfolgsweg immer mit den Gewerkschaften und nicht gegen sie gegangen worden sei.

58. Abgeordneter Josip Juratovic (SPD)

Gilt das Sonderprogramm „Förderung der beruflichen Mobilität von ausbildungsinteressierten Jugendlichen und arbeitslosen jungen Fachkräften aus Europa“ (MobiPro-EU) auch für Menschen mit kroatischer Staatsbürgerschaft, wenn diese zwar die Kriterien des Programms erfüllen, aber durch die von der Bundesregierung beschlossenen Übergangsfristen für Kroatien noch mindestens für die Zeit bis zum 30. Juni 2015 vom deutschen Arbeitsmarkt ausgeschlossen sind, und gilt das Programm auch für ausbildungsinteressierte Jugendliche und arbeitslose junge Fachkräfte mit kroatischer Staatsbürgerschaft und Wohnsitz in Bosnien und Herzegowina oder einem anderen Staat?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel vom 17. Juni 2013 Förderfähig im Sonderprogramm MobiPro-EU sind junge Bürgerinnen und Bürger aus der Europäischen Union, die das Recht auf Zugang zum Arbeitsmarkt besitzen und eine Ausbildung oder eine qualifizierte Beschäftigung in einem Engpass- bzw. Mangelberuf in Deutschland aufnehmen möchten. Kroatische Staatsangehörige können ab dem Beitritt ihres Landes am 1. Juli 2013 zur EU ohne Weiteres eine Ausbildung in Deutschland aufnehmen. Die dafür erforderlichen Rechtsgrundlagen (sog. Beitrittsgesetz und sog. Rechtsanpassungsgesetz) wurden von Bundestag und Bundesrat beschlossen und sollen in Kürze verkündet

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werden. Für Beschäftigungen, die eine qualifizierte Berufsausbildung voraussetzen, erhalten kroatische Staatsangehörige dann eine EU-Arbeitserlaubnis, die unabhängig von den Vermittlungsmöglichkeiten inländischer Arbeitsuchender erteilt wird. Staatsangehörige Kroatiens sind somit bei Vorliegen der individuellen Voraussetzungen in MobiPro-EU förderfähig. MobiPro-EU soll einen Beitrag gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit innerhalb der EU leisten. Fördervoraussetzung ist, dass der Ausbildungsinteressent oder die junge Fachkraft auch ihren Wohnsitz in der EU (einschließlich der Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums oder der Schweiz) haben. Kroatische Staatsangehörige mit Wohnsitz in Bosnien und Herzegowina sind folglich über MobiPro-EU nicht förderfähig.

59. Abgeordneter Josip Juratovic (SPD)

Wann informiert die Bundesregierung bzw. das Bundesministerium für Arbeit und Soziales – angesichts der schon jetzt vorliegenden Anfragen von Menschen aus Kroatien zur Teilnahme an MobiPro-EU, die durch die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) zurzeit nicht beantwortet werden können – die ZAV und andere zuständige Stellen der Bundesagentur für Arbeit über ihre intendierte Vorgehensweise bezüglich der Arbeitsmarktzulassung und Programmintegration von kroatischen Staatsbürgern ab dem EU-Beitritt Kroatiens am 1. Juli 2013?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel vom 17. Juni 2013 Der Bundesagentur für Arbeit sind die rechtlichen Regelungen zum Arbeitsmarkt kroatischer Staatsbürger bekannt. Dies gilt auch für die Einbeziehung kroatischer Staatsangehöriger in das Sonderprogramm MobiPro-EU.

60. Abgeordnete Monika Lazar (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

Inwieweit wird die Bundesregierung dem Appell des Bundessozialgerichts durch das Urteil vom 7. April 2011 (Az. B 9 VG 2/210 R) nach einer Gleichsetzung der unter Strafe stehenden „Nachstellung“ (sog. Stalking) im Sinne des § 238 des Strafgesetzbuchs mit einem „tätlichen Angriff“ im Sinne des § 1 des Opferentschädigungsgesetzes (OEG), um so auch schwer geschädigten Stalkingopfern, deren psychische und körperliche Belastung denen von Opfern im Sinne des § 1 OEG in jedweder Art und Weise entsprechen, Hilfe nach dem OEG zukommen zu lassen, nachkommen?

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61. Abgeordnete Monika Lazar (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

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Inwieweit berücksichtigt die Bundesregierung dabei den Erläuternden Bericht des Europarates zum Europäischen Übereinkommen vom 24. November 1983 über die Entschädigung für Opfer von Gewalttaten, der äußert, die Gewalt sei nicht notwendigerweise physische Gewalt, Entschädigung könne auch geschuldet werden in Fällen psychischer Gewalt, z. B. bei schwerwiegenden Drohungen (vgl. http://conventions.coe.int/treaty/EN/Reports/ Html/116.htm)?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel vom 17. Juni 2013 Für den tätlichen Angriff als dem im OEG zentralen Tatbestandsmerkmal gilt ein eigener, vom Strafrecht unabhängiger Begriff. Das OEG entschädigt gerade nicht jede Art von Gewaltkriminalität, die unter strafrechtlichen Gesichtspunkten zu einer Verurteilung des Täters führen würde. Vielmehr hat der Gesetzgeber bewusst auf eine Aufzählung von Tatbeständen entsprechend dem Besonderen Teil des Strafgesetzbuchs (StGB) verzichtet, sondern stattdessen den vorsätzlichen rechtswidrigen Angriff, der zu einer gesundheitlichen Schädigung beim Opfer selbst oder einer anderen Person geführt hat, als abstrakte Tatbestandsvoraussetzung vorgesehen. Gleichzeitig hat es der Gesetzgeber der sozialgerichtlichen Rechtsprechung überlassen, den Begriff des tätlichen Angriffs näher zu definieren. Das Bundessozialgericht hat daraufhin die Definition der „in feindlicher Willensrichtung unmittelbar auf den Körper eines anderen zielenden gewaltsamen Einwirkung“ geprägt und in der Vergangenheit auf verschiedene Fallkonstellationen angewendet. Das zitierte Urteil des Bundessozialgerichts entspricht im Ergebnis der vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales als Vertreter der zum Revisionsverfahren beigeladenen Bundesrepublik Deutschland eingenommenen Rechtsposition, dass es sich bei Stalking nicht um einen tätlichen Angriff im Sinne von § 1 Absatz 1 Satz 1 OEG handelt. Diese Argumentation folgt dem gesetzgeberischen Willen, dass der tätliche Angriff im Sinne des OEG eine gewisse „Körperlichkeit“ voraussetzt und eine ganz erhebliche Bewegungseinschränkung beim Opfer mit sich bringen muss, die so stark ist, dass sie kausal zu einer gesundheitlichen Schädigung führt. Eine lediglich „physische Präsenz“ des Täters, die ganz überwiegend ohne Ausübung eines unmittelbaren körperlichen Zwangs auf das Opfer ausgeübt wird, kann vor diesem Hintergrund nicht als ausreichend für einen tätlichen Angriff angesehen werden. Allerdings ist nicht zu verkennen, dass das besondere Schutzbedürfnis von Stalkingopfern im Zivil- und Strafrecht in jüngerer Vergangenheit zunächst durch das Gewaltschutzgesetz und vor allem durch den 2007 eingeführten Straftatbestand der Nachstellung in § 238 StGB staatlicherseits betont worden ist. Damit hat das Stalking-

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phänomen nicht nur gesellschaftliche Beachtung gewonnen, sondern auch eine rechtliche Sanktionierung erfahren. Es bedarf daher einer intensiven Prüfung, ob und ggf. wie diese Entwicklung im Opferentschädigungsrecht umgesetzt werden kann. Bei dieser Prüfung werden alle vorliegenden Dokumente und Erkenntnisse Berücksichtigung finden.

62. Abgeordnete Yvonne Ploetz (DIE LINKE.)

Wie bewertet die Bundesregierung die Einstufung Arbeitsuchender in drei Kategorien, in denen je nach Bildungsabschluss und Dauer der Arbeitslosigkeit dem Suchenden Jobangebote zugestellt werden, und wie viele zur Berufsausbildung und -erfahrung passende versicherungspflichtige Tätigkeiten (in Vollzeit/ Teilzeit) wurden Arbeitsuchenden der Kategorien A, B und C in den ersten zwei Monaten ihrer Arbeitslosigkeit angeboten?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Ralf Brauksiepe vom 12. Juni 2013 Gemäß § 44 Absatz 2 des Dritten Buches Sozialgesetzbuch (SGB III) sollen ausschließlich die Neigung, Eignung und Leistungsfähigkeit der Arbeitsuchenden sowie die Anforderungen der angebotenen Stellen bei der Vermittlung berücksichtigt werden. Die Bundesagentur für Arbeit teilt in ihrer Stellungnahme mit, dass sie Arbeitsuchende nicht in drei Kategorien (A, B und C) einstuft.

63. Abgeordnete Yvonne Ploetz (DIE LINKE.)

Wie viele Fachassistenten gibt es in den Agenturen für Arbeit, die die Vermittlungstätigkeit eines Fallmanagers unterstützen, und wie groß ist der Einkommensunterschied zwischen den Fallmanagern und ihren Assistenten?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Ralf Brauksiepe vom 12. Juni 2013 In den Agenturen für Arbeit waren im März 2013 12 201 Vermittlungsfachkräfte und 4 611 Fachassistentinnen und -assistenten (jeweils Vollzeitäquivalente – VZÄ) beschäftigt. Der Großteil der Fachassistentinnen und -assistenten, 4 124 VZÄ, waren in der Eingangszone tätig und somit sowohl für den Leistungs- wie für den Vermittlungsbereich tätig. Die Funktionsbezeichnungen „Fallmanagerin“ und „Fallmanager“ gibt es in den Agenturen für Arbeit nicht. In den gemeinsamen Einrichtungen (gE) unterstützten im März 2013 5 514 Fachassistentinnen und -assistenten, davon 3 770 in der Eingangszone, die 19 297 Vermittlungsfachkräfte. 3 681 Vermittlungsfachkräfte in den gE waren als Fallmanagerin oder Fallmanager

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bzw. Persönliche Ansprechpartnerin oder Persönlicher Ansprechpartner mit Fallmanagementaufgaben tätig. Die Einkommensunterschiede sind in der folgenden Gehaltstabelle der Bundesagentur für Arbeit (BA) dargestellt. Es können lediglich die allgemein gültigen Regelungen des Tarifvertrags für die Bundesanstalt für Arbeit und des Beamtenrechts dargestellt werden. Das jeweilige tatsächliche Gehalt richtet sich nach den individuellen Gegebenheiten jeder einzelnen Person (z. B. Entwicklungsstufen, bei Beamtinnen und Beamten u. a. Erfüllung der jeweiligen Laufbahnvoraussetzungen für die Verleihung eines bestimmten Amtes).

Die Vermittlungsfachkräfte sowie Fallmanagerinnen und Fallmanager sind in der Tätigkeitsebene IV eingruppiert. Zusätzlich zum Festgehalt, das nach Entwicklungsstufen gespreizt ist, wird die Funktionsstufe 1 gezahlt. Je nach individuellen Voraussetzungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (z. B. bei Wahrnehmung bestimmter, tarifvertraglich definierter Aufgaben) können weitere Funktionsstufen hinzukommen. Vermittlungsfachkräfte bzw. Fallmanagerinnen und Fallmanager im Beamtenstatus sind grundsätzlich der Besoldungsgruppe A 10 der Bundesbesoldungsordnung zugeordnet, die mit monatlich zwischen 2 588,37 Euro (Stufe 1) und 3 525,54 Euro (Stufe 8) vergütet wird. Die Zahlung von Funktionsstufen ist im Besoldungsrecht nicht vorgesehen, jedoch wirken hier gegebenenfalls Familienzuschläge besoldungserhöhend. Die Fachassistenzkräfte sind in der Tätigkeitsebene V eingruppiert. Auch hier können je nach individuellen Voraussetzungen Funktionsstufen gezahlt werden. In dieser Ebene setzt die BA grundsätzlich keine Beamtinnen bzw. Beamten ein; im Einzelfall sind dort jedoch Beamtinnen oder Beamte des mittleren Dienstes tätig, die von anderen Dienstherrn (z. B. Post, Telekom) übernommen wurden. Für das kommunale Personal in den gE sind keine Aussagen zum Einkommen möglich.

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64. Abgeordnete Annette Sawade (SPD)

Ist es zutreffend, dass der Beauftragte für die Deutsch-Griechische Versammlung (DGV), der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Hans-Joachim Fuchtel, über ein Budget für Reisekosten für Experten verfügt, wie am 3. Juni 2013 im „Schwarzwälder Bote“ von einem Mitarbeiter des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales in einem Leserbrief dargestellt, und falls dies zutrifft, an welche Experten werden diese Reisekosten im Detail vergeben?

65. Abgeordnete Annette Sawade (SPD)

Wie sieht die deutschlandweite Verteilung dieser Mittel aus, und zu welchem Anlass sind die Experten hierzu nach Griechenland gereist?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel vom 17. Juni 2013 Dem Parlamentarischen Staatssekretär bei der Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Hans-Joachim Fuchtel, stehen als Beauftragten der Bundeskanzlerin für die DGV Haushaltsmittel für Maßnahmen und Projekte zur Verfügung, die der Umsetzung der Vereinbarung vom 5. März 2010 zwischen der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und dem damaligen griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou dienen. Fundament der Partnerschaft ist der enge Kontakt zwischen den Bürgern beider Länder. Im Mittelpunkt der Aktivitäten des Beauftragten stehen die Erneuerung und Erweiterung der deutsch-griechischen Partnerschaft sowie die Intensivierung der Zusammenarbeit auf regionaler und kommunaler Ebene. Die Maßnahmen werden aus dem Kapitel 11 02, Titel 532 02 finanziert. Der Titel dient u. a. der Finanzierung von Reise- und Übernachtungskosten deutscher Experten, die ihr Expertenwissen zeitlich befristet in Griechenland unentgeltlich zur Verfügung stellen. Die Reisekosten werden entsprechend dem Bundesreisekostengesetz übernommen. Für die Unterstützung von Erstkontakten zwischen griechischen und deutschen Kommunen sowie zur Verstetigung von Know-how-Partnerschaften werden Bürgermeister, Landräte und Fachleute nach ihrer jeweiligen Expertise und Verfügbarkeit für kurze – drei- bis fünftägige Einsätze – vor Ort ausgewählt. Der Zeiteinsatz wird nicht vergütet. Die Resonanz zur Unterstützung ist groß. Die Experten werden auf Anfrage aus Griechenland tätig und kommen derzeit überwiegend aus dem süddeutschen Raum. Die Themen betreffen insbesondere die Bildung von „Know-how-Partnerschaften“ mit konkreten Schwerpunkten wie Berufsausbildung, Tourismus, Gesundheit, Wirtschafts-

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förderung, Landwirtschaft, Abfallwirtschaft, Textilwirtschaft und Energiewirtschaft sowie Fragen zur kommunalen Wirtschaftsförderung und Verwaltung. Weitere Informationen können auf der Internetseite www.grde.eu abgerufen werden.

66. Abgeordneter Dr. Wolfgang StrengmannKuhn (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

Hat die Bundesregierung, wie in dem Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und FDP beschlossen, geprüft, ob sie die Erziehungsrenten verbessern kann, und zu welchem Ergebnis ist sie dabei gekommen?

67. Abgeordneter Dr. Wolfgang StrengmannKuhn (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

Wie lange würden, ausgehend von den Prognosen der Bundesregierung im Rentenversicherungsbericht 2012, die derzeitigen Rücklagen der Rentenversicherung für die Mehrausgaben durch die von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel vorgeschlagene teilweise Verbesserung bestimmter Erziehungsrenten bei einer Einführung ab dem Jahr 2014 ausreichen, und welche Beitragssätze würden, ausgehend von denselben Prognosen, in den Folgejahren zur Finanzierung dieser Mehrausgaben notwendig?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Ralf Brauksiepe vom 20. Juni 2013 Die Verbesserung bei den Kindererziehungszeiten für vor 1992 geborene Kinder (sog. Mütterrente) ist eine von mehreren Maßnahmen, die in der laufenden Legislaturperiode Gegenstand der rentenpolitischen Entscheidungsfindung innerhalb der Bundesregierung sind. Die Verbesserungen in der Rente sollen in einem Gesamtkonzept umgesetzt werden. Die Verständigung innerhalb der Bundesregierung und der sie tragenden Parteien über Details der Verbesserungen ist nicht abgeschlossen, so dass derzeit keine konkreten Aussagen bezüglich der Finanzwirkungen getroffen werden können.

Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

68. Abgeordnete Sabine BätzingLichtenthäler (SPD)

Wer sind namentlich die Mitglieder der Kommission zur Überarbeitung des Säugetiergutachtens, und von welchen Verbänden stammen sie?

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Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Peter Bleser vom 18. Juni 2013 Die Arbeitsgruppe zur Überarbeitung des „Gutachten[s] über Mindestanforderungen an die Haltung von Säugetieren“ (Säugetiergutachten) setzt sich zusammen aus jeweils drei Vertretern der Tierschutz- und der Zooverbände. Dabei handelt es sich um James Brückner (Deutscher Tierschutzbund e. V.), Torsten Schmidt (Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V.), Laura Zimprich (animal public e. V.), Dr. Peter Dollinger (Verband Deutscher Zoodirektoren e. V./ VDZ), Dr. Thomas Kauffels (VDZ) und Theo Pagel (VDZ). Außerdem wurden vier unabhängige Sachverständige auf der Grundlage von Vorschlägen der beteiligten Kreise benannt: Prof. Heribert Hofer (Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung im Forschungsverbund Berlin e. V.), Dr. Dr. Sabine Merz (Bundestierärztekammer e. V.), Prof. em. Dietmar Todt (Institut für Biologie, Fachbereich Biologie, Pharmazie und Chemie der Freien Universität Berlin) und Dr. Matthias Triphaus-Bode (Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e. V.). Als Vertreter der Länder ist Dr. Siegfried Orban Mitglied der Arbeitsgruppe. Zudem wird die Arbeitsgruppe durch einen Vertreter des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit ergänzt. Den Vorsitz führt das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

69. Abgeordnete Bärbel Höhn (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

Wie viele landwirtschaftliche Nutztiere sind nach Kenntnis der Bundesregierung bei der aktuellen Hochwasserkatastrophe bislang zu Tode gekommen (getrennt nach Tierarten und Bundesländern), und welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung über die Ursachen einer nicht rechtzeitigen Evakuierung?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Peter Bleser vom 18. Juni 2013 Nach den bisherigen Meldungen der Länder (Stand: 11. Juni 2013) sind durch das aktuelle Hochwasser etwa 400 bis 500 Rinder sowie einige Kälber zu Tode gekommen. Diese Meldungen liegen aus Bayern und Thüringen vor. Die Bundesregierung hat keine Erkenntnisse über die Evakuierung von Tieren aus hochwassergefährdeten Gebieten.

70. Abgeordnete Undine Kurth (Quedlinburg) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

Welche Produkte bzw. Substanzen wurden nach Kenntnis der Bundesregierung in den Tierversuchen getestet, die im „Sixth Report on the Statistics on the Number of Animals used for Experimental and other Scientific Purposes in the Member States of the European Union COM(2010) 511“ in „Table 3.1:

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Number of animals used in toxicological and other safety evaluation, Products versus species, Data of 2008“ in der Rubrik „used or intended to be used mainly in the household“ erfasst sind, und liegen der Bundesregierung hierzu neuere Daten vor? Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Peter Bleser vom 10. Juni 2013 Artikel 13 Absatz 1 in Verbindung mit Artikel 26 der Richtlinie 86/ 609/EWG des Rates vom 24. November 1986 zur Annäherung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten zum Schutz der für Versuche und andere wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere sieht vor, dass die Behörden der Mitgliedstaaten bestimmte statistische Daten über die Verwendung von Tieren in Tierversuchen erfassen und der Europäischen Kommission regelmäßig übermitteln. Die Kommission erstellt einen Bericht für den Rat und das Europäische Parlament. Der von der Kommission veröffentlichte „Sechste Bericht über die statistischen Angaben zur Anzahl der in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union für Versuchs- und andere wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere (KOM(2010) 511 endg.)“ führt die vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) an die Kommission übermittelten Daten des Jahres 2008 auf. Die Daten werden in Deutschland gemäß der Versuchstiermeldeverordnung von den zuständigen Behörden der Länder an das BMELV übermittelt. In der angesprochenen Tabelle 3.1 in Teil A des den Bericht der Kommission begleitenden Dokuments sind insgesamt 4 282 Tiere aufgeführt, die im Jahr 2008 in der EU für toxikologische und sonstige Sicherheitsprüfungen für Produkte oder Substanzen, die hauptsächlich dazu bestimmt sind, im Haushalt genutzt zu werden, verwendet wurden. Aus Tabelle 3 in Teil B zu den von Deutschland übermittelten Daten geht hervor, dass 16 der 4 282 verwendeten Tiere in Deutschland verwendet wurden und es sich dabei um Ratten handelt. Die Informationen, welche konkreten Produkte oder Substanzen getestet wurden, gehört nicht zu den Daten, die nach der EU-Richtlinie und der Versuchstiermeldeverordnung erfasst werden. Sie liegt der Bundesregierung daher regelmäßig nicht vor. Wozu die restlichen 4 266 Tiere aus anderen Mitgliedstaaten verwendet wurden, ist der Bundesregierung ebenfalls nicht bekannt. Statistische Informationen zur Verwendung von Versuchstieren werden vom BMELV jährlich veröffentlicht. Aus diesen Veröffentlichungen ergibt sich, dass in den Jahren 2009 bis 2011 folgende Tiere für toxikologische und sonstige Sicherheitsprüfungen für Produkte oder Substanzen, die hauptsächlich dazu bestimmt sind, im Haushalt genutzt zu werden, verwendet wurden:

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71. Abgeordnete Undine Kurth (Quedlinburg) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

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Wie bewertet die Bundesregierung derartige Tierversuche, und teilt sie die Auffassung, dass auf diese (ähnlich wie bei Versuchen für Tabak- oder Kosmetikprodukte) verzichtet werden könnte, da es einerseits eine ausreichende Anzahl bereits getesteter Substanzen gibt und andererseits hinreichend viele tierfreie Testverfahren zur Verfügung stehen?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Peter Bleser vom 10. Juni 2013 Tierversuche dürfen gemäß Tierschutzgesetz nur durchgeführt werden, soweit sie zu bestimmten Zwecken, u. a. Prüfung von Stoffen oder Produkten auf ihre Unbedenklichkeit für die Gesundheit von Mensch oder Tier, unerlässlich sind. Versuche an Wirbeltieren dürfen darüber hinaus nur durchgeführt werden, wenn die zu erwarteten Belastungen der Versuchstiere im Hinblick auf den Versuchszweck ethisch vertretbar sind. Tierversuche unterliegen grundsätzlich der Genehmigungspflicht, in bestimmten Fällen der Anzeigepflicht. Die Bundesregierung teilt die Auffassung, dass Tierversuche nach Möglichkeit durch Alternativmethoden ersetzt werden sollten. Im Rahmen der dargestellten tierschutzrechtlichen Vorgaben ist in jedem Einzelfall zu prüfen, ob der Tierversuch unerlässlich und ethisch vertretbar ist. Insoweit darf ein Tierversuch unter anderem dann nicht durchgeführt werden, wenn geeignete tierfreie Testverfahren zur Verfügung stehen. Die bestehende Rechtslage trägt somit dem Anliegen bereits ausreichend Rechnung.

72. Abgeordneter Friedrich Ostendorff (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

Begründet Bundesministerin Ilse Aigner ihre Ablehnung des Vorschlags des Europäischen Parlaments für eine freiwillige befristete Reduzierung der Milchproduktion bei Vorliegen schwerwiegender Marktstörungen mit den Ergebnissen der „Stellungnahme zum ergänzen-

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den Vorschlag des Europaparlaments zur Bewältigung schwerwiegender Störungen auf dem Milchmarkt“ des Johann Heinrich von Thünen-Instituts für Marktanalyse, und wenn nein, auf welche andere Analyse stützt Bundesministerin Ilse Aigner ihre Ablehnung dieses Vorschlags? Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Peter Bleser vom 20. Juni 2013 Der Vorschlag des Europäischen Parlaments für eine spezielle Krisenmaßnahme im Bereich der Milcherzeugung war bereits 2012 Gegenstand der Diskussion. Dieser Vorschlag für ein Bonus-MalusSystem sieht vor, dass Milcherzeuger, die im Rahmen einer freiwilligen Maßnahme ihre Produktion einschränken, einen Ausgleich erhalten. Milcherzeuger, die die Produktion um mehr als 5 Prozent ausgedehnt haben, sollen demgegenüber eine Strafzahlung leisten. Damit würden also u. a. auch Milcherzeuger bestraft, die nach einem Stallneubau ihre Produktion ausgedehnt haben. Die Milchreferenten des Bundes und der Länder erachteten eine wissenschaftliche Analyse des Vorschlags einvernehmlich als sinnvoll. Die vom BMELV in Auftrag gegebene Stellungnahme des Johann Heinrich von Thünen-Instituts wurde allen Ländern zur Verfügung gestellt. Es bleibt festzuhalten, dass bisher weder die Funktionsweise noch die Finanzierbarkeit und auch nicht die Wirksamkeit dieses Modells dargelegt werden konnte. Zu diesem Ergebnis kommt auch das unabhängige Gutachten. Vor diesem Hintergrund wird der Vorschlag nicht unterstützt.

73. Abgeordneter Friedrich Ostendorff (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

Teilt Bundesministerin Ilse Aigner die Auffassung des Johann Heinrich von Thünen-Instituts für Marktanalyse in der oben genannten Stellungnahme, wonach bisher kein ausreichender Strukturwandel in der Milcherzeugung stattgefunden hat, und wenn ja, wie viele Milchviehbetriebe sollten nach Meinung der Bundesregierung innerhalb der nächsten fünf Jahre noch ausscheiden, um den nach ihrer Auffassung notwendigen Strukturwandel zu vollziehen?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Peter Bleser vom 20. Juni 2013 Nein.

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Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung

74. Abgeordneter Wolfgang Hellmich (SPD)

Durch wie viele Störungen infolge der schädlichen Störaussendungen von Powerline-Communications-Geräten (PLC-Geräten) ist der Funkverkehr der Bundeswehr vor allem im Kurzwellenfrequenzbereich seit Vorlage des im Juni 2007 veröffentlichten NATO-Berichts „HF-Störungen, Verfahren, Instrumente“ nachhaltig gestört worden, und welche Maßnahmen hat die Bundesregierung getroffen, diese Störungen auszuschließen?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Christian Schmidt vom 13. Juni 2013 Bisher ist keine nachhaltige Störung des Funkverkehrs der Bundeswehr, welche durch so genannte PLC-Geräte – also durch den Betrieb von Datenübertragungsanlagen über ungeschirmte Stromleitungen – verursacht wurde, bekannt geworden. Seit dem Aufkommen dieser Technologie, um breitbandige Datenübertragung innerhalb von Privathaushalten und im öffentlichen Raum nutzen zu können, begleiten die Bundesregierung und die Bundeswehr die Entwicklung aufmerksam. Diese wird auch hinsichtlich der sich daraus ergebenden Chancen und Risiken ständig verfolgt und bewertet – in besonders enger Abstimmung und Zusammenarbeit mit unseren europäischen und NATO-Partnern. Die von Ihnen genannte NATO-Studie (NATO RTO Technical Report TR-IST-050 „HF Interference, Procedures and Tools“ vom Juni 2007) ist dafür ein gutes Beispiel. Auch andere Studien und veröffentlichte Beiträge haben ein grundsätzliches Störpotenzial dieser Technologie gegenüber anderen Telekommunikationsdiensten und -netzen aufgezeigt. Andere Technologien tragen allerdings vergleichbare Risiken in sich. Dementsprechend galt es, Gefährdungen der Funktionsfähigkeit von Telekommunikationsnetzen und Funkanlagen, die der öffentlichen Sicherheit dienen, möglichst schon vorbeugend und durch grundsätzliche Regelungen ursächlich zu vermeiden. Auch aus diesem Grund wurde die „Verordnung zum Schutz von öffentlichen Telekommunikationsnetzen und Sende- und Empfangsfunkanlagen, die in definierten Frequenzbereichen zu Sicherheitszwecken betrieben werden (Sicherheitsfunk-Schutzverordnung – SchuTSEV)“ erarbeitet und am 13. Mai 2009 im Bundesgesetzblatt (BGBl. I S. 1060) veröffentlicht. Diese Verordnung legt für einige definierte Frequenzbereiche Grenzwerte für Störaussendungen aus leitungsgebundenen Telekommunikationsanlagen und -netzen fest. Die Einhaltung der Grenzwerte ist notwendig, um den ungestörten Betrieb von Sende- und Empfangs-

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funkanlagen, die zu Sicherheitszwecken betrieben werden, zu gewährleisten. Sie hilft insgesamt nicht nur, den Funkverkehr der Bundeswehr, sondern unter anderem auch die Kommunikationsmittel von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben sowie die Flugsicherheit zu schützen. Diese Regelungen haben sich, wie z. B. das Ausbleiben von entsprechenden Störungen des Funkverkehrs der Bundeswehr zeigt, als wirksam erwiesen. Ein weiterer Handlungsbedarf besteht somit derzeit nach meiner Bewertung auf diesem Gebiet nicht.

75. Abgeordneter Andrej Hunko (DIE LINKE.)

Welche Details sind der Bundesregierung bekannt, inwiefern US-Einrichtungen in Deutschland in die Steuerung oder Übermittlung von Aufklärungsdaten (auch als Relaisstationen) von US-Drohnen im Rahmen des EUCOM oder AFRICOM involviert sind bzw. werden sollen, wie es im Bericht einer Friedensinitiative ausgeführt wird (http://tinyurl.com/ qgozkea), und was nach Auffassung des Fragestellers bedeuten würde, dass US-Kampfhandlungen in Afrika oder Asien dazu führen, dass etwa der US-Stützpunkt Ramstein gemäß dem Völkerrecht ein legitimes Ziel für Vergeltungsmaßnahmen der Angegriffenen darstellt, und wie ist es gemeint, wenn ein Sprecher des Bundesministeriums der Verteidigung in der Bundespressekonferenz vom 27. Mai 2013 zum Prototyp des „Euro Hawk“ der Bundeswehr erklärt, „nicht die Möglichkeit [zu] haben, ohne Einbindung der amerikanischen Stellen entsprechende Flüge zu konzipieren. Das heißt unter dem Strich: Wir müssen immer fragen“ (bitte die „fragenden“ und „erfragenden“ Stellen sowie die offensichtlich genehmigungspflichtigen Maßnahmen angeben)?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Christian Schmidt vom 10. Juni 2013 Der Bundesregierung liegen keine Erkenntnisse zu den von Ihnen angesprochenen, von US-Streitkräften in der Bundesrepublik Deutschland angeblich geplanten oder geführten Einsätzen vor. Nach dem Gespräch des Bundesministers des Auswärtigen, Dr. Guido Westerwelle, mit seinem amerikanischen Amtskollegen nehmen wir die US-Seite beim Wort, dass die USA sich mit ihren in Deutschland stationierten Truppen im Rahmen deutscher Rechtsnormen bewegt. Zu hypothetischen Fragestellungen im Sinne der Frage gibt die Bundesregierung keine Einschätzung ab.

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Der Testflugbetrieb des Euro Hawk Full Scale Demonstrators in Manching erfolgt, wie im Entwicklungsvertrag festgelegt, in Verantwortung der Euro Hawk GmbH und damit auch unter Einbindung der von Ihnen angeführten „amerikanischen Stellen“. Die Missionsplanung legt die Flugwege des Euro Hawk fest und geht den Flügen des Euro Hawk voran. Die Durchführung der Flüge im Rahmen der Firmenerprobung selbst erfolgt durch die Firma. Ursächlich für den vorgenannten US-Unterstützungsbedarf sind Verzögerungen bei der Entwicklung und Lieferung der für den Euro Hawk vorgesehenen Missionsplanungsstation.

76. Abgeordnete Katrin Kunert (DIE LINKE.)

Wie viele Anträge auf Anerkennung als Kriegsdienstverweigerin und Kriegsdienstverweigerer sind seit Juli 2011 von freiwilligen Wehrdienst Leistenden bei den Kreiswehrersatzämtern bzw. Karrierecentern gestellt worden, und wie vielen dieser Anträge wurde stattgegeben?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Thomas Kossendey vom 11. Juni 2013 Seit Juli 2011 sind insgesamt 43 Anträge auf Anerkennung als Kriegsdienstverweigerin/Kriegsdienstverweigerer von freiwilligen Wehrdienst Leistenden gestellt worden. Davon wurde 30 Anträgen stattgegeben.

Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit

77. Abgeordnete Mechthild Rawert (SPD)

Welche Meldemöglichkeiten hinsichtlich der Informationen über gewünschte und unerwünschte (Neben-)Wirkungen bei Arzneirisiken bietet die Bundesregierung im Interesse des Verbraucherinnen-/Verbraucherschutzes und zur Förderung der Patientinnen-/Patientensicherheit, und wie gedenkt die Bundesregierung das Schwarze Dreieck, das neue Logo, mit dem Patientinnen und Patienten der EUMitgliedstaaten erkennen können, ob sie ein Arzneimittel nehmen, das noch nicht lange auf dem Markt ist und mit dem somit vergleichsweise wenige Erfahrungen hinsichtlich gewünschter und unerwünschter Wirkungen vorliegen, zu promoten, so dass Patientinnen und Patienten die warnende Hinweisfunktion des Schwarzen Dreiecks überhaupt verstehen?

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Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Ulrike Flach vom 14. Juni 2013 Die zuständigen Bundesoberbehörden, das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) bieten bereits seit dem Jahr 2009 ein Online-Formular zur Meldung von Nebenwirkungen an, das insbesondere von Fachkreisen und Patientinnen und Patienten genutzt werden kann. Seit Oktober 2012 existiert ergänzend ein vereinfachtes, ebenfalls von den beiden Bundesoberbehörden entwickeltes Formular speziell für Patientinnen und Patienten. Dieses Angebot ist über die jeweiligen Internetseiten der Bundesoberbehörden erreichbar. Bezüglich der Bekanntmachung der Umsetzung des Schwarzen Dreiecks haben die Bundesoberbehörden PEI und BfArM in der Ausgabe des „Bulletins zur Arzneimittelsicherheit“ vom März 2013 eine Zusammenfassung über die Funktion, Bedeutung und Einführung des neuen Logos publiziert. Zur Einführung des Schwarzen Dreiecks und dessen Bedeutung haben PEI und BfArM darüber hinaus im Internet umfangreiche Informationen bereitgestellt, um auch Patientinnen und Patienten über die Bedeutung dieser neuen Kennzeichnung zu informieren. Ferner haben die Bundesoberbehörden eine Bekanntmachung im Bundesanzeiger vorbereitet, die die Umsetzung in Fachinformation und Packungsbeilage beschreibt und Hinweise auf die Liste der Arzneimittel gibt, die einer zusätzlichen Überwachung bedürfen.

78. Abgeordneter Frank Tempel (DIE LINKE.)

Warum existiert beim BfArM bis heute kein Formular, welches Patientinnen und Patienten mit einer Ausnahmegenehmigung nach § 3 Absatz 2 des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) ermöglicht, ihre Medizin mit ins Ausland zu nehmen?

Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Ulrike Flach vom 18. Juni 2013 Gemäß § 3 Absatz 2 BtMG sind Ausnahmegenehmigungen bezüglich einer Erlaubnis zum Verkehr mit Betäubungsmitteln nur für die in Anlage I bezeichneten Betäubungsmittel möglich. Eine Mitnahme von Betäubungsmitteln ins Ausland – auch bezogen auf den vereinfachten grenzüberschreitenden Verkehr – kommt aber gemäß den entsprechenden betäubungsmittelrechtlichen Vorschriften (§ 4 Absatz 1 Nummer 4b BtMG i. V. m. § 15 Absatz 1 Nummer 2 der Betäubungsmittel-Außenhandelsverordnung) nur für Betäubungsmittel der Anlage III zu § 1 BtMG in Betracht. Für die in der Anlage I des BtMG aufgeführten Betäubungsmittel wären für eine Mitnahme ins Ausland deshalb weitere Ausnahmegenehmigungen sowohl bezüglich der Ausfuhr ins Ausland (durch das BfArM) als auch für die Einfuhr in das Reiseland (durch die dort jeweils autorisierte Behörde) notwendig. Weil die entsprechenden Ver-

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fahren langwierig, sehr komplex und je nach Reiseland unterschiedlich sind, wäre ein Formular in diesen Fällen nicht hilfreich.

79. Abgeordnete Dr. Marlies Volkmer (SPD)

Aus welchen Gründen hat die Bundesregierung die geplante Rückzahlungsverpflichtung für Unternehmen, deren Untersuchungs- und Behandlungsmethoden nach § 137a SGB V auf Kosten der Beitragszahler der gesetzlichen Krankenversicherung erprobt werden und nach erfolgreicher Erprobung von den Krankenkassen erstattet werden dürfen, abgelehnt?

Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz vom 20. Juni 2013 Die geplante Regelung war nicht mit der zugrunde liegenden gesetzlichen Regelung vereinbar. Nach § 137e Absatz 6 Satz 1 SGB V darf der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) einen Beschluss zur Erprobung einer Methode, deren technische Anwendung maßgeblich auf dem Einsatz eines Medizinproduktes beruht, nur dann fassen, wenn sich die Hersteller dieses Medizinproduktes zuvor gegenüber dem G-BA bereiterklärt haben, die Kosten der Erprobung in angemessenem Umfang zu übernehmen. Daraus ist abzuleiten, dass sich die Entscheidung über die Angemessenheit der Kostenübernahme auf den Zeitpunkt der Beschlussfassung über die Durchführung der Erprobung beziehen muss. Es entspricht nach Auffassung des Bundesministeriums für Gesundheit nicht der Intention des Gesetzgebers, dass sich im Nachhinein aufgrund des Eintritts einer Bedingung (Erfolg der Erprobung) die Höhe der festgestellten angemessenen Kostenübernahme ändert. Außerdem war die geplante Regelung nicht geeignet, eine zweckmäßige Bestimmung der angemessenen Kostentragung der betroffenen Unternehmen zu gewährleisten. Es wären Praktikabilitätsprobleme entstanden. Die geplante Regelung hätte ein sehr bürokratisches Verfahren erforderlich gemacht, das in der Praxis zu großen Umsetzungsproblemen geführt hätte. Sie bot damit keinen sach- und funktionsgerechten Maßstab zur Bestimmung der Angemessenheit der Kostentragung.

80. Abgeordnete Dr. Marlies Volkmer (SPD)

Wie will die Bundesregierung soziale Kompetenzen wie Empathie und Begeisterungsfähigkeit rechtssicher messen und bewerten, um sie zukünftig bei der Zulassung zum Medizinstudium stärker berücksichtigen zu können, wie es der Bundesminister für Gesundheit, Daniel Bahr, beim 116. Deutschen Ärztetag in Aussicht gestellt hatte?

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Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz vom 20. Juni 2013 Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr hat in seiner Rede beim 116. Deutschen Ärztetag ein strukturelles Problem bei der Medizinerauswahl und Lösungen, die ggf. die Begeisterung für den Beruf besser erfassen, angesprochen. Er hat dabei klargestellt, dass er als Bundesgesundheitsminister keine Möglichkeit habe, darauf Einfluss zu nehmen.

Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

81. Abgeordnete Cornelia Behm (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

Teilt die Bundesregierung die Einschätzung, dass der Bestandsschutz für die Brücke der B 158, die 1973 errichtet wurde, um den militärischen Verkehr aus der Stadt Bad Freienwalde herauszuhalten und die die darunterliegende Gesundbrunnenstraße in einer Höhe von 2,30 m überquert, entfällt, wenn sie im Rahmen der dringend gebotenen Sanierung bis auf die Stützelemente abgetragen werden muss und sie somit im Fall eines Wiederaufbaus die nach aktuellem Baurecht geltende Höhe von 4,70 m über allen Straßen haben muss, und welche Kosten würde die Bundesregierung unter diesen Umständen für eine, aus Sicht der Fragestellerin sehr viel verträglichere ebenerdige Neuordnung des Knotenpunktes tragen?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Jan Mücke vom 14. Juni 2013 Die zuständige Auftragsverwaltung des Landes Brandenburg sieht für die B-158-Brücke in Bad Freienwalde lediglich eine Sanierung vor. Hiermit können alle für den Straßenbaulastträger geltenden Anforderungen erfüllt werden. Für eine gemeinsame Baumaßnahme mit der Stadt, etwa um die Brücke durch eine ebenerdige Führung zu ersetzen, könnte der Bund als Träger der Straßenbaulast für die B 158 aus haushaltsrechtlichen Gründen höchstens die für die Sanierung der Brücke erforderlichen Mittel einsetzen.

Drucksache 17/14062 82. Abgeordnete Cornelia Behm (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

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Ist aus Sicht der Bundesregierung die Bundesrepublik Deutschland als Eigentümerin und Rechtsnachfolgerin der DDR, welche die Brücke an der B 158 in Bad Freienwalde 1973 aus militärstrategischen Gründen ohne Mitsprache der Gemeinde errichtet hat, zum Rückbau verpflichtet, um den Kurstatus der Stadt nicht weiter zu gefährden, und wenn nein, warum nicht?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Jan Mücke vom 14. Juni 2013 Nein, eine derartige rechtliche Verpflichtung besteht nicht.

83. Abgeordnete Edelgard Bulmahn (SPD)

Durch wen wurden die Testmessungen bzw. Testreihen wie die von der Bundesregierung in der Antwort zu Frage 18 der Kleinen Anfrage der Fraktion der SPD auf Bundestagsdrucksache 17/13360 behaupteten, die eine Lärmminderung beim Schienengüterverkehr von 10 Dezibel durch die LL-Sohle im Vergleich zur K-Sohle und der jetzigen Bremssysteme eintreten lassen, durchgeführt, und an welchem Institut wurden die Testmessungen durchgeführt?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Enak Ferlemann vom 19. Juni 2013 Die Lärmminderung von LL- und K-Sohlen gegenüber den Grauguss-Sohlen (Grauguss = GG) wurden in verschiedenen Messungen und Einzelversuchen in den letzten zehn Jahren bestätigt. Die tatsächliche Lärmminderung unterliegt einer Streuung und hängt wesentlich von der Rauhheit der Schiene ab. Der im Mittel angegebene Wert für die geringere Lärmemission von Güterwagen mit LL- und K-Sohlen von 8 bis 12 dB(A) gegenüber GG-gebremsten Güterwagen bezieht sich auf einen glatten Schienenzustand und wurde zuletzt im Januar 2013 im Auftrag des internationalen Eisenbahnverbandes (Union internationale des Chemins de fer – UIC) in einer Studie bestätigt, die alle verfügbaren Messungen und Untersuchungen hierzu zusammengefasst hat. An den Messungen waren unter anderem folgende Institute beteiligt: AEA Technology (Niederlande), DB Systemtechnik (Deutschland), db Vision (Niederlande), Delta Rail (UK), Lloyd’s Register Rail (Niederlande), Prose AG (Schweiz), TNO Technical Sciences (Niederlande).

84. Abgeordnete Edelgard Bulmahn (SPD)

Welche weiteren Messreihen in Bezug auf Lärmminderung durch neue Bremssysteme sind geplant, und wird es diesbezüglich Vergleichsmessungen zwischen K-Sohle, LL-Sohle und den bestehenden herkömmlichen Bremssystemen geben?

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Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Enak Ferlemann vom 19. Juni 2013 Derzeit sind von der Bundesregierung keine weiteren akustischen Messreihen zu Güterwagen mit K- und LL-Sohlen geplant. Für neue Güterwagenbaureihen sind von den Herstellern für die Genehmigung der Inbetriebnahme Konformitätsnachweise mit der jeweils geltenden Technischen Spezifikation für die Interoperabilität (TSJ) zum Teilsystem „Fahrzeuge – Lärm“ des konventionellen transeuropäischen Bahnsystems (TSI Noise) zu erbringen. Diese Messungen von Güterwagen mit K-Sohle wurden systematisch ausgewertet, und zwar im Auftrag des Umweltbundesamtes durch Müller-BBM in der Studie vom November 2012 „Ermittlung des Standes der Technik der Geräuschemissionen europäischer Schienenfahrzeuge und deren Lärmminderungspotenzial mit Darstellung von Best-Practice-Beispielen“. 85. Abgeordnete Edelgard Bulmahn (SPD)

Gibt es einen verbindlichen Zeitplan für die Zulassung der LL-Sohle und für die Umrüstung des Bremssystems vom herkömmlichen System auf die LL-Sohle, und wenn ja, wie stellt sich dieser dar?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Enak Ferlemann vom 19. Juni 2013 Für die Zulassung der LL-Sohle liegt seit Ende Mai 2013 die endgültige Freigabe von der UIC (International Union of Railways) für zwei Materialtypen der LL-Sohle für mehrere Bremskonfigurationen vor. Die 1:1-Tauschbarkeit, ohne den Einsatz aufwändiger Messtechnik für den Nachweis der Bremsleistung, ist damit für einen Großteil der heute üblichen Standard-Wagentypen bestätigt worden. Die Umrüstung kann damit in Eigenverantwortung der Unternehmen erfolgen, die die Verantwortung für den Betrieb haben. Die Umrüstungsplanung liegt im Ermessen der Wagenhalter und mittelbar der Eisenbahnverkehrsunternehmen. Nach der erfolgten Freigabe durch die UIC bereiten die Bremsbelag-Hersteller die Produktion im Serienumfang vor. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) geht davon aus, dass bis zum Jahr 2020 80 Prozent der Bestandsgüterwagen, die die Schienengüterverkehrsleistung auf dem deutschen Netz erbringen, umgerüstet sind. Ziel ist es, nach Ende der Laufzeit des lärmabhängigen Trassenpreissystems keine Güterwgen, die die Grenzwerte der „Technischen Spezifikationen für die Interoperabilität – Lärm“ überschreiten, mehr auf dem Schienennetz der DB Netz AG fahren zu lassen. 86. Abgeordnete Edelgard Bulmahn (SPD)

Aus welchen Angaben stammen die von der Bundesregierung in der Antwort zu Frage 17 der Kleinen Anfrage der Fraktion der SPD auf Bundestagsdrucksache 17/13360 angegebenen Preise für LL-Sohle und K-Sohle, und von wem wurden die Preise kalkuliert?

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Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Enak Ferlemann vom 19. Juni 2013 Die Preisannahmen für die Umrüstungen auf LL- und K-Sohle wurden im Rahmen von zwei Arbeitsgruppen im Pilot- und Innovationsprogramm „Leiser Güterverkehr“ erarbeitet. Für die umfangreichen Umrüstungsarbeiten beim Umbau auf K-Sohle wurden vom Bundesamt für Verkehr und der SBB AG in der Schweiz Unterlagen zur Verfügung gestellt, da in der Schweiz für die Umrüstung des nationalen Wagenparks auf K-Sohle bereits Erfahrungen vorlagen. Die Preise für LL-Sohlen wurden basierend auf den vorhandenen Preisen kalkuliert. Die weitere Preisentwicklung der LL-Sohle hängt im Wesentlichen von der Nachfrage bei der Umrüstung ab.

87. Abgeordneter Martin Burkert (SPD)

Wie ist der aktuelle Sachstand hinsichtlich der geplanten Lärmschutzwand in Altdorf an der A 3 zwischen den Ausfahrten Altdorf/Burgthann und Oberölsbach an der Neumarkter Straße, Rascher Straße und ST 2240, und welchen baulichen Gegebenheiten entspricht die Lärmschutzwand?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Andreas Scheuer vom 13. Juni 2013 Die geplante Lärmschutzwand dient der Verbesserung der Lärmsituation im Ortsteil Schleifmühle der Stadt Altdorf. Wie die Bayerische Straßenbauverwaltung mitgeteilt hat, soll die Maßnahme von Mitte August bis Ende November 2013 realisiert werden. Baulich vorgesehen ist eine 4 m hohe und insgesamt 540 m lange Wand entlang der Nordseite der A 3.

88. Abgeordneter Martin Burkert (SPD)

Welche Alternativen, wie Geschwindigkeitsreduzierung, niedrigere Wand oder Lärmschutzvorrichtungen wurden geprüft, damit die Bewohner weniger sichteingeschränkt durch die Lärmschutzvorrichtung sind, jedoch trotzdem effektiv vor Lärm geschützt sind, und welche Mittel wurden für die Lärmschutzwand bereitgestellt bzw. eingeplant?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Andreas Scheuer vom 13. Juni 2013 Die Bayerische Straßenbauverwaltung hat verschiedene Varianten geprüft. Im Variantenvergleich hat sich die gewählte Lösung mit der geplanten Wand in Kombination mit einem Fahrbahnbelag mit –2 dB(A) Lärmminderung als wirtschaftlichste Lösung erwiesen, zumal auf der südlichen Fahrbahn ein derartiger Belag vor wenigen

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Jahren bereits mit guten Erfahrungen aufgebracht wurde. Die Wandhöhe ist so bemessen, dass die Auslösewerte der Lärmsanierung unterschritten werden und sich ein spürbarer Lärmminderungseffekt einstellt. Die nächstgelegene Wohnbebauung ist rund 100 m entfernt, von daher sieht die Bayerische Straßenbauverwaltung hier keine Sichteinschränkung. Für eine Beschränkung der zulässigen Geschwindigkeit aus Lärmschutzgründen liegen die Voraussetzungen nicht vor. Die Kosten sind mit rund 1 Mio. Euro veranschlagt.

89. Abgeordneter Martin Gerster (SPD)

Inwieweit ist vorgesehen, dass Vereine, deren Sportanlagen durch die aktuelle Hochwasserkatastrophe beschädigt oder zerstört worden sind, ebenfalls Leistungen aus Mitteln der von der Bundesregierung zugesagten Soforthilfe beziehen können?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Enak Ferlemann vom 13. Juni 2013 Der Bund hat den vom Hochwasser betroffenen Ländern und Gemeinden Unterstützung zur Beseitigung der Schäden angeboten. Der Bund beabsichtigt u. a., den Ländern Mittel als Soforthilfe für die Beseitigung von Hochwasserschäden an der Infrastruktur in den Gemeinden zur Verfügung zu stellen. Aus Sicht des Bundes können die Mittel auch für Sportanlagen, auch in nichtkommunaler Trägerschaft, verwendet werden. Näheres bleibt der noch mit den Ländern abzuschließenden Verwaltungsvereinbarung und den Förderrichtlinien der Länder vorbehalten.

90. Abgeordneter Wolfgang Gunkel (SPD)

Wann wird laut Planungsstand für die Ortsumfahrung Hohndorf (Erzgebirge) voraussichtlich mit dem Bauvorhaben begonnen, und wann ist mit der Fertigstellung der Ortsumfahrung Hohndorf zu rechnen?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Jan Mücke vom 7. Juni 2013 Das Vorhaben B 174, Ortsumgehung Großolbersdorf/Hohndorf ist im vom Deutschen Bundestag im Juli 2004 beschlossenen Fernstraßenausbaugesetz mit dem Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen im Vordringlichen Bedarf mit besonderen naturschutzfachlichen Planungsauftrag enthalten, d. h. der Bedarf für diese neue Straßenverbindung ist gesetzlich anerkannt. Gemäß Auskunft der für die Planung zuständigen Auftragsverwaltung des Freistaates Sachsen ist die Vorplanung für die Maßnahme so weit abgeschlossen, dass die Unterlagen noch im Sommer dieses Jahres dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtverwaltung mit der Bitte um Bestätigung der Vorzugsvariante vorgelegt

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werden sollen. Danach sind weitere Planungsschritte bis zur Erlangung des Baurechtes durch einen Planfeststellungsbeschluss erforderlich. Parallel dazu erfolgt durch die Auftragsverwaltung Sachsen die Anmeldung der bedarfsplanrelevanten Neubaumaßnahmen, darunter auch die B 174, Ortsumgehung Großolbersdorf/Hohndorf, für die anstehende Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans. Aufgrund des dargestellten Sachverhaltes kann zum Realisierungszeitraum derzeit keine Aussage getroffen werden.

91. Abgeordneter Hans-Joachim Hacker (SPD)

Wie ist nach Kenntnis der Bundesregierung der Stand im Planfeststellungsverfahren zur Dammsanierung an der Müritz-Elde-Wasserstraße (MEW) und an der Stör-Wasserstraße (StW) von MEW-km 50,600 km bis 55,980 km und StW-km 0,000 bis km 6,900, und welche neuen Erkenntnisse gibt es hinsichtlich des Erhalts bzw. Fällens von 270 Bäumen?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Enak Ferlemann vom 18. Juni 2013 Nachdem das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommerns mit Schreiben vom 27. Mai 2013 das Einvernehmen hinsichtlich der Belange Wasserwirtschaft und Landeskultur erteilt hatte, wurde der Planfeststellungsbeschluss am 5. Juni 2013 ausgefertigt. Der Beschluss und die Planunterlagen liegen vom 24. Juni bis zum 8. Juli 2013 in den Gemeinden aus. Die Auslegung wird zuvor entsprechend den Vorschriften des Verwaltungsverfahrensgesetzes des Bundes öffentlich bekannt gemacht. Am 24. Juni 2013 wird der Beschluss auch auf der Internetseite der Generaldirektion Wasserstraße und Schifffahrt, Außenstelle Ost, eingestellt. Das Planfeststellungsverfahren ist damit abgeschlossen. Im Planfeststellungsbeschluss werden alle betroffenen Belange, in diesem Fall insbesondere die Standsicherheit der Dämme und der Schutz der neben den Dämmen liegenden Flächen vor Überflutung auf der einen und der Schutz der Bäume (einschließlich der dort lebenden Tiere) auf der anderen Seite, gegeneinander abgewogen. Die Bäume werden so weit erhalten, wie es sich mit den Anforderungen an die Sicherheit der Dämme vereinbaren lässt. Die alten Eichen, die angepflanzt wurden, werden weitgehend erhalten. Beseitigt wird vor allem der Aufwuchs an den Dammseiten, der die Standsicherheit gefährdet.

92. Abgeordnete Bettina Hagedorn (SPD)

In welcher Höhe sind Haushaltsmittel für die Ausschreibung der Elbquerung im Zuge der A 20 in den kommenden Haushaltsjahren hinterlegt, und welche Leistungen sollen konkret ausgeschrieben werden?

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Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Enak Ferlemann vom 19. Juni 2013 Eine Haushaltseinstellung erfolgt nach Vorliegen des Baurechtes. Zunächst werden die Mittel für eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung nach § 7 der Bundeshaushaltsordnung (BHO) eingestellt.

93. Abgeordneter Gustav Herzog (SPD)

Welche Wasser- und Schifffahrtsdirektionen meint die Bundesregierung im Gesetz zur Verbesserung der Öffentlichkeitsbeteiligung und Vereinheitlichung von Planfeststellungsverfahren (PlVereinhG) vom 31. Mai 2013 und des Inkrafttretens am 1. Juni 2013, die laut Artikel 11 § 51 beauftragt werden, eine Ordnungswidrigkeitendatei zu führen, und welche Behörde ist für die Führung dieser Datei nun zuständig, wenn die Wasser- und Schifffahrtsdirektionen per Erlass des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung vom 19. April 2013 und ausdrücklich untergesetzlich zum 1. Mai 2013 abgeschafft wurden?

94. Abgeordneter Gustav Herzog (SPD)

Kann die Bundesregierung bestätigen, dass die Vorgehensweise des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, die Umstrukturierung der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes untergesetzlich und sowohl ohne parlamentarische Beratung als auch Beschlussfassung eines Rechtsbereinigungsgesetzes durchzuführen, zu Unklarheiten bei den Zuständigkeiten geführt hat, und wie beabsichtigt die Bundesregierung diesen Zustand zeitnah zu beheben?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Enak Ferlemann vom 12. Juni 2013 Die Fragen 93 und 94 werden wegen ihres Sachzusammenhangs gemeinsam beantwortet. Das Gesetz zur Verbesserung der Offentlichkeitsbeteiligung und Vereinheitlichung von Planfeststellungsverfahren ist vom Deutschen Bundestag in seiner 225. Sitzung am 28. Februar 2013 beschlossen worden. Der Bundesrat hat in seiner 908. Sitzung am 22. März 2013 beschlossen, nicht den Vermittlungsausschuss anzurufen. Zu diesem Zeitpunkt existierte die Generaldirektion Wasserstraße und Schifffahrt (GDWS) noch nicht. Zur Vermeidung von Unklarheiten regelt der Errichtungserlass vom 19. April 2013 – Z 32/22.15.17/29 die Zuständigkeitsverteilung innerhalb der GDWS. Einzelne, den ehemaligen Wasser- und Schifffahrtsdirektionen zugewiesene Aufgaben und Zuständigkeiten werden durch den Organisationserlass den Außenstellen der GDWS übertragen (dazu zählt auch die Führung der Ordnungswidrigkeitendatei).

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Hierbei unterliegen sie unmittelbar der Fachaufsicht des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.

95. Abgeordnete Gabriele Hiller-Ohm (SPD)

Welchen finanziellen Gesamtrahmen veranschlagt die Bundesregierung für den Bau des Glückstadt-Tunnels im Rahmen der A-20-Elbquerung, und von welcher Bauzeit geht die Bundesregierung aus?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Enak Ferlemann vom 19. Juni 2013 Die Eignungsabschätzung für das Projekt Elbquerung im Zuge der A 20 geht für die Elbquerung von Baukosten in Höhe von rund 800 Mio. Euro (Preisstand 2010) aus. Derzeit wird eine Bauzeit von etwa fünf bis sechs Jahren angenommen.

96. Abgeordneter Dr. Anton Hofreiter (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

Welche netzergänzenden Maßnahmen für den Leipziger City-Tunnel (CTL) waren zum Baubeginn des Projektes geplant, und welchen finanziellen Umfang haben diese Maßnahmen jeweils (bitte differenzieren nach Abschluss der Maßnahme vor bzw. nach Inbetriebnahme des Citytunnels am 15. Dezember 2013)?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Enak Ferlemann vom 10. Juni 2013 Gemäß der „Rahmenvereinbarung zur Finanzierung des Projektes City-Tunnel Leipzig“ vom 18. März 2002 beinhaltet das Vorhaben folgende Teilprojekte (TP) als netzergänzende Maßnahmen (NEM): • TP 1: Strecke Leipzig-Stötteritz (e = einschließlich)–Gaschwitz (e) (viergleisig, Ertüchtigung, Lückenschlüsse, Neubau und Anpassung von Haltepunkten), • TP 2: Strecke Leipzig-Stötteritz (ausschließlich)–Engelsdorf (zweiund eingleisig, Haltepunktverlegung, Neubau Verbindungsbogen, Kreuzungsbauwerke), • TP 3.1: Haltepunkt Theresienstraße (Neubau inkl. Zuwegungen), • TP 3.2: Haltepunkt Leipzig-Leutzsch (Verlagerung), • TP 5: Strecke Borna-Geithain (Elektrifizierung). Ein TP 4 „Elektrifizierung Borsdorf–Grimma“ wurde schon in der Rahmenvereinbarung als „zurückgestellt“ und mithin nur nachrichtlich aufgeführt. Bei den NEM handelt es sich um ein Gemeinschaftsvorhaben, welches auch aus weiteren Finanzierungsquellen gespeist wird. Die für alle TP vorgesehenen Kosten betrugen nach Angaben aus den Jah-

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ren 2002/2003 insgesamt 172,2 Mio. Euro. Laut Rahmenvereinbarung sollte von den zu finanzierenden City-Tunnel-Gesamtkosten in Höhe von 571,62 Mio. Euro ein Teilbetrag von ca. 61,36 Mio. Euro (54,3 Mio. Euro Baukosten zzgl. 13 Prozent Planungskostenpauschale – 7,06 Mio. Euro) als NEM-Anteil zulasten des Gesamtprojekts City-Tunnel, für „notwendige netzergänzende Maßnahmen außerhalb der Tunnelstrecke eingesetzt [werden], um die volle Funktionsfähigkeit des CTL zu gewährleisten“. Die NEM-Einzelmaßnahmen wurden im Laufe der erheblich verlängerten Realisierungszeit des Gesamtprojektes City-Tunnel seitens der DB Netz AG teilweise noch betrieblich optimiert bzw. aktuellen Gegebenheiten im Sinne gleichwertiger Leistungs- und Funktionsfähigkeit angepasst. Insbesondere können die erwarteten Zugzahlen im TP 1 über eine teilweise verschlankte Infrastruktur abgewickelt werden, die nicht mehr vollständig mit der ursprünglichen Planung vergleichbar ist. Da aus dem Projekt City-Tunnel nur eine anteilige Finanzierung der NEM erfolgt (so gibt es u. a. Abhängigkeiten und Wechselwirkungen mit parallelen Bestandsnetzmaßnahmen – ursprünglich Projekt Sachsenmagistrale – und Knoten Leipzig – Güterring) hat das EisenbahnBundesamt als Bewilligungsbehörde beim TP 1 eine fiktive Abgrenzung der rein S-Bahn-bedingten Projektanteile im Sinne der ursprünglichen Planung vorgenommen, um sicherzustellen, dass sich durch die Abweichungen von der ursprünglichen Planung keine Finanzierungsanteile zulasten des Bundes bzw. des Freistaates verschieben. Da beim Projekt CTL der Bundesbeitrag gedeckelt ist, die Mehrkosten vom Freistaat Sachsen zu tragen sind und der Projektzuschnitt sich geändert hat, kann über die Gesamtkosten der ursprünglichen NEM-Anteile des CTL keine Aussage getroffen werden. Entscheidender Maßstab für den Bund ist, dass die laut Rahmenvereinbarung vorgesehenen NEM-Maßnahmen mit gleichwertiger Leistungs- und Funktionsfähigkeit realisiert werden.

97. Abgeordneter Dr. Anton Hofreiter (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

Wie bewertet die Bundesregierung die geplanten Maßnahmen zur Verbesserung der ökologischen Durchgängigkeit und Renaturierung der Gersprenz im Mündungsbereich in die Bundeswasserstraße Main (Markt Stockstadt), und welche Möglichkeiten sieht sie, entsprechende Maßnahmen finanziell zu unterstützen, insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Unterlauf nach einem Aufstau der Bundeswasserstraße Main verlegt und kanalisiert wurde?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Enak Ferlemann vom 17. Juni 2013 Die Bundesregierung steht Maßnahmen zur Verbesserung der ökologischen Durchgängigkeit und zur Renaturierung von Gewässern grundsätzlich positiv gegenüber. Welche Möglichkeiten für die Bundesregierung bestehen, die geplanten Maßnahmen zur Verbesserung der ökologischen Durchgängigkeit und Renaturierung der Gersprenz im Mündungsbereich in die Bundeswasserstraße Main finan-

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ziell zu unterstützen, bedarf aufgrund der komplexen Sach- und Rechtslage einer eingehenden Prüfung, die innerhalb der für die Beantwortung einer Schriftlichen Frage zur Verfügung stehenden Zeit nicht abgeschlossen werden kann.

98. Abgeordneter Sven-Christian Kindler (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

Besteht zwischen dem Freistaat Bayern und dem Bund eine Vereinbarung, derzufolge der Bund, über die Mittel aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) des Bundes hinaus, weitere Anteile der Gesamtkosten der zweiten S-Bahn-Stammstrecke München übernimmt und nach der der Freistaat Bayern im Gegenzug Landesmittel zur Ausfinanzierung der Bahnstrecke München–Memmingen–Lindau aufwendet, und wenn ja, in welcher Höhe übernehmen Bund und Freistaat Bayern jeweils die entsprechenden Kosten?

99. Abgeordneter Sven-Christian Kindler (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

Was sind die Beweggründe des Bundes für dieses Vorgehen, und auf welcher gesetzlichen Grundlage wurden die Absprachen zwischen dem Bund und dem Freistaat Bayern getroffen?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Enak Ferlemann vom 17. Juni 2013 Die Fragen 98 und 99 werden wegen ihres Sachzusammenhangs gemeinsam beantwortet. Bundesseitig bestehen keine Möglichkeiten, sich über den GVFGMitteleinsatz hinaus direkt mit Mitteln des Bedarfsplans Schiene am Bau der zweiten S-Bahn-Stammstrecke München zu beteiligen. Auch ein verstärktes finanzielles Engagement des Freistaates Bayern beim Ausbau der Strecke München–Geltendorf–Lindau ist nicht Gegenstand der aktuellen Gespräche zwischen dem Bund, dem Freistaat Bayern und der Deutschen Bahn AG.

100. Abgeordneter Sven-Christian Kindler (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

In welchem Umfang und zu welchem Zeitpunkt werden in der mittelfristigen Finanzplanung des Bundes bei dem Titel 823 12 Kapitel 12 09 – Mautweiterleitung (Betreibervergütung an den Konzessionsnehmer) – die voraussichtlichen Mehrausgaben, die aus der Entscheidung für eine Umsetzung von Straßenbauprojekten im Verfahren der Öffentlich-Privaten Partnerschaft (ÖPP) (A-Modell) resultieren, berücksichtigt (bitte entsprechend der gültigen Finanzplanung nach Jahren und einzelnen ÖPP-Projekten auflisten)?

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101. Abgeordneter Sven-Christian Kindler (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

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Falls diese nicht in vollem Umfang berücksichtigt werden, warum nicht?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Andreas Scheuer vom 19. Juni 2013 Die Fragen 100 und 101 werden wegen ihres Sachzusammenhangs gemeinsam beantwortet. Die ÖPP ist eine wertneutrale Beschaffungsvariante gegenüber der sog. konventionellen Realisierung von Bundesfernstraßeninfrastruktur. Projektspezifisch werden jeweils vor Ausschreibungsbeginn und vor Vertragsabschluss die beiden Beschaffungsvarianten in Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen gemäß § 7 BHO über den gesamten vorgesehenen Vertragszeitraum verglichen. Die ÖPP-Variante wird nur dann umgesetzt, wenn sie mindestens genauso wirtschaftlich ist wie die konventionelle Beschaffungsvariante. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage nach der Berücksichtigung der vom Fragesteller angesprochenen voraussichtlichen Mehrausgaben nicht. In der mittelfristigen Finanzplanung sind unter dem genannten Haushaltstitel sowohl die eingegangenen Verpflichtungsermächtigungen für die bereits vertraglich gebundenen ÖPP-Projekte als auch die den Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen oder diesen vorgelagerten überschlägigen Abschätzungen zugrunde liegenden Betreibervergütungen für geplante zukünftige ÖPP-Projekte veranschlagt.

102. Abgeordnete Katja Mast (SPD)

Wie steht die Bundesregierung zur Reaktivierung der Bahn-Verbindung Calw–Renningen, und welche Art der Reaktivierung (Elektrifizierung oder Dieselbetrieb) unterstützt die Bundesregierung?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Enak Ferlemann vom 19. Juni 2013 Auf Antrag des Landes Baden-Württemberg hat der Bund das angesprochene Vorhaben nachrichtlich (Kategorie „C“) in das Bundesprogramm gemäß § 6 Absatz 1 GVFG aufgenommen. Dies bedeutet, dass der Bund grundsätzlich bereit ist, das Vorhaben nach Maßgabe der verfügbaren finanziellen Mittel anteilig zu finanzieren, sofern die gesetzlich vorgeschriebenen Voraussetzungen zur Förderung erfüllt werden. Dazu gehören u. a. die Sicherstellung der Gesamtfinanzierung und der Nachweis der Wirtschaftlichkeit. Dies wird zurzeit erarbeitet. Für die endgültige Programmaufnahme hat das Land einen geprüften Förderantrag vorzulegen, mit dem die Erfüllung der Voraussetzungen nachgewiesen wird.

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Das Vorgehen bestimmt das Land. Der Bund hat dazu kein Initiativrecht. Dies gilt auch für planerische Entscheidungen, z. B. über die Art der Reaktivierung.

103. Abgeordneter Sönke Rix (SPD)

Beabsichtigt die Bundesregierung, die Ausschreibung der Elbquerung im Zuge der A 20 im Jahr 2014 auf der Grundlage eines ÖPPModelles durchzuführen, oder ist an eine Komplettfinanzierung durch den Bund gedacht?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Enak Ferlemann vom 19. Juni 2013 Die Eignungsabschätzung für das Projekt Elbquerung bei Glückstadt im Zuge der A 20 hat zum Ergebnis, dass ein wirtschaftliches Mautmodell (F-Modell) bei einer 50-prozentigen Anschubfinanzierung grundsätzlich möglich und machbar erscheint. Eine Realisierung als ÖPP-Projekt kommt in Betracht, wenn die Wirtschaftlichkeitsuntersuchung gemäß § 7 BHO zeigt, dass eine Realisierung als ÖPP-Projekt mindestens ebenso wirtschaftlich ist wie eine konventionelle Vergabe.

104. Abgeordneter Dr. Ernst Dieter Rossmann (SPD)

Ist der Bericht der „Schleswig-Holsteinischen Landeszeitung“ vom 25. Mai 2013 zutreffend, dass der Parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann am Rande eines Treffens der verkehrs- und hafenpolitischen Sprecher der fünf norddeutschen CDU-Landtagsfraktionen angekündigt hat, 2014 erfolge die Ausschreibung des Glückstadt-Tunnels?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Andreas Scheuer vom 20. Juni 2013 Ja, es ist zutreffend, dass der Parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann sich dafür einsetzt, im Jahr 2014 das Ausschreibungsund Vergabeverfahren für die Elbquerung im Zuge der A 20 zu beginnen. Hierzu muss zunächst eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung nach § 7 BHO durchgeführt werden. Ihm ist bewusst, dass seitens der beiden beteiligten Länder noch Baurecht geschaffen werden muss und dabei ggf. noch Klagen gegen die Planfeststellungsbeschlüsse zu berücksichtigen wären. Der Parlamentarische Staatssekretär ist jedoch zuversichtlich, dass dies bereits im Jahr 2014 erfolgen könnte, wenn insbesondere die Planfeststellungsverfahren sowohl von der niedersächsischen als auch der schleswig-holsteinischen Landesregierung konstruktiv und zielgerichtet betrieben werden.

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105. Abgeordnete Karin Roth (Esslingen) (SPD)

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Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung – auch über ihre Vertreter im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG (DB AG) – hinsichtlich der Geschäftspraktiken der DB-AG-Finanztochter Deutsche Bahn Finance B.V., De Entree 99 - 197, 1101 ´ HE Amsterdam, Zuid Oost (von der niederländischen DB-AG-Konzernrepräsentanz abweichende Adresse), im Bereich von Zinsanleihen und der damit verbundenen Steuerminderungsstrategien – basierend auf der Steuerfreiheit auf Zinserträge in den Niederlanden (im Gegensatz zu Deutschland), und welche Maßnahmen ergreift die Bundesregierung zur Wahrung der Interessen des Bundes als Eigentümer der DB AG, um diese Praktiken zu beenden?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Enak Ferlemann vom 19. Juni 2013 Nach Auskunft der DB AG nimmt die DB Finance B. V. in den Niederlanden keinerlei Steuervorteile oder -privilegien in Anspruch. Die Zinsgewinne der DB Finance B. V. unterliegen in den Niederlanden einer der deutschen Besteuerung vergleichbaren Regelbesteuerung. Die Gründung der Finanzierungstochter in den Niederlanden hatte seinerzeit angabegemäß ausschließlich finanzwirtschaftliche Beweggründe (u. a. verbesserter Zugang zu ausländischen Investoren am Euro-Kapitalmarkt). Darüber hinaus weist die Bundesregierung darauf hin, dass die Beratungen im Aufsichtsrat der Verschwiegenheitspflicht nach den §§ 116, 394, 395 des Aktiengesetzes (AktG) unterliegen. Die Aufsichtsratsmitglieder sind insbesondere zur Verschwiegenheit über erhaltene vertrauliche Berichte und vertrauliche Beratungen verpflichtet. Verstöße sind strafbar nach § 404 AktG.

106. Abgeordneter Franz Thönnes (SPD)

Wie verhält sich die Ausschreibung für den Glückstadt-Tunnel im Jahr 2014 zu den jeweils anschließenden Bauabschnitten in Niedersachsen und in Schleswig-Holstein im Zuge der A 20, und wann sollen die Ausschreibungen vorgenommen werden (bitte nach Bauabschnitten aufschlüsseln)?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Enak Ferlemann vom 19. Juni 2013 Bei einer Ausschreibung der Elbquerung im Zuge der A 20 bei Glückstadt muss zumindest der Netzschluss mit der A 23 in Schleswig-Holstein und der A 26 in Niedersachsen gewährleistet sein, um zum Zeitpunkt der Fertigstellung der Elbquerung den verkehrlichen Nutzen sicherzustellen. Die Optimierung des verkehrlichen Nutzens sollte im Weiteren durch die Anbindung an weitere Teile des Bundesfernstraßennetzes wie die A 7 in Schleswig-Holstein und die A 27 in

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Niedersachsen erfolgen. Für detaillierte Zeitangaben über die Ausschreibung einzelner Abschnitte ist es beim aktuellen Planungsstand zu früh.

107. Abgeordnete Dr. Valerie Wilms (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

Ist das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) inzwischen den Aufforderungen des Bundesrechnungshofes (BRH) zum Nachweis der Wirtschaftlichkeit und Prüfung von Alternativen bei in den Bemerkungen des BRH 2012 in den Nummern 42 und 43 genannten Beschaffungen (vgl. Bundestagsdrucksache 17/11330) von Schiffen durch die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) nachgekommen, die, ohne einen konkreten Bedarf nachzuweisen, angeschafft worden sind (bitte Ergebnis darstellen)?

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Enak Ferlemann vom 19. Juni 2013 Die WSV hat lediglich ein Schiff (Mehrzweckarbeitsschiff „Saatsee“) beschafft. Der Rechnungsprüfungsausschuss (RPA) des Deutschen Bundestages hat das BMVBS aufgefordert, den Bedarf für einen neuen Tonnenleger (Gegenstand der Bemerkung 2012, Nummer 42) unter Einbeziehung aller Alternativen noch einmal kritisch zu überprüfen und die Beschaffung eines neuen Schiffes bis zum Vorliegen der Ergebnisse zurückzustellen. Das BMVBS ist dem Beschluss des RPA gefolgt und wird in enger Zusammenarbeit mit dem BRH eine neue Wirtschaftlichkeitsuntersuchung vorlegen. Diese Wirtschaftlichkeitsuntersuchung wird unter Berücksichtigung der „Arbeitsanleitung Einführung in Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen“ des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) erstellt werden. Es wird zunächst ein Konzept für den Schiffseinsatz – insbesondere der Tonnenleger – an Nord- und Ostsee erstellt werden, das abhängig von der Entscheidung über den Einsatz von Kunststoff- oder Stahltonnen (Seeschifffahrtszeichen) ist. Die Ergebnisse der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung der Seeschifffahrtszeichen sind zu berücksichtigen. Das BMVBS wird dem RPA zum 31. Oktober 2013 hierüber berichten. Der BRH hat in seiner Bemerkung 2012 (hier Nummer 43) bemängelt, dass das Wasser- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau weder Bedarf noch Wirtschaftlichkeit des Schiffes „Saatsee“ nachgewiesen habe. Das BMVBS ist dem Beschluss des RPA gefolgt und hat mit Erlass (WS11/5222.13/0) vom 28. März 2013 die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord aufgefordert, eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung unter Einbeziehung aller Alternativen durchzuführen sowie weitere Einsatzmöglichkeiten zu prüfen. Auch diese Prüfung erfolgt in enger Abstimmung mit dem BRH und nach der „Arbeitsanleitung Einführung in Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen“ des BMF.

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Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

108. Abgeordneter Steffen Bockhahn (DIE LINKE.)

Kann die Bundesregierung ausschließen, dass weitere Stellplätze im Zwischenlager Lubmin für überwiegend hochradioaktiven Atommüll aus ursprünglich westdeutschen Atomkraftwerken genutzt werden, wie dies der Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Peter Altmaier, laut Presseberichten (Ostsee-Zeitung vom 12. Juni 2013) aktuell in Erwägung zieht?

Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Ursula Heinen-Esser vom 18. Juni 2013 Neben anderen Zwischenlagern wurde auch das Zwischenlager Nord (ZLN) in die Untersuchungen aufgenommen, ob das Zwischenlager für die Aufbewahrung von verglasten Abfällen aus der Wiederaufarbeitung bestrahlter Brennelemente im europäischen Ausland geeignet ist. Diese Prüfungen haben ergeben, dass insbesondere infolge notwendiger technischer Umrüstungen im Lager selbst sowie bereits zum jetzigen Zeitpunkt fast vollständig ausgeschöpfter genehmigter Werte (Menge an Schwermetall, Höhe der Wärmefreisetzung, Aktivitätseintrag) ein mögliches atomrechtliches Genehmigungsverfahren zur Erlangung der erforderlichen Aufbewahrungsgenehmigung sehr zeitaufwändig wäre und den zur Verfügung stehenden Zeitrahmen bis zur Genehmigungserteilung deutlich überschreiten würde. Auch wäre ein möglicher Transport zum ZLN deutlich aufwändiger als die Transporte zu einem Nordseehafen. Im Übrigen haben sich Bund und Länder am 13. Juni 2013 im politischen Konsens darauf verständigt, dass die noch ausstehenden 26 Behälter, die zurücktransportiert werden sollen, auf mehrere (drei) bestehende Standortzwischenlager verteilt werden sollen. Damit ist die Diskussion über alle anderen Zwischenlager in diesem Zusammenhang gegenstandslos.

109. Abgeordneter Steffen Bockhahn (DIE LINKE.)

Welche neuen Erkenntnisse – im Gegensatz zu den noch im April 2013 schriftlich formulierten Einwänden hinsichtlich der Bedenken zum Transport über die entsprechenden Häfen und durchzuführenden „umfangreiche[n] Härtungsmaßnahmen“ – liegen dem Bundesumweltminister vor, die einen Positionswechsel für eine weitere Einlagerung hochradioaktiver Stoffe in Lubmin rechtfertigen (Quelle: NDR vom 11. Juni 2013, „Lubmin: Mehr Castoren ins Zwischenlager Nord?“)?

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Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Ursula Heinen-Esser vom 18. Juni 2013 Weder liegen neue Erkenntnisse vor, noch gibt es einen Positionswechsel. Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 108 verwiesen.

110. Abgeordneter Steffen Bockhahn (DIE LINKE.)

Steht die Bundesregierung weiterhin zu der seinerzeit geschlossenen Vereinbarung zwischen Bund und Ländern, im Zwischenlager Lubmin nur atomare Abfälle aus den ehemaligen Atomkraftwerken der DDR (Greifswald und Lubmin) zwischenzulagern, und damit zu dem so genannten Verursacherprinzip?

Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Ursula Heinen-Esser vom 18. Juni 2013 Der Bundesregierung ist eine derartige Vereinbarung zwischen Bund und Ländern nicht bekannt. Vielmehr ist eine derartige Festlegung in der atomrechtlichen Lagergenehmigung nach § 6 des Atomgesetzes vom 5. November 1999 für das Transportbehälterlager des ZLN enthalten.

111. Abgeordneter Steffen Bockhahn (DIE LINKE.)

Kann die Bundesregierung ausschließen, dass die Frist für die Einlagerung hochradioaktiver Stoffe bis zum Jahr 2039 doch verlängert wird, etwa weil die Suche nach einem Endlager scheitert?

Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Ursula Heinen-Esser vom 18. Juni 2013 Nach dem fraktionsübergreifend eingebrachten Standortauswahlgesetz soll das Standortauswahlverfahren bis zum Jahr 2031 abgeschlossen werden.

112. Abgeordneter Dr. Philipp Murmann (CDU/CSU)

Wie hat sich die Feinstaubbelastung in Deutschland seit 1990 entwickelt (bitte bundesweit und nach Bundesländern/Regionen aufschlüsseln)?

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Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Ursula Heinen-Esser vom 17. Juni 2013 Die Feinstaubbelastung (PM10) hat von 1990 bis 2011 sowohl an hoch belasteten Orten als auch im städtischen und ländlichen Hintergrund deutlich abgenommen. Der zeitliche Verlauf der PM10-Belastung ist als Abbildung 8 eines aktuellen Berichts des Umweltbundesamtes zur Luftqualität 2012 öffentlich verfügbar (s. www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/ 4421.html). Die in den Messnetzen der Länder und des Umweltbundesamtes gemessenen PM10-Konzentrationswerte sind darin so zusammengefasst, dass sie bestimmte typische Belastungssituationen charakterisieren. Die Messstationen, die im „ländlichen Hintergrund“ stehen, repräsentieren in ihrer Gesamtheit Gebiete, in denen die Luftqualität weitgehend unbeeinflusst von lokalen Emissionen ist. Diese Stationen repräsentieren das großräumige Belastungsniveau, das auch als großräumiger Hintergrund bezeichnet wird. Die Messstationen, die im „städtischen Hintergrund“ stehen, repräsentieren in ihrer Gesamtheit Gebiete, in denen die gemessenen Schadstoffkonzentrationen als typisch für die Luftqualität im städtischen Raum angesehen werden können; die Belastung resultiert aus städtischen Emissionen (Straßenverkehr, Hausbrand etc.) und dem großräumigen Hintergrund. „Städtisch verkehrsnahe“ Stationen befinden sich typischerweise in stark befahrenen Straßen. Dadurch addiert sich zur städtischen Hintergrundbelastung ein Beitrag, der durch die direkten Emissionen des Straßenverkehrs entsteht. Auswertungen nach Bundesländern nehmen die Länder selbst vor. Die Entwicklung der PM10-Belastung in den Ländern während der vergangenen Jahre seit 2003 dokumentiert die „Länderinitiative Kernindikatoren (LIKI)“ unter www.lanuv.nrw.de/liki-newsletter/ index.php?indikator=21&aufzu=0&mode=indi.

113. Abgeordneter Dr. Philipp Murmann (CDU/CSU)

Welche deutschen Messstationen weisen konkret einen besorgniserregend hohen Anteil von Feinstäuben (speziell aus Holz-Kleinfeuerungsanlagen) nach?

Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Ursula Heinen-Esser vom 17. Juni 2013 Im Jahr 2011 wurde der PM10-Tagesmittelgrenzwert der EU-Luftqualitäts-Richtlinie (2008/50/EG) (Überschreitung des Tagesmittelwerts von 50 mg/m3 für PM10 an mehr als 35 Tagen) an 80 Messstationen in ganz Deutschland überschritten. Die in der Anlage beige-

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fügte Tabelle weist aus, wo diese Überschreitungen vorkamen und wie viele Überschreitungen je Station auftraten. Nach den derzeit noch vorläufigen Zahlen der Länder für 2012 weisen 16 Stationen solche Überschreitungen aus, die allesamt auch schon 2011 Überschreitungen aufwiesen. Eine spezifische Zuordnung des Anteils von Holzfeuerungen zur jeweiligen PM10-Gesamtbelastung zu diesen Stationen liegt der Bundesregierung nicht vor. Die Fragestellung wird jedoch in einigen Veröffentlichungen der Länder erörtert. Siehe hierzu u. a.: – Bestimmung des Beitrags der Holzfeuerung zum PM10-Feinstaub, Herausgeber: Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, 2010 (www.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/72944/), – Einfluss von Emissionen aus der Gebäudeheizung auf Feinstaubemissionen im Raum Augsburg, Herausgeber: Bayerisches Landesamt für Umwelt, 2009 (www.bestellen.bayern.de/application/apllstarter?APPL= STMUG&DIR=stmug&ACTIONxSETVAL(artdtl.htm, APGxNODENR:1,AARTxNR:lfu_luft_00161, USERxBODYURL:artdtl.htm)=X), – Beitrag der Holzverbrennung zur Überschreitung von PM10Grenzwerten in Nordrhein-Westfalen, Pfeffer et al., Gefahrstoffe – Reinhaltung der Luft, 6/2013, S. 239 bis 245 (www.gefahrstoffe.de/gest/article.php?data[article_id]= 73379&keep_alive=yes&pos=). Je nach Studie kann der Anteil der Holzfeuerung an der Feinstaubkonzentration (PM10) in der kalten Jahreszeit bis zu 30 Prozent betragen.

114. Abgeordneter Dr. Philipp Murmann (CDU/CSU)

Gab und gibt es – ähnlich der früheren „Staublunge“ im Ruhrgebiet – auch Bundesländer/ Regionen in Deutschland, in denen auffällig viele Bürger durch Feinstäube aus Holzfeuerungsanlagen erkrankt sind (bitte aufschlüsseln)?

Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Ursula Heinen-Esser vom 17. Juni 2013 Über die Häufigkeit von Gesundheitsstörungen durch Feinstaub aus Holzfeuerungsanlagen liegen der Bundesregierung keine Daten vor. Anders als bei der Staublungenkrankheit der Bergleute ist erstens die Belastung nicht so hoch, dass Folgeerkrankungen wie bei einer Berufskrankheit leicht auffallen würden. Zweitens ist die Wirkung von Feinstaub aus Verbrennungen auf den Organismus nur teilweise mit dem Symptom „Staublunge“ vergleich-

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bar. Vielmehr stehen hier als gesundheitliche Folgen vor allem HerzKreislauf-Erkrankungen und Symptome an vorgeschädigten Atemwegen (wie z. B. bei Asthma) im Vordergrund. Für diese Erkrankungen gibt es in Deutschland kein Meldesystem, mit dem die Häufigkeit der Symptome, Beschwerden oder Diagnosen nachgehalten wird. Daher sind Zusammenhangsanalysen erschwert. Dennoch liegen über die gesundheitlichen Wirkungen von Feinstaub ausreichende bevölkerungsbezogene Studien vor, so dass aus wissenschaftlicher Sicht kein Zweifel an der gesundheitlich abträglichen Wirkung von Feinstaub besteht.

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115. Abgeordnete Yvonne Ploetz (DIE LINKE.)

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In welchem Verfahren werden Naturschutzgebiete festgelegt, und welche Auswirkungen haben nach Kenntnis der Bundesregierung solche auf ortsansässige landwirtschaftliche Betriebe?

Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Ursula Heinen-Esser vom 17. Juni 2013 Gemäß § 22 Absatz 2 des Bundesnaturschutzgesetzes richten sich Form und Verfahren der Unterschutzstellung eines Gebietes als Naturschutzgebiet entsprechend der grundgesetzlichen Kompetenzverteilung nach Landesrecht. Die zuständigen Behörden haben dabei grundsätzlich sowohl ein Entschließungs- als auch ein Auswahlermessen. Zur Erreichung des Schutzzwecks können notwendige Gebote und Verbote sowie erforderliche Pflege-, Entwicklungs- und Wiederherstellungsmaßnahmen unter Beachtung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit festgelegt werden. Die Auswirkungen auf ortsansässige landwirtschaftliche Betriebe sind abhängig von den getroffenen Regelungen einer spezifischen Unterschutzstellung.

116. Abgeordneter Frank Schwabe (SPD)

Hätte der geplante Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Neuregelung der Gasförderung aus tiefen Gesteinsschichten („hydraulic fracturing“), den die Regierungsfraktionen nicht weiter verfolgen wollen, die Anwendung der Fracking-Technologie eingeschränkt, wie der

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Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Peter Altmaier, am 26. Februar 2013 verkündet hat („Mit dem vorliegenden Gesetzentwurf wird Fracking in Deutschland erschwert, nicht erleichtert!“, 26. Februar 2013, an diesem Tag auf http://twitter.com/ peteraltmaier von Bundesumweltminister Peter Altmaier verkündet)? Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Katherina Reiche vom 17. Juni 2013 Wie bereits zu Ihrer Mündlichen Frage 7 aus der Fragestunde am 5. Juni 2013 ausführlich dargelegt (s. Plenarprotokoll 17/242, Anlage 6), enthalten die vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie vorgelegten Vorschläge zur Regelung des Einsatzes der Fracking-Technologie in mehreren wichtige Punkten deutliche Verschärfungen gegenüber der bestehenden Gesetzeslage. Neben dem umfangreichen materiell-rechtlichen Verbot des Frackings in besonders schutzwürdigen Gebieten würden zugleich auch die verfahrensrechtlichen Anforderungen erweitert, weil der Schutz von Umwelt und Trinkwasser mehrfach und umfassender geprüft werden müsste. Damit würde das Schutzniveau für Umwelt und Gesundheit deutlich erhöht und zugleich Rechts- und Investitionssicherheit für die beteiligten Kreise geschaffen. Damit wären zweifellos Einschränkungen in der Anwendung dieser Technologie verbunden.

Geschäftsbereich des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

117. Abgeordneter Thilo Hoppe (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

Wie setzen sich die 132 Mio. Euro zusammen (bitte nach Jahr, Haushaltstitel und Durchführungsorganisation auflisten), die die Bundesregierung laut dem Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dirk Niebel, (WELT am SONNTAG, 1. Juni 2013 „Deutschland hilft Syrien mit sieben Millionen“) für humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit in Syrien bereitstellte und die sich erheblich von den Angaben des United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs (OCHA) unterscheiden (laut UNOCHA hat Deutschland 2013 über den Syria Humanitarian Assistance Response Plan (SHARP) und den Regional Refugee Response Plan (RRP) 43,9 Mio. US-Dollar für

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Syrien bereitgestellt), und welche konkreten Maßnahmen werden damit finanziert? Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Gudrun Kopp vom 13. Juni 2013 Die Entwicklungszusammenarbeit mit Syrien ist seit 2011 suspendiert. Die Maßnahmen der Bundesregierung zur Bewältigung der Syrienkrise zielen auf die humanitäre Lage sowohl in Syrien als auch auf die Unterstützung der Nachbarländer Syriens. Die Aufrufe der Vereinten Nationen bieten der Bundesregierung eine primäre, wenn auch nicht ausschließliche Orientierung für die Ausrichtung und Koordinierung von Hilfsmaßnahmen und Unterstützungsleistungen aus dem Bundeshaushalt. Bei den Angaben zu humanitären Hilfsleistungen aus dem Titel des Auswärtigen Amts (Kapitel 05 02 Titel 687 72 – Für humanitäre Hilfsmaßnahmen im Ausland) in Höhe von bislang 73,3 Mio. Euro (2012 und 2013) ergeben sich Abweichungen zu den OCHA- und UNHCR-Angaben (SHARP/RRP) sowohl durch die zeitliche Verzögerung der statistischen Erfassung als auch aus der Tatsache, dass nicht alle durch das Auswärtige Amt geförderten Hilfsmaßnahmen in den VN-Statistiken erfasst sind, so z. B. nicht Maßnahmen der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung, ebenso nicht alle Maßnahmen von Nichtregierungsorganisationen. Ebenfalls sind in der statistischen Erfassung der VN bilaterale Hilfsmaßnahmen nicht enthalten, die aus dem Einzelplan 23 zugunsten etwa der Stärkung der Wasserinfrastruktur in den jordanischen Gouvernoraten oder im Zuge der Sondermittel „Zivilgesellschaftliche Krisenreaktions- und Stabilisierungshilfe“ finanziert wurden. Im Einzelnen kamen für die Finanzierung von bislang 66,23 Mio. Euro innerhalb des Einzelplans 23 folgende Titel zur Anwendung: • Bilaterale Technische Zusammenarbeit (Titel 896 03), • Bilaterale Finanzielle Zusammenarbeit (Titel 688 02), • Entwicklungsorientierte Not- und Übergangshilfe/Entwicklungsfördernde und strukturbildende Übergangshilfe (Titel 687 20), • Gesellschaftliche Krisenreaktions- und Stabilisierungshilfe (Titel 687 08), • Beiträge an die Vereinten Nationen, ihre Sonderorganisationen sowie andere internationale Einrichtungen und internationale Nichtregierungsorganisationen (Titel 687 01). Aus letzterem Titel wird aktuell beispielsweise ein Finanzierungsbeitrag für die „National Agenda for the Future of Syria“, ein Projekt der „UN Economic Commission for Western Asia“ (ESCWA) i. H. v. 1,05 Mio. Euro abgeschlossen. Eine vollständige Auflistung von Maßnahmen der Bundesregierung nach Einzelplan, Jahr, Trägern und Einzelsummen finden Sie als Anlage.

Land LBN LBN SYR JOR JOR JOR LBN LBN

Jahr 2012 2012 2012 2012 2012 2012 2012 2012

Organisation UNHCR UNICEF WFP KfW UNICEF über KfW UNHCR UNICEF UNFPA

Maßnahme WASH Education (Back to School - Programm) Nahrungsmittelnothilfe Trinkwasserversorgung Bildung SYR Flüchtlinge und Aufnahmegemeinden Gesundheitsvorsorge Child Protection / Education Gender

Summe 2 3,9 1 8,5 25 1,5 0,72 0,11 42,73

Land JOR LBN LBN JOR IRQ REG

Jahr 2013 2013 2013 2013 2013 2013

Organisation Maßnahme UNICEF über KfW Child Protection / WASH UNICEF Schulinfrastruktur in aufnehmenden Gemeinden UNHCR über giz Education / Shelter WFP Versorgung SYR Flüchtlingskinder in den Grenzgebieten WFP Versorgung SYR Flüchtlingskinder in den Grenzgebieten (ESÜH) NRO, Stiftungen, priv. Träger Gesellschaftliche Krisenreaktions- und Stabilisierungshilfe

Summe 5 2 8,5 0,84 0,16 7 23,5

Land SYR SYR SYR SYR SYR SYR SYR SYR SYR SYR JOR JOR JOR JOR JOR

Jahr 2012 2012 2012 2012 2012 2012 2012 2012 2012 2012 2012 2012 2012 2012 2012

Organisation WFP UNHCR IOM IKRK UNHCR DRK OCHA Malteser Help Botschaftsprojekte UNHCR THW IKRK Diakonie ADRA

Maßnahme Nahrungsmittelhilfe Winterization, Notunterkünfte und Gesundheitsmaßnahmen Grundversorgung und Evakuierungen Hilfs- und Schutzmaßnahmen IRQ Flüchtlinge in SYR Medizin, Nahrungsmittel und Non-Food-Items Koordinierung Versorgung von Binnenflüchtlingen in Damaskus NFI für IDP (div.) Winterhilfe, Notunterkünfte und Gesundheitsmaßnahmen UN Flüchtlingscamp Zaatari / lokale NGO Medizinische Grundversorgung und NFI Wintervorbereitung Flüchtlingscamp Zataari Winterhilfe

Summe 6,5 4 2 1,7 1 1,3 0,3 0,3 0,3 0,2 5 3,5 2 0,8 0,4

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Geber AA AA AA AA AA AA AA AA AA AA AA AA AA AA AA

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Geber BMZ BMZ BMZ BMZ BMZ BMZ

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Geber BMZ BMZ BMZ BMZ BMZ BMZ BMZ BMZ

2012 2012 2012 2012 2012 2012 2012 2012 2012 2012 2012 2012 2012 2012 2012 2012 2012 2012 2012 2012 2012 2012 2012

UNICEF Caritas Save the Children Care JUH UNHCR IKRK Caritas World Vision Humedica DRK Save the Children Medico THW JUH DRK Ärzte der Welt Malteser Arche Nova Luftfahrt ohne Grenzen Save the Children ASB UN

Bildungsprojekte für SYR Flüchtlingskinder SYR Flüchtlinge Winterfestmachung Winterhilfe Winterhilfe Notunterkünfte, Winterhilfe und Gesundheitsmaßnahmen Medizinische Grundversorgung und NFI SYR Flüchtlinge SYR Flüchtlinge Medizinische Basisversorgung Krankentransportkapazitäten Winterfestmachung PSE Flüchtlinge aus SYR Needs Assesment NFI NFI und Winterhilfe für Flüchtlingscamps in TUR Basisgesundheitsversorgung Winterhilfe Winterhilfe Hilfsgüterflug Winterfestmachung Basisgesundheitsversorgung Fondseinzahlung

0,4 0,3 0,2 0,2 0,1 3 3 0,5 0,5 0,3 0,3 0,1 0,1 0,1 0,1 0,9 0,3 0,2 0,2 0,1 0,2 0,2 12

Geber AA AA AA AA AA AA AA AA AA AA AA

Land SYR SYR SYR SYR SYR SYR JOR JOR JOR JOR JOR

Jahr 2013 2013 2013 2013 2013 2013 2013 2013 2013 2013 2013

Organisation Ärzte der Welt DRK Malteser Save the Children IKRK Caritas UNHCR Caritas THW Diakonie JUH

Maßnahme Postoperative Versorgung Medizinische Grundversorgung WASH und Shelter Shelter, Kinderschutz Hilfs- und Schutzmaßnahmen NFI Soforthilfe für Überschwemmungen Dezentrale Flüchtlingshilfe UN Flüchtlingscamp Zaatari Dezentrale Flüchtlingshilfe WASH und Winterhilfe

Summe 0,5 2,3 0,3 0,4 0,5 0,4 1 1 3 0,6 0,4

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52,6

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JOR JOR JOR JOR JOR LBN LBN LBN LBN LBN LBN LBN LBN LBN LBN TUR TUR TUR TUR TUR IRQ IRQ REG

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AA AA AA AA AA AA AA AA AA AA AA AA AA AA AA AA AA AA AA AA AA AA AA

2013 2013 2013 2013 2013 2013 2013 2013 2013 2013 2013 2013 2013 2013 2013 2013 2013 2013 2013 2013

Save the Children IKRK ADRA UNHCR UNRWA Caritas Diakonie DRK JUH Malteser Save the Children IKRK Luftfahrt ohne Grenzen Ärzte der Welt Arche Nova Diakonie DRK Malteser DRK Save the Children

Shelter, Kinderschutz Hilfs- und Schutzmaßnahmen Dezentrale Flüchtlingshilfe Flüchtlingshilfe Hilfe für pal. Flüchtlinge Dezentrale Flüchtlingshilfe Dezentrale Flüchtlingshilfe Medizinische Grundversorgung WASH und Winterhilfe WASH und Shelter Shelter, Kinderschutz Hilfs- und Schutzmaßnahmen Hilfsgüterflug Postoperative Versorgung Medizinische Grundversorgung und NFI Dezentrale Flüchtlingshilfe Medizinische Grundversorgung WASH und Shelter Medizinische Grundversorgung Shelter, Kinderschutz

0,2 0,5 0,3 1 2 0,8 0,6 0,4 0,1 0,1 0,4 0,5 0,1 0,1 0,1 0,3 1 0,4 1 0,4

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JOR JOR JOR LBN LBN LBN LBN LBN LBN LBN LBN LBN TUR TUR TUR TUR TUR TUR IRQ IRQ

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Berlin, den 21. Juni 2013

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20,7

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Deutscher Bundestag, Schriftliche Fragen, Legislaturperiode 17
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